Mannheim
Compact Memory

Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1950-07-01 · 7 (Julio, 1950) · p. Seite 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XII (1950)
Issue
7 (Julio, 1950)
Date
1950-07-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/8553624-8553958-9191569--0432-8554075
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

BOLETIN INFORMATIVO Zu seinem 16. Todestage: n ' *;-r<x Ji Am 4. Juli (21. Tamus) 1934 starb in Wien Chajim Nachman Bialik. Das nachstehende Gedicht (in deutscher Uebersetzung von Emst Mueller) mahnt uns an die Luecke, die in unserem Leben heute besteht in einer Zeit, in der das Volk wie am ersten Tage den geistigen Fuehrer und Erzieher misst, der Bialik war. ~ J'JACH MEINEM TOD. .. 1 ' " “ “ (GEDENKBLATT) Nach meinem Tode sollt ihr also klagen. War ein Mann — der starb vor seiner Zeit, Sein Lebenssang ward mitten unterbrochen. Und schad und weh! EIN Lied noch hatte er. So starb das Lied fuer ewig — Starb fuer ewig. Und schad und weh! er hatte eine Harfe, Die wie ein Wesen lebt’ und sprach, Drauf könnt' er jedes Raetsel seines Herzens (kuenden— Auf allen Saiten spielte seine Hand. Nur EIN Geheimnis barg er ganz im Innern, Die Finger huepften nur an ihm vorbei. Und so war EINE Saite stumm geblieben, Bis heute stumm. — Un weh! ach weh! Ein ganzes Leben bebte diese Saite, Sie bebte stumm, sie bangte stumm Wie nach dem Liebsten: dem Erloeserlied — Wie sich ein Herz zum Angetrauten sehnt, Und zaudert er, so harrt es dennoch seiner — Und hofft in stummem Seufzen sein, Er aber zaudert, ja er kommt nicht mehr — Kommt nicht mehr. Und gross ist, gross der Schmerz. War ein Mann — Sein Lebenssang ward mitten unterbrochen. Und ach! ein Lied noch hatte er, So starb das Lied fuer ewig, Starb fuer ewig-— (19041 ui1'! VKZ5 VXD "tgl .ir na-j npr rro'*i3 .mp-roon ,njn oan T-> * T TT T ,nlxn nm .misro'ix .nscíi .nmp .nxax nnaa . H pr»? 3? DIP' 3|pX3 iVrirsn ovIds — nonann dx-i Tt- Tt . , — n*npup rn'au» no'.mt .X2'xi qx nanann xim! X3~Xl nx T -! axan nxa .txa inxi .ny urx : lxni — trx rrn inppsn pxox3 vn nren ,17'n’ri inx niara t«; ns .tpi 'najan nnx nini!"TP1 13« (rann) . ñ ro® nee 'nio nmt ~ tiy urx : ixm — p'X rrn„ - t -TT ,ntn irxn na uat mp inpas: psaxa vn nrm — ii mn nnx niara tip! npi ,ip maran tjx nrri i-tpi nax - T — T — i1 n’n ñus in j ix» *m TT " } .miaai n”n pdi 13 inan ña nnicnaní ii rin iai 'jyis'nx .naan rr ra-jn — idi Tron lanpa nnx n ix?ittd rriipasx ii Tino nino .mNisj riaix rnx na*j T*I! TS* — -• T* -rnxipi naix! Divrnp mxii naix T-: : Ti 1 •' 'S Z UR CH TISCHA BE’AW ist der mit Feuer und Blut in die Tafeln unserer Geschichte eingemeisselte Gedenktag. Und dies ist seine traenenreiche Chronologie: 586 vor unserer Zeitrechnung: Zerstoerung des ersten Tempels: Wenngleich auch nach genauen Rechnungen der Tag der Zerstoerung des ersten Tempels der 10. Aw war, so ist der traditionelle Tag der Trauer seit alters her der 9., wehrscheinlich weil an diesem Tage der entscheidende Angriff begann. Die buchstabentreuen Karaeer allerdings beobachten den 10. Tage im Monat Aw. 70 ud.cn unserer ZtMurecnnung: Zerstoerung des zweiten Tempels: An diesem Tage hoerte die juedische Nation fuer fast zwei Jahrtausende auf, zu existieren; die Roemer zerstoerten den zweiten Tempel, eroberten Jerusalem und zerstreuten das juedische Volk. Zwar erlangte auch diese Tragoedie erst am folgenden Tage ihren Hoehepunkt, aber es war am 9. Tage, als die Legionaere des Titus den Tempel in Flammen steckten. 117: Pogrom in Alexandrien: Bis zu diesem Tage war die Gemeinde von Alexandrien das Zentrum der judaeisch-hellenischen Kultur. Ein R ONJK DES 9. AW Aufstand gegen das roemische Imperium, der von den Soeldnem der Hauptstadt der Welt blutig niedergeschlagen wurde, hatte Racheaktionen gegen die griechische Kolonie und die juedische Gemeinde in Alexandrien zu Folge, welche das eigentliche Ende der hellenistischen Kulturbluete mit sich brachte. 135: Niederlage Bar Kochbas: Am 9. Aw dieses Jahres fiel die Festung Betar, letzter Stu-etzpunkt in der heroischen Rebellion gegen die roemische Unterdrueckung. 136: Endgueltlge Zerstoerung Jerusalems: Um die vollkommene Eroberung Palaestinas zu unterstreichen, liess der roemische Kaiser Trajan die gesamten Gelaende der Stadt Jerusalem mit Pfluegen dem ‘'Erdboden gleich machen”. Am gleichen Tage verbot ein kaiserliches Edikt den Juden, die Stadt zu betreten. 