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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1950-10-01 · 10 (Octubre, 1950) · p. [Seite]

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XII (1950)
Issue
10 (Octubre, 1950)
Date
1950-10-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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REDACCION: S.C. I. B’NE JISROEL AV. PORTUGAL 810. TEL. 33096 CASILLA 2487. SANTIAGO - CHILE BOLETIN INFORMATIVO MITTEILUNGSBLATT SOCIEDAD C U A E LITA " B * N E J I S R OEt^ Año XII — N.o 10 Santiago de Chile Octubre, 1950 Dr. JOSEF BURG WAR UNSER GAST Der schon fast zur Routine , gewordene jaehrliche Besuch eines Emissaers aus Israel, dessen Aufgabe es ist, die chi-' lenische Judenheit — das! heisst uns — aus der Untae-' tigkeit aufzuschrecken, sollte in diesem Jahre zu einem wahren Ereignis werden. Bej reits die Ankuendigung, dass unser Gast einer der hoechsten Exponenten der jungen israelischen Demokratie sein sollte —Dr. Burg ist einer der beiden Vizepresidenten der Knesset; der andere ist Nir. Rafalkes von Mapam—, be. rechtigte zu besonderen Hoffnungen. LEBENSLAUF Was man ueber seine Karriere erfahren konnte, trug ein Uebriges dazu bei, die Erwartungen hochzuschrauben: 1909 in Dresden geboren, als Sohn religioeser und zionistischer Eltern. Von fruehe. ster Jugend an Mitglied der “Blau-Weiss” - Jugendbewegung, spaeter der religloesen Jugendorganisationen “Zeire Misrachi” und “Bachad”. Rabbinatskandidat und Philosophie— und Paedagogie. Student in Berlin und Leipzig; Doktorarbeit ueber die “Erkenntnis-Theorie”. Sodann Lehrtaetigkeit, verbunden mit leitender zionistischer Arbeit im deutschen Misrachi und dem Palaestina-Amt der Z. O. f. D.: Seit 1939 Mitglied des Zionistischen Aktion-Komi-1 tees- Alijah; Dozent an der Hebraeischen Universitaet, sodann Arbeit in der Organisation der Alijah Bethwaehrend des Krieges. Nach Kriegsende, Mission der Alijah Beth in aller Herren Laender; Reisen nach Frankreich, Spanien, Portugal, Uganda, Aegypten.! Sodann der —bisherige— Hoehepunkt einer meteorischen Karriere: 1949 Vizepräsident des ersten juedischen Parlaments. DER MENSCH Und doch wurden alle Hoffnungen und Erwartungen i-«11.*' ■ i&ÚÍ. weit uebertroffen. Vom ersten Tage seiner Anwesenheit an eroberte dieser mittelgrosse Mann, mit der unfehlbaren Kopfbedeckung auf dem leicht gelichteten Haupte, den raschen Bewegungen, die seine blitzschnellen Gedankengaenge begleiten und d e m festen - freundlichen Blick, alle Herzen. Ein ganz aussergewoehnliches Personengedaechtnis, das er des oefteren mit ernsten oder scherzhaften Anspielungen j auf nahe oder ferne Ver-' wandte, die er dank der un-j ergruendlichen Mysterien der “mischpochologischen” Wissenschaft kannte, unter Beweis stellte, verschaffte ihm! einen Zugang von Mensch zu Mensch, der im Allgemeinen verschlossen ist. Was nun unsere Gemeinde anbetrifft, so war es ein ganz einmaliges Ereignis, nicht nur einen Schaliach dieser Kategorie zu empfangen, sondern zum Ueberfluss noch einen Menschen, der sozusagen zu unserem eigenen Sektor gehoert. Die Tatsache, dass keinerlei Sprachschwierigkeiten die Verstaendigung hemmten, sowie die gemeinsame Herkunft und Vergangenheit und die daraus entspringende Unmittelbarkeit, mit der Dr. Burg uns auszeichnete, brachten das wirkliche Erlebnis zustande, das dieser Besuch in der