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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1950-05-01 · 5 (Mayo, 1950) · p. Seite 15

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XII (1950)
Issue
5 (Mayo, 1950)
Date
1950-05-01
Page
Seite 15 (sequence 15)
Language
German
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BOLETINi INFORMATIVO 15 GEFUEHLE GEGEN TATSACHEN Der lm letzten Boletín erschienene Protest moechte einen gern vor die Alternative stellen, sich entweder von ihm ueberzeugen zu lassen oder auf das Recht der freien Meinungsaeusserung zu verzichten. Diese — gelinde gesagt — etwas undemokratische Zumutung soll vielleicht den Zweck haben, die Volkseinheit. wie sie dort verstan-; den wird, auf beschleunigtem j Wege herbeizufuehren. Trotz, dem behalte ich es mir vor, I dem Segen dieser geistigen Gleichschaltung gegenucber skeptisch zu bleiben und einer offenen Austragung ideologischer Gegensaetze den Vorzug zu geben. Ein wahrhaft aufrecht denkender Mensch darf und wird sich nicht scheuen, j seine Ueberzeugungen und Taten dem Feuer feindlicher Kritik auszusetzen. Wie er es auch verschmaehen wird, der Logik der gegnerischen Argu-1 mentation damit vorwegzukommen, in dem er —nicht naeher nachzupruefende — Gefuehle, “die aufs aller Tiefste verletzt worden seien” ins Feld fuehrt. Es sei betont: Weder ist Gegenstand der Auseinandersetzung die juedische Religion als solche, ueber deren historische Bedeutung keinerlei Meinungsverschiedenheiten bestehen koennen, noch handelt es sich bei dem Erziehungsstreit in Israel darum. ob den Immigrantenkindern “unser altbewaehrter Gottesglaube entrissen” werden darf oder nicht. Die Dinge so hinzustellen, heisst mangelnder Sachkenn t n i s oder dem Versuch bewusster Irrefuehrung zu unterliegen. Vielmehr sind wir (und nicht zum ersten Mal) Zeugen eines gewaltigen Ringens zwischen zwei grundverschiedenen Auffassungen dessen, was Zion fuer unser Volk bedeuten soll- Die einen, die die soziale Gesundung der juedischen Nation im Heimatland erstreben: die anderen, die gerade als besondere Gefahr betrachten, im heiligen Land “k’chol haamim” zu werden; diese versuchen, die zweite Generation zu Arbeit und Land zu erziehen, jene (im scharfen Gegensatz etwa auch zum Misrachi). die Erziehung nur auf “Lernen” und “unseren meloches” zu basieren. Als in den letzten Kriegsjahren die juedischen Waisenkinder aus Europa kamen, um die dann als “Teheran- Kinder” der grosse Streit entbrannte, verlangten die orthodoxen Extremisten, ihre ausschliessliche Unterb r i ngung in “Chadarim und Ye. schivot”. Gegen diese uebersnitzte Forderung traten u. a. Menschen wie Ussischkin und H°nrietta Szold auf, die ihr Privatleben in absolut traditionellem Sinn fuehrten. (Wenn man solch Freidenkertum mit Anfuehrungsstrichen versieht, so hat das fuer den gebildeten Leser einen vernuenftigen, leicht ersichtlichen Sinn). Doch war! es nicht einmal Absicht des von mir verfassten Kommentars, derartige Erziehungs- Ideale als solche zu kritisieren, sondern die Methoden, mit denen man ihre allgemeine Verwirklichung erzwingen will. Die Bemerkung ueber die Masechtah “Beza” gilt also nicht etwa Ihr selbst, sondern dem gewaltsamen ■*«**,. fcV . y* RE.: DAS El ...Ich beglueckwuensche Sie zu der Maerz-Nummer Ihres B.I.; einmal um seines schoe. nen Aeusseren willen und zweitens zu der sichtlichen Hebung seines