1290: Ausweisung der Juden aus England: Am 18. Juli 1290, der auch mit dem 9. Aw zusammenfaellt, unterschrieb Koenig Eduard I. das Dekret der Vertreibung der Juden aus England, das erst von Oliver Cromwell widerrufen wurde. 1306: Festnahme der Juden in Frankreich: Der Befehl, Frankreich im Laufe eines Monats zu verlassen, wurde den dort ansaessigen Juden am 22. Juli —wiederum am 9. Aw— 1 zugestellt, indem sie eigens zu diesem Zwecke inhaftiert wurden. | 1492: Vertreibung der Juden aus i Spanien: Das von Ferdinand und 1 lsabel gezeichnete Dekret, sollte am 7. Aw (31. Juli) in Kraft treten. Die Mehrzahl der spanischen Juden jedoch sollen angeblich erst am 9. Aw das Land verlassen haben. 1555: Ghetto in Rom: Einer Bulle des Papstes Paulus IV gemaess, die am 26. Juli (9. Aw) erlassen wurde, sahen sich die Juden Roms gezwungen, ihren Wohnsitz innerhalb einer begrenzten Zone der Stadt festzulegen.; 1571: Ghetto in Florenz: Der Grosi se Dux Cosimo von Medici, ordnete I den in Florenz ansaessigen Juden! am 31. Juli ds. Js. an, sich in einem I Ghetto niederzulassen. Das Datum traf wiederum mit dem 9. Tage im | Monat Aw zusammen. 1630: Vertreibung der Juden aus Mantua: Aufgrund der aktiven Unterstützung, welche die Juden dieser Stadt dem legitimen Thronfolger des dortigen Grossherzogtums gegen die Eroberungsplaene des roemischen Kaisers Ferdinand II angedeihen Hessen, wurden sie nach dem Falle der Stadt von letzterem vertrieben. 1670: Ausweisung aus Wien: Am 29. Juli und nach der feierlichen Verrichtung des Gottesdienstes am 9. Aw, verliessen die Juden die Stadt Wien, gemaess dem Ausweisungsdekret, das fuenf Monate vorher von Leopold dem I. unterschrieben worden war. 1684: Pogrom in Padua: In jenem Jahre fiel die Trauerfeier des 9. Aw mit dem Freudentag des 4. August zusammen, an dem die christliche Bevoelkerung den Sieg ueber die Tuerken feierte. Boeswillige Kirchenvaeter ueberzeugten die Bevoelkerung davon, dass der Anlass der juedischen Trauer einzig und allein in der Freude der christlichen Mitbuerger zu suchen sei. Diese Hetze hatte einen Pogrom zur Folge. 1929: Unruhen in Jerusalem: Waehrend religionstreue Juden den Tischa be’Aw in traditioneller Weise betend an der Klagemauer verbrachten, begannen in Jerusalem blutige antijuedische Ausschreitungen, die von fanatislerten Arabern mit Hilfe der englischen Polizei inszeniert wurden. “So steht Herzl als der saekulaere Mensch vor uns, dessen Geist es vermochte, in der juedischen Geschichte die entscheidende Wendung herbeizufuehren. Erst in fernen Zeiten werden seine geschichtlichen Taten, wird seine menschliche Groesse in ihrer Bedeutung voll erkannt und gewuerdigt werden. Doch das sichere Gefuehl davon besassen schon seine Weggenossen und jene, die nach ihnen kamen. Ueber allem und in allem, was sie tun, ist sein Geist lebendig. Unsterblich, nicht nur im Gedaechtnis des juedischen Volkes, sondern auch in der Geschichte der Menschheit wird Theodor Herzl weiterleben, als einer ihrer Grossen, der gewesen ist, was zu sein er selbst als sein hoechstes Glueck bezeichnet hatte: Ein Diener am Licht”. ADOLF BOEHM Es ist bemerkenswert, dass von all den Tragoedien, die ueber das mittel— und osteuropaeische Judentum im Laufe ihrer Geschichte hereinbrachen, keine auf diesen fatalen Tag faellt. Von symbolhafter Bedeutung fuer den Geist des neuen Israel ist es auch, dass viele konstruktive Werke am 9. Aw des Tages ihrer Grundsteinlegung gedenken; viele landwirtschaftliche Siedlungen z. B., angefangen mit Rischon le’Zion, sind an diesem Tage begruendet worden. Symbolisch wird damit die Entschlossenheit einer neuen Generation charakterisiert, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die historische Fatalitaet zu ueberwinden. THEODOR HERZL Wasser des Lebens aus steinernen Herzen schlug Deine Hand. Du fuehrtest Dein Volk aus der Fremde ins Vaterland Und sahst doch nur von den Bergen die heilige Flur Die der ewige Gott der Vaeter dem Samen des Abraham schwur. Du Mose der Zeit, da das Heimweh in Israel stieg — Du Mose unserer Tage, Gott geb Deiner Sache den Sieg! BOERRIES FREIHERR VON MUENCHHAUSEN (um 1900 gedichtet, abgedruckt in der Gedichtsammlung “Balladen und Ritterliche Lieder”, Verlag Egon Fleischei & Co., Berlin).

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.