Mannheim
Compact Memory

Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1950-08-01 · 8 (Agosto, 1950) · p. Seite 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XII (1950)
Issue
8 (Agosto, 1950)
Date
1950-08-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/8553624-8553958-9191756--0447-8554089
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

7 ■ BOLETIN INFORMATIVO ..'r;■ - IN NAMEN DES UNSINNS “Die autorisierteste Erklaerung, die jemals ueber das diskutierte Rassenproblem mit einer modernen wisienschaftlichen Doktrin veroeffentlieht wurde”: so nennt die “Unesco”, die Erziehungsorganisation der Vereinigten Nationen das Dokument, in dem die bedeutendsten Fachwissenschaftler von neun Laendern den “Mythos von den Rassen” verurteilen und feststellen, dass er noch heute “die normale Entwicklung von Millionen Menschen verhindert und der Zivilisation d i1 tateaech iche Leistung produktiver Geister vorenthaelt”. Diese Verdammung des Rassen-j Wahnsinns kann fuer keinen Juden eine Ueberraschung sein, ebenso wenig wie fuer jeden anderen Menschen, der nur aas Herz und den... Kopf auf dem richtigen Fleck hat. Sie zu verbreiten, ist trotzdem von grosser Wichtigkeit. Und zwar ist dieses Vernichtungsurteil trotz allem fuer viele ehrenwerte Mitmenschen eine... Ueberraschung (Gruende siehe oben). Ausserdem ist es wichtig, daran zu erinnern, dass das europaeische Judentum Im Namen dieses hirnverbrannten “Mvthos” —ode” wie Alfred Rosenberg in begreiflicher Unkenntnis der deutschen Orthographie behauptete: “Mythus”— dahingemordet wurde. Zwar wissen wir, dass die Rassentheorie nur der ideologische Deck mantel war, hinter welchem der teutonische Imperia’ismus seine blutruenstige Luesternheit verbergen wol’te und da*s man seine schwarze Seele zur Schau stellen muesste und nicht den braunen Mantel, um seine Scheusslichkeiten zu verstehen und zu brandmarken. Doch ist es nicht bemerkenswert festzustellen, dass das europaeische Judentum nicht nur von Moerderhand geopfert, auch noch zum Ueberfluss im Namen des schreienden Unsinns starb? AUS DEM BABYLONISCHEN EXIL Der Keren Hajessod hat uns folgend°n Kommentar Zusehen lassen: “Erneut stehen wir einem grossen Prr>hi°m ’n dem f’rozass unserer Erloesung gegenueber: die Alijah der Juden aus Babel. Das Schicksal wollte diesem juedischen Stamm, der besonderes Leid erfahren hatte, einen Ausweg weisen und oeffnete eine Pforte in seiner Not. Wir duerfen hoffen, in naechster Zukunft den Segen ueber eine neue Diaspora sprechen zu koennen, die liquidiert wird und nach Israel verpflanzt. Wir stehen vor der Aufgabe, unsere Brueder aus dem Irak zu uebersiedoin und einrno’^non. Man darf rechnen, dass die Zahl derer, die nach Israel wandern wollen, zwischen 80 und 120.000 schwankt. Sie muessen mit Flugzeugen gebracht werden,; da die Landverbindungen Syrien und den Libanon kreuzen. Damit werden die Kosten ihrer Alijah iv« ■*«-*•*. zirka 60 Millionen Dollar betragen, abgesehen vom normalen Kostenvoranschlag der Jewish Agency und T-„ ’T,ie„n^ (1-v* das Jahr 1950 auf 200 Millionen Diese transzendentale Mission der Zionistischen Bewegung wird eine ausserordentliche Anstrengung seitens des Volkes in der Galuth fuer die Auftreibung der enormen Gelder erfordern, die zur Erloesung dieser juedischen Leben erforderlich sind. Der Staat Israel entfaltet neuerdings einen “Zauberteppich”, um die Juden aus dem Irak zu retten. Die von dort h°imkQh-eodQu Brueder werden mit der gleichen Liebe empfangen werden, mit der hunderttausende von Menschen aufgenommen wurden, die aus aller Herren Laender heimkehrten, um im alt-neuen Vaterland zu leben”. REVISIONISMUS UND CHERUTHBEWEGUNG Die vor knapp einem Jahre erlangte Einheit der aeussersten Rechten innerhalb der Zionistischen Weltbewegung ist in den letzten