inhaltlichen Niveaus. Ich moechte aber bei dieser' Gelegenheit zu einer Notiz Stellung nehmen, die sich un-. ter den mit Ben gezeichneten Ausfuehrungen findet und sich mit dem Fernbleiben der 1 Minister des religioesen Blocks, von den Sitzungen der Ke-1 nesset befasst- I Obwohl ich ueberzeugt bin, dass diese Massnahme reif-] lieh erwogen und erst nach Erschoepfung aller anderen i Mittel ergriffen wurde, gebe ich zu, dass man ueber ihre! Zweckmaessigkeit ge t e i 11 e r Meinung sein kann. Man darf aber nicht die Motive lae. cherlich machen, indem man Meinungsverschiedenhe i t e n ueber das am Jaum-Tauw (nicht am Schabbos! schon hier irrt Ben) gelegte Ei zum Vergleich heran zieht. Wenn der Schreiber damit unterstellen will, dass die Minister um anscheinend laecherlicher Dinge willen auf diese Weise die Regierung Israels zwingen wollen, den Kindern eine ausschliesslich ihnen genehme Erziehung zu geben, so befindet er sich in einem zweifachen Irrtum. Erstens geht ihre Forderung lediglich dahin, dass die Eltern das Recht haben sollen, zu entscheiden, welchem E r z i ehungs-System ihre Kinder; zugefuebrt werden sollen, | und dass nicht untergeordne-, te Regierungsbeamte diese Entscheidung ohne Ruecksicht auf die Wuensche der1 Eltern treffen und zweitens handelt es Sich bei diesem Problem nicht um irgend ei-1 ne ridicuele Bagatelle. Die bemaengelte Notiz ver-| diente keinen Protest, verriete sie nicht die gleiche Geisteshaltung. wie man sie leider in letzter Zeit oefters in der juedischen Presse an- ] trifft. Aber unabhaengig davon. wie sich der'Einzelne zur Tradition und deren Bewahrern stellt, darf nicht zugegeben werden, dass Dinge, die einem Teil unserer Gemein-j schaft heilig sind, ins Laer.herlicbe gezogen werden, j Diese Art der Polemik —auch wenn sie nicht immer boesartig gemeint s°'n mag— ist unserer unwuerdig... Max Ehrlich W/t te/rett, Astete, /stete.. V Versuch, ihr Studium sozusa- | gen obligatorisch zu machen. Die Drohung mit dem Boyj kott der nationalen Fonds und die Sorengung des Ka.| binetts sind geeignet, das de-, mokratische Soiel d°r Kraef-! te zu unterbinden, ganz abgesehen davon dass sie unser heiligstes Interesse, das Gedeihen des Staates Israels, gefnehrden. Wenn die grosse Mehrheit unseres Volkes ihre Stimme gegen diese Vergewaltigungsmethoden erhebt, so ist das seinerseits — ein berechtigter Protest. Benjamin Kopfstein (Ben) KRITIK EINER KRITIK In der vorigen Nummer unseres “Boletín Informativo” befand sich eine von1 Herrn Ben verfasste Kritik des Filmes “Patria Nueva” (Schwert in der Wueste), die diesen nach Strich und Faden verriss, sodass kein gutes Haar mehr an ihm zu finden war. Abgesehen von dem burschikosen (mir allzu bur. •schikosen) Stil, in dem dieser Aufsatz abgefasst war, ¡ bedauere ich, mit Herrn Ben auch inhaltlich nicht einer Meinung sein zu koennen. Der Kritiker geht von falschen Voraussetzungen aus, um zu dem Schluss zu kommen, dass ein grosses Thema hier in die falschen Haende gefallen ist. Er verkennt aber voellig, dass man in Hollywood gamicht die Absicht hatte, einen juedischen, einen Israeli-Film zu drehen. Man hat sich den juedischen Freiheitskampf, als Thema genommen um einen Spielfilm zu drehen, und das ist, vollauf gelungen. Es mag bessere, viel bessere sogar geben, aber es laesst sich nicht leugnen, dass die Reaktion beim Publikum —und! nicht nur beim juedischen— sehr stark