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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1950-05-01 · 5 (Mayo, 1950) · p. Seite 11

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XII (1950)
Issue
5 (Mayo, 1950)
Date
1950-05-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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BOLETIN INFORMATIVO 11 Menaei Karger: Der Staatsfeiertag van Metullah bis Eilath WIR BAUEN UNSEREN KIBBUZ! Sonderbericht fuer das “Boletín Informativo” Sarid, Israel, Ende April 1950. Fast genau ein Jahr nach ihrer Alijah hat jetzt die zweit© von der Hachscharah des Haschomer Hatzair aus Chile nach Israel gegangene Gruppe (Irgun Beth), ihre endgueltige Heim- 1 staette gefunden. Anfang Mai siedeln die ersten 21 Chawerim und 1 drei Babys unseres chilenisch-uruguayischen Garin aus Sarid, wo 1 sie seit ihrer Ankunft lebten, nach RAMOT MENASCHE ueber. * Dies ist ein ganz junger, im Aufbaustadium befindlicher Kibbuz, dreiviertel Stunden im Auto von Haifa entfernt, auf der Hochebene des Efraim-Gebirges; landschaftlich sehr schoen gelegen. Der klimatisch guenstige, inmitten einer Bergkette gewaehlte Platz erhebt sich 100 m. ueber dem Emek und oeffnet einen weiten Durchblick ueber das Land bis zum Meer. Bisher befindet sich in Ramot Menasche eine Gruppe junger Polen, vorwiegend Ueberlebende der juedischen Partisanen, sowie einige aus Bulgarien stammende Chawerim, die bereits tuechtige Vorarbeit geleistet haben: Es stehen vier Holzhaeuser, ein provisorischer. Wasserturm, ein Stall, auch die Fundamente eines Speisesaals und die Plaene fuer die ersten Steinhaeuser sind fertig. Mit der Viehzucht ist ein Anfang gemacht, Kuehe und eine Schafherde sind vorhanden, ebenso maschinelle Einrichtungen (Traktoren, 2 Lastautos, Camioneta, Dynamo) und eine Tischlerei. Doch uns bleibt genug zu tun, vor allem in der Urbarmachung des Bodens, der Pflanzung von Waeldern und Nutzprodukten und der Loesung des Bewaesserungsproblems (Trinkwasser ist vorhanden). Alles in allem sind wir davon ueberzeugt, dass wir mit unserem Rollen Einsatz hier das schaffen koennen, was wir uns immer ertraeumt haben: einen eigenen, unabhaengigen Kibbuz auf dem geheiligten Boden von Eretz Israel. Wir wollen, wie unsere Vertreter dem Waad Hapoel (Obersten Arbeiterrat) erklaerten, alles dazu tun, hier ein Haus der Bewegungen Chiles und Uruguays schaffen. ___ Der zweite Jahrestag der Proklamierung des Juedischen Staates fiel in diesem Jahr auf einen Schabbath und wurde im ganzen Land auf Sonntag verlegt. So war der ganze Jischuw eigentlich drei Tage lang in einer festlichen Stimmung. Schon am Freitag Nachmittag verabschiedeten sich die Leute mit dem traditionellen “Chag Sameach” und es war am Tone dieses “Chag -Sameach” (Froehliches Fest), zu erkennen, dass er mit einer ganz besonderen Inbrunst gesagt wurde, wie es nur an sehr hohen Feiertagen ueblich ist. Am Freitag Abend wurden in den Synagogen die “Hakafoth” (Rundgang mit der Torarolle) mit besonderer Zeremonie — wie am Simchath Torah — vorgenommen. Das Rabbinat hat alle Synagogen beauftragt, besondere Dankgebete an diesen Tagen abzurichten. Fuer Sonntag —den Staatsfeiertag— hat das Rabbinat die besondere Formel der Begruessung “Moadim Lesimchah ule Geulah haschlemah Bejar-uschalajim habnujah” (Zeitpunkt der Freude und der vollstaendigen Erloesung im aufgebauten Jerusalem) festgesetzt. Das Rabbinat hebt in seiner Anweisung hervor. dass es eine besondere Mizwah ist an diesem Tag ein Feiertagsmahl einzunehmen mit Feiertagskerzen auf dem Tisch und Festkleidung 'anzulegen. Noch bevor dieser Aufruf des Rabbinats in seinen Einzelheiten dem Volke bekannt wurde, befand sich dieses schon in gehobener Feiertagsstimmung. In Jerusalem stroemten die Mengen nach der King George Strasse, um den Vorbereitungen fuer die grosse Tribuene beizuwohnen. In der Naehe des Gebaeudes der Sochnuth und der Fonds und der Jeschurun-Synagoge wurde die grosse Tribuene errichtet, auf welcher der Ministerpraesident, Mitglieder der Regierung, der Generalstabschef und prominente Gaeste den Salut der Parade des Israel-Heeres entgegennehmen sollten. Es war dies die einzige Militaerparade dieses