Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XII (1950)
- Issue
- 5 (Mayo, 1950)
- Date
- 1950-05-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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BOLETIN! INFORMATIVO 9 r CHOR - ORCHESTER EIN MENSCH" DIE 3 GEMEINDEN UND DIE FEDERACION SIONISTA An anderer Stelle werden unsere Leser ueber die Schwierigkeiten innerhalb der Federación Sionista informiert. Wir wollen unserer Freude ueber die Bedeutung Ausdruck geben, die bei der Loesung dieser Schwierigkeiten die 3 Gemeinden Comunidad Sefaradí, S. C. Mazse und B’né Jisroel durch ihre Praesidenten gehabt haben. Dieser Tatbestand beweist die Bedeutung der Gemein, den innerhalb des juedischen Lebens in der'Galuth. Wir wissen nicht, welche Konsequenz es fuer das zionistische Leben in Santiago gehabt haettie, wenn es nicht gelungen waere, die existierenden Schwierigkeiten zu ueberbrueeken. Aber wir sind der Ueberzeugung, dass die Aufgaben die uns obliegen, wie Campañas, Erziehung unserer juedischen Jugend, Unterstuetzung der Alijah und Hachscharah sowie Pflege der juedischen Kultur nur in Harmonie und Eintracht durchgefuehrt werden koennen. Darum beglueckwuenschen wir die 3 Gemeinden, die im entscheidenden Moment verstanden haben, dass es ihre Pflicht ist, fuer Eintracht und Frieden in unserer Kollektivitaet zu sorgen. Vor allem fuer unsere \ B’né Jisroel hoffen wir, dass auch in Zukunft der politi-' sehe Parteienkampf in ihren | Reihen kein Platz finden wird und dass wir innerhalb des' chilenischen Jischuw die Stel-' lung einnehmen die uns zukommt ... I Bei den diesjaehrigen Feiern aus Anlass des Unabhaengig-, keitstages haben in hervorra-, gender Weise sowohl bei der; Feier der Federación Sionista! als auch beim Festakt der B’ne Jisroel und Unión Sionista der1 Chor der B’ne Jisroel und das Orchester der Federación SioJ nista mitgewirkt. Fuer jeden,' der dabei sein durfte, war dies ein besonderer Moment; der Freude. Wir sind damit im kulturellen Leben unseres! Jischuw einen grossen Schritt weitergekommen. Die Mitglieder des Chors und des Orchesters unter Leitung ihres Di-, rektors Erwin Herper werden empfunden haben, wie sehr ih-1 re Leistung Widerhall in den Herzen Aller gefunden hat.1 Wir hoffen dass beide auf dem einmal begonnenen Wege fortfahren werden und so( ihren Beitrag zur kulturel-1 len Weiterentwicklung unse.; rer juedischen Gemeinschaft leisten. Wenden wir unseren Blick von unserer Gemeinde fort und freuen wir uns an einer meschlichen Tat. Alle Zeitungen unserer Tage sind voll von deprimierenden Nachj richten ueber die Herzlosigkeit und Grausamkeit, deren! unsere Menschheit faehig ist. Selten nur hoeren wir von Personen, die jene Art der Liebe zu ihren Nebenmen- \ sehen zeigen, die unseren Glauben daran, dass Gott die Menschheit nicht verlassen hat, aufrecht erhaelt. | Ein Beispiel: Abbe Louis Salys. ein belgischer Priester,1 rettete 2 juedische Kinder aus Nazihaenden waehrend der deutschen Besetzung und! versteckte sie 2 Jahre lang. Er machte in diesen Jahren! niemals einen Versuch, sie zu’ seinem Glauben ueberzufueh-( ren. Im Gegenteil, er lehrte' sie hebraeische Gebete und,1 als eines von beiden das j Al t e r des Barmizwah er.! reichte, besorgte er ihnen Tefilim. Der aeltere der beiden! erwarb sich ein wenig Geld i durch landwirtschaftliche Arbeit und gab es dem Priester. Als die Stunde kam, da sie beide den Priester verlassen wollten, um nach Israel zu wandern, uebergab er ihnen jeden Cent, den sich das Kind erworben hatte —5.500.