Wochen wieder in die Brueche gegangen. Und zwar haben die Mehrzahl der europaeischen Landesverbaende unter Fuehrung von Meir Grossman eine unabhaengige Plattform betreten und sich damit formell von der Diktatur der Begin-Clique losgesagt. Die Bedeutung dieses Ereignisses mag zwar, angesichts der relativ geringen Anzah- Parteigaenger, die dem Vermaechtnis Jabotinskys Treue eeschworen haben und besonders angesichts ihrer noch geringeren geistigen Transzendenz, nicht ueberragend sein. Es verdient aber, aus mehreren Gruenden erwaehnt zu werden. In erster Linie wird damit erneut die leicht demokratisierende Tendenz unter Beweis gestellt, mit der Grossman seit jeher gegen die totalitaeren Zinnen der Parteiburg Sturm laeuft. Das mag ein quijoteske Aufgabe sein, aber sie ehrt ihn. Zweitens ist es erfreulich festzustellen, dass der revisionistische Spaltpilz, nach jahrelangen fehlgeschlagenen Versuchen, die Zionistische Bewegung zu zersplittern, endlich dazu gelangt ist, sich selbst zu cmi+.on r>qSs! , in $iner Ennphe dringendster Prooleme in der Konstruktion und Verteidigung des Juediscnen Staates geschehen musste, kann keine Ueberraschung sein, wenn man sich vor Augen haelt, dass die demagogische Phraseologie der Revisionisten seit jeher nur als Futter fuer Unzufriedene in Zeiten der Ffihlschlaeo•':, gedieht war und keineswegs einer Konfrontation mit konkreten Problemen und Aufgaben gewachsen sein konnte. Das voellige Fehlen einer klaren sozialpolitischen Stellungnahme z.B., beweist dies zur Genuege. Schliesslich und endlich kommt die Desertion der europaelschen Revi'iooioten zur r^r-h+en Zeit. um die prekaere Autoritaet, mit der der Fuehrer Begin in Amerika die israelische Regierung beschimpft und besudelt, noch weiter zu vermindern —sofern das noch moegllch war—. Es steht zu hoffen, dass er seine Reiseplaene daraufhin einer gewissen... Revision unterzieht und auf einige > Visiten verzichtet, die ihm unangenehme Ueberraschungen bereiten koennten. VOR DEN tntppnattonALEN GERICHTSHOF? % Wie die ITA-A'renfur verlauten laesct. soll (pp u^traorthodoxe und nnti-zionlct.iocha (!> S°kte der “Ne- I t’irei Kana”, die in J°ru"aiem (!)! ihren Überzeugungen hiddio-t. den P’an ha Pen. sieh an d°n Internationalen Gerichtshof von den Waas zu wenden. Es handelt sich um die gleichen Herren und Juenglinge, die waehrend des Befreiungskrieges aus relieioesen Beweggründen den Heeresdienst ■ verweigerten und seitdem ihren weltlichen Verpflichtungen in sofern Genuege leisten, als sie keine Gelegenheit vorbeigehn lassen, um Zank und Hader mit ihrer ketzerischen Umwelt —in der die Agudat und der Misrachi mit den Kommunisten ungefaehr auf einer Stufe stehen— vom Zaun zu brechen. Ihre neuste Idee soll also darin bestehen, sich an die hoebste internationale Autoritaet zu wenden. il^i Tom alq T?CT WPO'Qfj - ler Besetzung Jerusalems als Haupt Stadt anzuklagen! Schertok hat Grund zu zagen, und zu z.ttern, wie man sieht! Welch enorme Probleme werden mit dieser Anklage nicht aufgerollt! Einerseits koennte sie verspaetet eintreffen, nachdem die September-Vo lversammlung der U. N. sich mit dem Tatbestand bereits abgefunden haben koennte. Oder irgend ein arabischer Staat koennte Israel amerkennen, bevor die Neturel Karta es tut. Oder der Polizeiminister Schitrit koennte auf die Idee verfallen, eine “de facto” -Anerkennung hinter nicht hinwegzuleugnenden “de facto— existierenden Schloss und Riegel zu erzwingen!