Jahres. Die Juden Jerusalems, die in dem Unabhaengigkeitskampf Israels am meisten gelitten und ihr Bestes gegeben hatten, wissen das Glueck des Wiederauflebens von Jerusalem und seiner Einverleibung in den Juedischen Staat zu wuerdigen. Schon am Freitag frueh befand sich Jerusalem fast in einer Extase und ein Meer von Fahnen, Wimpeln und Embleme des Staates bedeckte die Haeuser. Freitag vormittags bevoelkerten die juengsten Buerger Jerusalems —die Schueler der Kindergaerten und Schulen— den Stadtgarten Jerusalems und ueber 4.000 Kinder wurden vom Bürgermeister Auster begruesst. Am Eingang des Gartens wurden die Kinder von der Mutter des Generalstabschef empfangen und jedes Kincf .erhielt eine Bombontuete. Diese Feier zeichnete sich auch durch eine mustergueltige Ordnung aus, die von 10-11 jaehrigen Schueler-Polizisten aufrechterhalten wurde. Die eigentlichen offiziellen Feierlichkeiten haben am Schabbata u s g a n g ' mit den durch das Radio uebertragenen Ansprachen des Staatspraesidenten Weizmann und Ministerpraesidenten Ben Gurion begonnen. Die Zuhoeren waren sehr geruehrt von den Worten des Staatspraesidenten: “Seh Hajom assah Adonaj nagilah, inissmechah bo”. Nachog Besasson et Hajeschuah hag’dolah”. (Diesen Tag hat Gott dazu gegeben damit wir jauchzen und uns freuen. Lasset uns feiern in Freude die grosse Hilfe, die uns das Schicksal erteilt hat). Diese Worte waren der Auftakt zu den Freudenfeiern im ganzen Lande. Von Metullah, dem aeussersten Punkt im Norden bis Eilath (Akaba) am Roten Meer wurden in allen Punkten Freudenfeuer angezuendet. Auf grossen oeffentlichen Plaetzen sind durch die oertlichen Verwaltungen besondere Vorkehrungen zur Veranstaltung von Volksfesten getroffen worden. So sind in Tel Aviv an fuenf verschiedenen Punkten der Stadt Buehnen fuer Musikkapellen, Tanzvorfuehrungen, etc... errichtet worden, wo von Schabbathausgang bis Sonntag nachts fast ohne Unterbrechung Musik-, Gesang und Tanz. vorfuehrungen stattfanden. Es war ein Bild voll Freude und Ruehrung, wie auf den grossen Plaetzen Zehntausende den Vorfuehrungen beiwohnten und wie Hunderte von Jugendlichen Volkstaenze tanzten. Sowohl bei den spontanen Volkstaenzen wie auch bei den Aufzehrungen haben die neuen Einwanderer grossen Anteil genommen und oft den Veranstaltungen eine spezifider Tora schlechthin. An ihm steht nun im Mittelpunkt die Erwaehlung Israels mit allem, was mit diesem Gedanken und diesem Bewusstsein mitschwingt: die Verkuendung der zehn Worte des Bundes, die Ueber. gäbe der Tafeln des Bundes an Mosche und die Tora im Ganzen, in ihrer Wirklichkeit, in. der Iaee des Gesetzes und in der Bedeutung, die Tora und Gesetz fuer die Eigenart Israels und seine Erhaltung haben. Der Gottesdienst am Fest spiegelt diesen Behalt wieder, denn als Toravorlesung ist der Bericht von der Offenbarung am Sinai, von der Verkuendung der 10 Bundesworte bestimmt. Sie selbst werden inmitten der gesamten Vorlesung in einem besonders getragenen Ton vorgelesen, der ganz anders ist als die Melodie, die zum Vortrag dieses Abschnitts im Fluss der Wochenabschnitte des Jahres verwendet wird. Fuer die Vorlesung des ganzen Kapitels hat Rabbi Meir bar Jizchak, der zu Raschis Zeiten in Worms Vorbeter war (Mitte des 11- Jahrhunderts) eine kunstvolle Einleitung gedichtet. Sie war gedacht als Einfuehrung zum Vortrag des Targum, der arabisch-juedischenUebersetzung des Bibelkapitels, sie ist daher auch in aramaeischer Sprache gehalten. Nach dem Fortfall der Verlesung des. Targum behielt man diese Einleitung bei. Es . gab eine Kontroverse darueber, ob man sie vor oder nach dem ersten Vers der Bibelstelle sagen soll. In dieser Kontroverse spiegelt sich noch wider, dass sie einst nicht die hebraeische Vorlesung, sondern die aramaeische Uebertragung einleitete. Dort wo man im Zeitalter der Emanzipation und des Liberalismus die poetischen Einschaltungen in die Liturgie, die Pijutim, wegfallen liess, bleib auch die Einleitung von Rabbi Meir bar Jischak fort. Sie ist arachastisch, denn sie ist verfasst zu einer Zeit, da aramaeisch nicht mehr lebendige Sprache bei den Juden war. Sie preist in kunstvoller Sprache Gott als Schoepfer und Gestengebsr und sehe Note