war. Gerade die ersten Szenen —die vom Schiff an Land gehenden Immigranten— waren aus-1 gesprochen wirkungsvoll, und ich habe so manche feuchten Augen beobachten koennen. Herr Ben vermisst, dass man nicht den Aufbau von Erez zeigt. Schliesslich ist es kein Kulturfilm, sondern behandelt die Fredheits, die Untergrundbewegung. Und wenn man den Einwand machen sollte, wir Juden haben nicht mit solchen Terrormitteln gearbeitet, nicht unnoe. tig Menschenleben aufs Spiel gesetzt, um einen Fuehrer zu befreien, etc., so vergisst man heute wohl schon, dass ■auch fias Mder odjer Gott sei Dank doch der Fall war. England hat Israel schliess-, lieh nicht aus Langerweile! verlassen. i Herr Ben hat Recht, wenn er meint, das Thema geboere in bessere Haende. Das aendert aber nichts an der Tat-' sache, dass der Film mit seiner Themenausfuehrung sehr wirkungsvoll war und sicher manchen guten Erfolg gehabt hat. Inz wischen ist auf dem Spielplan der hiesigen Theater ein weiterer Film aufgetaucht der ein uns Juden betreffendes Thema behandelt: “Rosa de Irlanda”. Selbverstaendlich wird man auch hier wieder verschiedener Meinung sein koennen. Es handelt sich um die alte Posse, die unter dem Titel “Dreimal Hochzeit” in Berlin vor ca. 20 Jahren mit Gisela Werbezirk Wochen und Mo-, nate hindurch mit riesigem! Erfolg gegeben wurde. Ein junger juedischer Soldat ver-1 liebt sich in London bei Kriegsende in ein katholisches Maedel irischer Abkunft und heiratet sie. Die, Trauung erfolgt durch den evangelischen Armeepfarrer. Nach New York zu seinem orthodoxen Vater zurueckge. kehrt, beschllesst das Junge Paar, sich nochmals vom Rabbiner trauen zu lassen (ohne dem Vater etwas von der anderen Religion des Maedchens noch der inzwischen schon erfolgten Heirat mitzuteilen). Gerade wie die Zeremonie vollzogen ist, kommt der streng katholische Vater des Maedchens, der ueberhaupt nur Iren als menschenwuerdige Subjekte anerkennt, und es entspihnen sich die wildesten Kaempfe und Szenen. Um diesen zu entgehen, beschliesst das junge Paar, sich nunmehr auch noch katholisch trauen zu lassen, doch hat diese Trauung beim Vater keinerlei Wirkung. Kurz gesagt, es kommt zu jahrelangem Bruch mit beiden Elterhteilen, der erst nach der Geburt der Enkelkinder ueberbru eckt wird, wobei die Vertreter der drei Konfessionen, die eine denkbar sympathische Rolle spielen, ausschlaggebend mdtwirken. Wie man sieht, handelt es sich um eine ganz banale Geschichte, wie sie tausendmal schon vorgekommen ist Ueber das Problem kann man verschiedener Meinung sein, gleichfalls ueber seine Loesung. Hier kommt es zu einer Mischehe, in der Keines der beiden Teile von seiner Religion abgeht, wohl 'aber Toleranz uebt dem Glauben des anderen gegenueber. Und diese Story ist ausgefuehrt mit soviel Grazie, mit soviel Humor, dass man aus dem Lachen kaum herauskommt. Die einzelnen Personen sind typisch, mag es sich nun um die Juden oder um die Chri. sten handeln. Soviel gegenseitiges Unverstehen, wie es nur verbohrte Menschen aufbringen. Bei aller Clownerie ist es doch das Verdienst dieses Filmes, zur Toleranz, zum gegenseitigen Kennenlernen und Verstehen aufgerufen zu haben —es muss ja nicht immer gerade im Rahmen einer Mischehe sein!