Chronik der “B’ne Jisroel” immer bedeuten wird. I FAHRPLAN Das Arbeitspensum, das der Emissaer in kaum drei Wo chen zu bewaeltigen hatte, war aussergewoehnlich intensiv- Vom Moment der Ankunft an (25. August), schloss es u. a. ein: 30. August: Gemeinsamer Empfang durch die Federación Sionista und das Comité Representativo. ¡3. September: Ansprache bei der Eroeffnung unseres Gemeindehauses; Botschaft an die chilenische Judenheit durch Radio; Vortrag vor den Jugendorganisationen und Eroeff- ■nungs-Bankett in der S. C. I. Am naechsten Tage: Besuch beim Presidenten der Deputierten-Kammer, Dr. Raúl Brañes; Radio-Interview in der “Tribuna Libre” der C. B. 114 (Radio S.N.A-), mit der Schriftstellerin Lenka Franulic; Empfang in der W.I.Z.O. Am 5. September Vortrag in der Sephardischen Colectividad; vom 7. bis 8. Besuch in Valparaiso. Am 9. September abends, Vortrag in unserem grossen Gemeindesaal ueber das “Leben der Knesset”, wobei er es verstand, fuer uns bisher unbekannte Tatsachen aus der Arbeit des Parlaments in ueberaus fesselnder Weise darzustellen und im Lichte der Gesamtprobleme des Landes verstaendlich zu machen. Sonntag nachmittag (10.9.) stand er im Rahmen einer intimen Mitgliederveranstaltung der “Unión Sionista” einem Kreuzfeuer von Fragen Rede und Antwort. Anlaesslich Rosch-Haschana besuchte er die verschiedenen Synagogen des Jischuws und am 14- September veranstalteten ihm die Spitzenorganisationen einen Abschieds-Tee im Hotel Carrera, bei dem der Dank und die Sympathien zum Ausdruck kamen, zu denen er alle verpflichtet hatte, die mit ihm in Beruehrung gestanden. Was in dem obenstehenden synthetischen “Fahrplan” allerdings nicht steht, in Wirklichkeit aber den groessten Teil der zur Verfuegung stehenden Zeit und Energien beansprucht hatte, ist das Uebermass der stillen Arbeit, die der Emissaer leisten musste, um die “Acción Unida 1950" —den eigentlichen Zweck seines Aufenthalts— zu starten. ZWEIMAL SCHULDNER Sein Besuch war der schoenste Beweis, dass die Behauptung, dass Israel der Weltjudenheit mehr gibt als umgekehrt, keine hohle Propaganda ist. Dr. Josef Burg als Mensch, als Redner, als Wuerdentraeger und als Exponent eines freien Volkes hat unser Eckchen Galuth zu einer Dankesschuld verpflichtet, zu deren Ausgleich es eine Ehrensache ist, keine Anstrengung und kein Opfer zu scheuen. Hinzu kommt die immer gueltige und selbstverstaendliche Verpflichtung gegenueber dem kaempfenden und aufbauenden Israel, das sich im Zuge der Alijah aller unserer leidenden Brueder die groessten Entbehrungen selbst auferlegt hat, und die uns zu doppelten Schuldnern macht. i Der Geist, mit dem wir diese Schuld abtragen werden, wird unter Beweis stellen, ob die Sympathie und der Respekt, den uns Dr. Burg entgegengebracht hat, verdient war. Denn nur so laesst sich auch der Respekt erkennen, den wir uns selbst entgegenbringen. Gemeindeleben.3,7 Interview. 5 Wir sehen, hoeren, lesen . 8 Noticias del mes. 8 Monatsspiegel. 9 Valparaíso. 11 ¡ Otras organizaciones .... 13 I Registro Civil. 15 GEMEINDE - BALL ANLAESSLICH DER EROEFFNUNG UNSERES HAUSES PORTUGAL 810 am 2 8. Oktober 1950, 10 Uhr. — 2 Orchester: JIMMY und KIMMELMANN BOITE - C AB AB ET - TOMBOLA - BUFFET u. a. m. Eintritt: $ 100.-- Tisch - Bestellungen gen eine kleine Gebuehr im Gemeinde - Buero. Tel. 33096

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