gegeben. So haben Tanzgruppen von neuen Einwanderinnen aus Jemen. Bulgarien, etc., viel zum Erfolg der Festlichkeiten beigetragen. So echt, gross und ueberragend kann nur die Freude eines Volkes sein, das selbst und unter grossen Opfern seine Unabhaengigkeit er- kaempft hat. (Von Seite 1) malt in gluehender Farbenpracht das Heil der Frommen in den Tagen des Messias aus. Sie beginnt mit dem Worte “akdamut” und wird nach diesem benannt- Die Melodie fuer das Stueck hat den Melodiecharakter des ganzen Festes entscheidend beeinflusst. Als Prophetenvorlesung fuer den Tag ist das erste Kapitel Jecheskel bestimmt, die Schilderung des “Thronwagens” Gottes, der Merkawa, die in der juedischen Mystik eine grosse Rolle spielt. Die innere Beziehung zur Schriftvorlesung ist die, dass in diesem Kapitel auch eine Offenbarung Gottes geschildert wird. Mit dem Fest ist von altersher die Lektuere des Buches Rut verbunden. Der Grund der Verknuepfung dieses Buechleins mit dem Wochenfest wird wohl der sein, dass in ihm von der Weizenernte die Rede ist. Das ganze Fest ist. wie oben ausgefuehrt, aus dem Erntedankfest herausgewachsen. Aus der Welt der Mystik stammt der Brauch, die Nacht zum Schawuoth-Tage wach zu bleiben und sich in ihr mit der Tora zu befassen. Der Brauch ist aelter als das fuer diesen Abend verwendete Buch “Tikum le schawuoth-Vervollkommnung in der Schavuoth-Nacht”. Die Ordnung dieser Nacht geht auf den Kabbalisten Jizchak Lurja zurueck. In dieser werden von allen Wochenabschnitten der Bibel und von allen anderen Buechern des Tenach jeweils der Anfang und das Ende rezitiert. Danach folgen Stuecke aus der Mischna und dem Sohar. Es soll damit zum Ausdruck gebracht werden, dass die Offenbarung sich nicht nur auf die 10 Bundesworte foe schraenkt, sondern dass alle Teile der Lehre eine unaufloesliche Einheit bilden, und dass Schawuoth ihnen allen gewidmet ist. Gewoehnlich wird das Lernen in dieser Nacht bis zum Morgengrauen ausgedehnt, und man laesst ihm gleich das Morgengebet folgen. (Nach Max Dinemann, gekuerzte Wiedergabe), Der neunte Band des “Goldenen Bu- GOLDENES BUCH ches” des K.K.L. wurde ietzt abgeschlossen; er enthaelt 10.000 Eintragungen. Davon stammte ueber die Haelfte —5329— aus Amerika, es folgt eine Zahl von 1061 aus Argentinien, England ist mit 795 und Kanada mit 749 vertreten. Das naechste Land in der Reihenfolge ist Erez Israel mit 681 Eintragungen. Suedafrika erbrachte 340, Australien 265, Mexiko 209, alle uebrigen Laender erreichten noch nicht die Zahl von 100. Nunmehr wurde der zehnte Band dieser Ehrenchronik begonnen. Der als “Befer Hamedinah” gedachte Sonderband erhielt bisher 1239 Eintragungen; hier steht Erez Israel mit 462 an der Spitze, darauf folgen die Vereinigten Staaten (242), England (142), Argentinien (121). Eintragungen aus anderen Laendern sind unter der Ziffer 100 geblieben. Das Landwirtschaftsministerium be- DRAINAGEARBEITEN reitet jetzt Drainage- und Irrigationsplaene fuer verschiedene Landesteile vor, damit mehr Boden unter Kultur genommen werden kann. Im Beisantale wird man Suempfe austrocknen und den salzigen Boden verbessern. Ferner will man in der Haifa Bay das Tal des Gaaton trockenlegen. Das Projekt fuer diese Gegend sieht die Sammlung von Quell— und Regenwasser vor, was zusammen 7 Millionen cbm. jaehrlich ausmachen wird, die fuer Irrigationszwecke dienen werden. Man Wird dadurch auch 6.000 Dunam mehr fuer Landwirtschaft gewinnen. 350 km. Strassen sind durch das Amt IM SUEDEN fuer Oaffentliche Arbeiten entweder neu gebaut oder repariert worden. Hunderte von Arbeitern wurden fuer solche Arbeiten in den abgelegenen Teilen des Landes angelernt. Die wichtigsten Aufgaben waren i der Bau von Bruecken und das Legen von Wasserrohren, weil diese moeglichst vor der Regensaison fertiggestellt sein sollten. Andere Wegearbeiten werden auch waehrend 'les Winters ausgefuehrt werden, sofern die notwendigen Arbeitskraeft * verfuegbar sind. Weitere Wegebauten werden an der Chaussée durch eien Jerusalemer Korridor vorgenommen, und in solchen Distrikten, lie man als spaetere Industriezentren in Aussicht genommen hat. i VOM ERNTEFEST... r (

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