—, Franken—, obwohl er selbst ein armer Mann war. Ein juedischer Ingenieur in Israel, der die Geschichte hoerte, schrieb an den Priester und lud ihn ein, die Kinder zu besuchen. Die israelische Regierung besorgte ihm freie Passage in einem Flugzeug, um so ihre Wertschaetzung fuer diesen Mann zum Ausdruck zu bringen. Die Zeitschrift “The Reconstructionist” der wir diese in unseren Tagen maerchenhaft klingende Geschichte entnehmen, schliesst mit den Worten: “Die Geschichte einer solchen Persoenlichkeit fuehrt uns zu dem Gebet: Ken jirben — moechte sich dies vervielfachen”. Observador ESTADIO Unsere Leser haben eine Zuschrift erhalten, durch die sie aufgefordert werden, bei der Schaffung eines juedi-, sehen Stadion mitzuhelfen. Wer die Entwicklung des Makkabi in den vergangenen Jahren beobachtet hat, musste feststellen, dass die Foerderung des juedischen Sports in Santiago entscheidend durch den Mangel eines eigenen Sportplatzes gehemmt wurde. Wir begruessen die Idee unserer juedischen Jugend einen Platz zu schaffen, auf dem sie in sportlicher Kameradschaft sich koerper-' lieh entwickeln kann. Wer die Geschichte unseres Volkes kennt, weiss dass in alten Zeiten ein gesunder, Koerper genauso geschaetzt | wurde, wie die Gesundheit > des Geistes. Die Liebe, mit der | die Bibel die Heldentaten des Kriegers Gideon, des gewandten David, des athletischen Simson erzaehlt, ist ein Beweis fuer ihre Schaetzung von Munt und Kraft. Es liesse sich ueber dieses Thema viel erzaehlen. Schliessen wir diese kurze Betrachtung mit einem Wort aus dem beruehmt gewordenen Artikel Max Nordaus “Muskel-Judentum” mit dem er einen neuen Abschnitt in der Einstellung1 des juedischen Volkes zum1 Sport eingeleitet hat: “Bei, keinem Volksstamme hat der! Sport eine so wichtige erzieherische Aufgabe wie bei uns Juden. Er soll uns koerperlich und im Charakter aufrich-1 ten”. Um dies zu erreichen, braucht auch unsere juedische Jugend ein Stadion und wir hoffen, dass unsere Gemeindemitglieder nach besten Kraeften dabei helfen werden. AUS DER ARBEIT . . . EINHEIT IM ZIONISMUS Í In der Federación Sionista, der alle Institutionen und alle Parteien der Colectividad angeschlossen sind, haben lei- ¡ der im vergangenen Jahre gewisse Unstimmigkeiten bestanden, die sich vor der Wahl zum zionistischen Landeskongress erheblich zugespitzt haben. Wir bedauern die Existenz zionistischer Parteien in der Galuth ueberhauipt, die unserer Ansicht nach mit zionistischer Erziehung und der Unterste etzung von Hachscharoth und Alijoth der Jugend und der zionistischen Fonds ausreichend beschaef- (Von Seite 7) tigt sein koennte und hierzu keine Parteien braucht. Denn ueber diese Aufgaben des Galuthjudentums kann unter allen bewussten Zionisten keine Meinungsverschiedenheit bestehen. Da trotzdem, wenn auch nicht grundsaetzlichs, Differenzen vorhanden waren, haben sich die drei Gemeinden der Sefardim, der Ungarn und der unsrigen zur Vermittlung und wenn notwendig zur Schlichtung zur Verfuegung gestellt. Diese Schlichtung ist erforderlich geworden und wird, wie Ihnen wohl bekannt ist, durch ein Schiedsgericht, bestehend aus1 den Praesidenten der genanni ten Gemeinden, z-Zt. durch-i gefuehrt. Wir haben die begründete Hoffnung, in den naechsten Tagen Frieden und Eintracht innerhalb der Colectividad wiederhergestellt und die Voraussetzung fuer einen reibungslosen Verlauf des am kommenden Sonnabend beginnenden zionistischen Landeskongresses geschaffen zu haben. Israel ist nicht mit Sympathien und Liebeserklaerungen auch der Juden Chiles gedient, sondern nur mit einer Treue, die in Arbeit und persoenlicher Opferbereitschaft ihren Ausdruck findet. Erfolgreiche Arbeit aber kann nur in Einigkeit und Harmonie geleistet werden, die ihrerseits Entgegenkommen und Konzessionsbereitschaft erfordert. Wenn es dem Schiedsgericht gelingt, die Wiederherstellung einer einheitlichen Federación