— Das sei sein Pluspunkt! Ausserdem dient er noch dazu, sich einen ganzen Abend glaenzend zu unterhalten. Ich bin mir klar, dass man so manches aussetzen koenn. te. wenn man den Versuch daxu machen wollte. Aber, nehmen wir uns die Tendenz des Filmes zum Beisniel und ■seien wir tolerant! Man hat dann meistens mehr vom Leben und macht Sich auch weniger Feinde. Und seien wir nicht paenst. ücher als der Paost. In New York ist das Thoaterstueck mehr .als fue^f Jahre gelaufen und der Film ca. 15 Monate. D°rf-, leben mehr Juden! als in Chil° und Israel zu-i sammen. Wenn diese sich: amuesiert haben, koennen auch wir es mit gutem Gewissen tun. Wir muessen nur die Allüren des “alten Kaemofers” ablegen, die so mancher von uns jetzt angenommen hat, so mancher gar, der frueher mit Israel herzlich wenig zu tun haben wollte. Wawti EINE KURZE GESCHICHTE VON "KURZGESCHICHTEN" Vor einiger Zeit hat der “Aufbau” ein Preisausschreiben fuer ‘Kurzgeschichten” veranstaltet. An dem Wettbewerb haben viele hunderte von Schriftstellern teilgenommen. Unter den Preistraegern und unter den Autoren, die eine lobende Erwaehnung erhalten haben, befinden sich auch 2 Emigranten, die lange Jahre unter uns gelebt haben. Es sind dies Erwin Bock, der heute in Sao Paulo lebt und Frl. Ilse Mendel in Santiago de Chile. Wir sprechen den Verfassern unseren herzlichsten Glueckwunsch aus und wuerden uns besonders freuen, wenn sie beim “Aufbau” die Erlaubnis erwirken wollten, zu gestatten, dass wir gleichzeitig mit ihm ihre Kurzgeschichten veroeffentlichen duerfen. Sie koennen dem “Aufbau” mitteilen, dass wir uns selbstverstaendlich streng an das von ihm bestimmte Datum der Veroeffentlichung halten werden. Da wir einmal bei “Kurzgeschichten” sind, moechten wir bemerken, dass unter uns auch noch eine andere bekannte Verfasserin von Kurzgeschichten lebt, naemlich “Poli Tik”. Viele unserer Leser werden sich sicher noch an diese Autorin des Ullstein- Verlages erinnern und wuer.. den es sicherlich gleich uns mit Freuden begruessen, wenn die Verfasserin gelegentlich uns einen huebschen Beitrag liefert. Wir wollen ihr Pseudonym zunaechst noch nicht lueften. haben allerdings wenig Glauben, dass es in Chile moeglich ist, ein Incógnito laengere Zeit zu wahren. Das ganze chilenische Emigrantentum ist ja schliesslich doch nichts Anderes als eine grosse Kleinstadt! Teil PRESSE - UMSCHAU DTE CHILENISCHE TA¬ GESPRESSE hat. anlaesslich des zweiten Unabhaengigkeitstages von Israel journalistisches Material veroeffentlichti, das im Grossen und Ganzen alles"' uebertrifft. was man an Interesse und Sympathie erwarten durfte. Von den Santiagoern Zeitungen verdient an erster Stell» “La Nación” genannt zu werden, die sowohl am 9.9,. Anril wie auch am darauffolgenden Tage viele Snslten mit Information und B°rioV|t,on aus Israel fuellte. Pb Ai»ond7aitung “El Imnarciel” zeichnete sich durch einen hervorragenden Leitartikel aus: ebenso war “T.” w~r»” der Riot.t de! Radikalen Par+m. s»hr mit aufgemacht. “Fi Mercurio” hatte uns leid°r etwas allzu Spaerlich h<»da»ht:; mH einem F!!d mn ,T°rus°tom_ also immerhin von Jerusalemauf dar prefon .Qpiifjg und einer Botschaft B»n Chi. rirvns auf d°r Le*tart!kriselte. n-»-»7 b°SOndora Brwaehnung vordtont wie im Voriahre, “El Mercurio” von Valparaiso. d»r auf vier Seiten e'ne Fuelle von Interessantem und, was mehr ist. originellem Material in hervorragender graphischer Aufmachung brachte und ohne ieden Zweifel sich in dieser Hinsicht an die Spitze stellte. (Fortsetzung auf Seite 17) J

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