* Oder der Gesundheitsminister kaeme ihm etwa zuvor!! DIE RADIKALE MITTE TTot.or vielen bedrueckenden Nachrichten, die ueber die Zustaende im oestlichen und westlichen Naziparadies eintreffen, befindet sich auch ab und zu eine heitere. Warum soll es nicht eine Ausnahme geben, welche die undankbare Mission uebernimmt, die Regel zu bestaetigen? Warner FmcP cter bekannte Conferencier und Komiker, dem seine aetzende und unerschrockene Kritik an der Naziherrschaft einen Aufenthalt im Konzentrationslager, eingebracht hatte; der gleiche, der kurz nach seiner Entlassung auf einem Kuenstlerball dem “Dr.” Goebbels die Hand ausstreckte mit den Worten: “Na, Herr Reichsminister, vertragen wir uns wieder?”, hat es sich zur Aufgabe gemacht, seinen Landsleuten beizubringen, dass ihr fehlender Sinn fuer Humor und fuer Selbstkritik ete nou.tisches Manko ist. Zu diesem Zwecke hat er eine Partei gebildet, die —im Zwiel icht zwischen Humor und bitterem Ernst— vielleicht in intellektuellen Kreisen ein gewisses Interesse erwecken koennte. w-po-p Kostp»-nben aus dem Lebensborn der “Partei der Radikar len Mitte”, denn so heisst seine originelle Schoepfung— genuegen, um auf den Geschmack zu kommmen: öchlagworte: “Ein Volk, ein Bund, ein MGse^fn]"” oder “Wir rind fuer aas Saarproblem”. Das Kampfinstrument: “Die Gewerkschaft der Eigenbroedler”. Ein Ziel: “Aufruestung e v,-” r>ns, 'np-teiabzeichen: Eine Sicherheitsnadel unter dem Rockaufschlag. Und das “Fuehrerbild” befindet sich im... eigenen Spiegel. Die Aufgabe, die sich Finck und p=in M'to-P-it“- TV-, Rudolf p°tehel von der “Deutschen Rundschau” gestellt haben, ist auch interessant fuer Alle, die der Ausrottung der Borniertheit, Intoleranz und Schlechtigkeit in Deutschland mit groesstem Pessimismus entgegensehen. ZUM 60. GEBURTSTAG Dr. ABRAHAM GRANOTT ' . i Am 1. Tamus (16. Juni) beging der Generaldirektor des Keren Kajemeth Leisrael, Dr. Abraham Granott (Granovsky), seinen 60. Geburtstag. Die Arbeit des Dr. Granott fuer 1 «agi wmi den Nationalfonds begann bereits m den Zeiten, in denen das Zentral- Buero noch in den Haag war, unter der Leitung des Nachfolgers von Dr. Bodenheimer, Nehemias de Liema. Der Einfluss dieses Mannes, der vielleicht noch heute in seinen Ideen ueber Bodenpolitik wirksam ist, bildeten sein zionistisches Kapital, zusammen mit dem Vorbild seines Vaters, der aktiver Leiter der Chowewe. Zion in Odessa war, dem Geiste der zionistischen Studentenverbindung “Hechawer’-, der er selbst angehoer. te, der Bewunderung, die er fuer Bialik empfand und der juedischen Tradition, die er im Hause seines Schwiegervaters, des Raw Chaim Tchernowitz (Raw Tzair) fand. Diese Synthese, zusammen mit einer seltenen Begabung auf finanziellem und verwaltungstechnischen Gebiet, sicherten seinen raschen Aufsteig in der Organisation. Als das Zentral- Buero nach Jerusalem verlegt wurde, vertraute man ihm die Leitung der Finanzabteilung an. Spaeter wurde er Mitglied des Direktoriums und nach dem Tode Ussichkins, Einer im Triumvirat (mit Katz^elson und Rabi Berlin), das den Fonds waehrend des Trauerjahres leitete. Nach Ablauf des Jahres konnte kein Zweifel mehr darueber bestehen, dass er zum Direktor des K.K.L. gewaehlt werden muesse. In den acht Jahren, die er dem Fonds vorsteht, hat er immer wieder bewiesen, das zu sein, was fuer ihn als hoechstes Lob klingen muss: ein wuerdiger Nachfolger Ussischkins. . Von grosser Bedeutung ist ebenfalls seine literarische Taetigkeit; er ist Autor bedeutender Werke ueber unsere Bodenpolitik. Die allgemeine Wertschaetzung, die er geniesst, wurde auch unter Beweis gestellt, als ihm die aus der Fusion der “Alijah Chadascha” mit unabhaengigen GrupDen hervorgegangene Progressive Partei die Praesidentschaft anbot, obwohl er politisch vorher nie hervorgetreten war. Dr. Granott nahm auch diese Verantwortung auf sich und steht der Partei seit dem ersten Tage ihres Bestehens vor, wodurch er in einem besonders engen Kontakt mit dem aus Mitteleuropa eingewanderten Element steht, das auch heute noch den Kern dieser politischen Gruppe bildet. ATSCHEKA

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.