Sionista zu erreichen, dann wird auch den von den 3 Schiedsrichtern vertretenen Gemeinden ein grosser Prestigegewinn erwachsen. Unserer Gemeinde wird es ausserdem eine Bestaetigung dafuer sein, dass unsere bisherige Gemeindepolitik richtig war, naemlich Parteienkampf von ihr fern zu halten. Und wir werden, wenn es noetig ist, mit aller Energie dieses Prinzip aufrecht erhalten, um unsere ganze Kraft der Erfuellung der vielen und grossen Aufgaben zu widmen, die ich mir gestattet habe, auch in diesem Taetigkeitsbericht kurz zu skizzieren- TREUE ZU ISRAEL Meine Damen und Herren: wir feiern heute die zweite Wiederkehr der Unabhaengigkeit Israels auf seinem alten und historischen Boden. Wir gruessen an diesem nationalen Festtag in Verehrung und Dankbarkeit unseren ehrwuerdigen Praesidenten Prof. Chaim Weizmann, den unermüdlichen Regierungschef Ben Gurion, die gesamte Redenme- und unsere Brueder DAS NEUE SCHULJAHR Am 20. April hat die Religionsschule der Sociedad Cultural Israelita “B’ne Jisroel” ihren planmaessigen Unterricht aufgenommen. Bis zu diesem Zeitpunkt halben sich ca. 65 Kinder eingeschrieben und sind in 4 Klassen eingeteilt worden. Die Anfaenger-Gruppe hat am Sonntag vormittag von 11—12.30 Uihr Unterricht, die fortgeschrittene Gruppe die in 2 Abteilungen geteilt ist, am Sonntag vormittag von 9.30 — 11 Uhr. Der Unterricht fuer eine Gruppe 13- und 14-jaehriger Jungens und Maedchen ist fuer Mittwoch nachm, von 5.30 bis 7 Uhr festgesetzt worden. Fuer die Kinder in Los Leones findet der Unterricht am Donnerstag nachm, von 5.30—7 Uhr im Hauses des Herrn Hermann Baron, Cirujano Guzmän 66 (Providencia), statt Ausserdem beabsichtigen wir, einen Iwrith-Kursus am Mittwoch nachm, von 5. bis 6.15 Uhr einzurichten, an dem alle Schueler teilnehmen koennen. Am Beginn des Schuljahres haben wir ueber 100 Briefe an Eltern, die Kinder im schulpflichtigen Alter haben, abgesandt, von denen ueber 40 bisher unbeantwortet geblieben sind- Das ist umsomehr zu bedauern, als es sich bei letzteren in der Mehrzahl um Kinder im Alter von 8 und 9 Jahren handelt, fuer die jetzt der geeignete Zeitpunkt gekommen ist, um sie in die hebraeische Sprache und Judentumskunde einzufuehren. Wir richten nochmals an diese Eltern einen ernsten Appell und hoffen, dass sie die Kinder in Zukunft zum Unterricht schicken werden. Was den Unterricht selbst anbetrifft, so muessen wir die Eltern darum bitten, darauf zu achten, dass die Kinder puenktlicher als bisher zum Unterricht erscheinen, und dass sie auch weiterhin angehalten werden, die wenigen Schularbeiten, die ihnen aufgegeben werden, ausufuehren. Auf Grund der grossen Schwierigkeitn, die aus den verschiedenen Schulbesuchen und Zeitfragen resultierem, ist es uns in keiner Gruppe in diesem Jahre moeglich, den Unterricht Zweimal woechentlich zu geben; umsomehr muessen/ wir darauf achten, dass der nur einmal stattfindende Unterricht regelmaessig und mit durchgefuehrten Schulaufgaben besucht wird. Denn nur dann ist eine gewisse Gewaehr dafuer gegeben, dass die Kinder im Laufe eines Jahres Fortschritte machen koennen. Von Zeit zu Zeit werden wir an dieser Stelle einen Bericht darueber geben, ob der Appell, den wir an alle pflichtbewussten juedischen Eltern richten, von Erfolg gekroent gewesen ist. und Schwestern, den Jischuw in Israel. Und wir wollen an diesem Tage uns selbst das Geloebnis ablegen, auch im kommenden und weiteren Jahren zu wirken fuer eine starke Galuthaemeinde. die gewillt und befaehigt ist, in Einheit und Eintracht mitzuarbeiten an der Erhaltung unseres religioesen und national uedischen Lebens in Liebe und Treue zum juedischen Volk und zur Medinath Israel. ZEICHNET AKTIEN FUER DAS ESTADIO: ISRAELITA