Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XII (1950)
- Issue
- 5 (Mayo, 1950)
- Date
- 1950-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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üumôSû - - - ■■ --—z===~=-— ::--—- ' Mayo. 1950 ~ -Año XII _N.o 5 _Santiago de Chile_ ' BOLETIN INFORMATIVO REDACCION: S.c. I. B’NE jisroel AV. PORTUGAL 810. TEL. 33096 CASILLA 2487. SANTIAGO CHILE MITTEILUNGSBLATT Vom Erntefest zum Fest der Offenbarung Das Schawuoth-Fest ist in seiner j biblischen Herkunft ein Erntefest wie die beiden anderen Wallfahrtfeste- Es fuegt sich zum Pessachfest als dem 'Dankfest der Gerstenernte und dem Sukkothfest als dem Dankfest der Obsternte. Es ist also in seiner alten Gestaltung eines der Feste in denen die starke Verbundenheit Israels mit seinem Lande zum Ausdruck kamt und es war bestimmt durch den Rhytmus des Landlebens in Erez Israel und durch die mit der Weizenernte, der Haupternte des Landes bestimmten Gegebenheit. Jede fromme Handlung an diesem Fest nimmt nach dem biblischen Gebot Bezug auf dieses fuer Land und Menschen wichtige Ereignis. Das spiegelt sich noch in dem Namen wider, den Mischna und Talmud zumeist fuer das Fest haben. Sie nennen es “Azeret”. Schlussfest, obwohl dieser Name in der Bibel fuer den Schlusstag nach dem Huettenfest verwendet wird. v Es ist natuergemaess, dass die Beziehung auf die Ernte, das Bestimmtsein durch den Rhythmus des laendlichen Lebens ins Schwinden geraten musste, als man des Landes verlustig ging und die Abwanderung aus Erez Israel unaufhaltsam wurde. Alle Feste gewannen damals eine Beziehung zur Geschichte Israels¬ und wo diese Beziehung schon seit langem gegeben und im Volksbewusstsein verankert war, wurde sie jetzt die hauptsaechliche, die tragende. Das Wochenfest wurde jetzt in der Hauptsache zu dem Fest der Offenbarung am Sinai. Es wurde zur Feier der Erinnerung ap den Tag, an dem vom Sinai aus die zehn Worte des Bundes erklangen. Dass die Verkuendung der Bunj desworte an diesem Tage dem sech-1 sten des dritten Monats, des Monats Siwan geschah, ergab sich aus einer bestimmter! Auslegung des biblischen Berichts im Zweiten Buch der Tora. Dort heisst es, dass die Kinder Israel am ersten Tage des dritten Monats nach der Wueste Sinai kamen. Mosche stieg empor und Gott kuendete ihm die Erwaehlung Israels an, die an die Bedingung des Gehorsams gegen Gottes Wort geknuepft war. Das tat Mosche Israel kund, und die Soehne des Volkes antworteten: “Alles was Gott spricht, wollen wir tun”. Die Worte des Volkes brachte Mosche an Gott zurueck. Nun kuendete Gott ihm an, dass er sich am dritten Tage dem Volke offenbaren werde und dass das Volk sich darauf vorbereiten soll e. Die “Mechi’ta’. der aelteste Kommentar zum zweiten Buch Moses nimmt fuer die Ankunft, das Hinaufsteigen zu Gott und die Ueberbringung der -Antwort je einen Tag an, und so ergibt sich der von der Ansetzung der Vorbereitungszeit an zu errechnende dritte Tag als der sechste des Monats Siwan. Durch die Verbindung mit der Offenbarung erhielt der Festtag einen ganz anderen Inhalt. Er wurde in besonderem Masse vergeistigt und neu ist er der Festtag (Fortsetzung auf Seite 11) Schawuoth in der Tradition SATZUNG VOM SINAI In jener Stunde, da Mosche in die Hoehe stieg, um die Tora zu empfangen, sah er den Heiligen, gesegnet sei er, wie er Kroenchen auf die Schriftzeichen des Buches setzte. Er fragte nach dem Grunde und erhielt die Antwort: Ein Mensch wird kommen, am Ende einer langen Kette von Geschlechtern, mit Namen Akiwa ben Josef; der wird auf jedem einzelnen Strichlein Berge von Gesetzen errichten. Da sagte Mosche: Herr der Welt! Lass mich ihn sehen! Und Gott hiess ihn nach rueckwaerts sich wenden. Da war er im Lehrhause Akiwas und sass in der achten Reihe; er verstand nicht den Sinn der Dinge, die_ sie dort besprachen und _eich_ _ ”' r fuehlte seine Kraft geschwunden. Die gelehrte Auseinandersetzung aber gelangte an eine Stelle, die der Erlaeuterung bedurfte; die Schueler Akiwas fragten ihren Meister; Wo stammt diese Deutung her? und er erwiderte ihnen: Sie ist nach unserem Meister Mosche am Sinai ueberiiefert worden. Als Mosche das hoerte, ward er wieder ruhigen Sinnes. (Babyl. Talmud, Menachot 29 b). MOSCHE BEN MAIMON UEBER DAS LERNEN Unter allen Geboten gibt es keines, welches das Toralernen aufwiegt, umgekehrt aber wiegt das Toralernen alle anderen Gebote auf. Denn das Lernen fuehrt zur Tat; darum geht ZLim iLmterest feta ppp la ¡PP ... und alles was du mir geben wirst, verzehnten will ichs, verzehnten dir!... (Bereschit, 28, 17) allerorten das Lernen dem Tun vor. Dereinst muss der Mensch zuerst ueber das Lernen Rechenschaft ablegen, dann ueber seine uebrigen Werke. Darum sagten die Weisen: “Immerdar beschaeftige sich der Mensch mit der Tora, sei es um ihrer selbst willen oder nicht; denn wenn es auch zunaechst nicht um ihrer selbst willen ist, so kommt er doch dahin, es um ihrer selbst willen zu tun. (Mosche ben Maimon, Mischne Tora, Hilchot Talmud Tora III 3,5). CHAVUOTH IST DAS WICHtnorrr WDWfTl?l?l?CT TVIT.S .TAH- GEBEN UND NEHMEN Man fragte den Kozker: “Warum wird das Fest der Offenbarung die Zeit der Verleihung unserer Tora genannt und nicht die Zeit des Empfangs der Tora?”. “An dem Tag”, antwortete er, “an den das Fest erinnert, ■geschah das Geben, aber das Nehmen geschieht zu jeder Zeit. Gegeben worden ist allen im gleichen Mass, aber sie haben nicht im gleichen Mass genommen”. (Martin Buber) DIE KETTE Rabbi Mordechai von Lechowitz sagte zu seinen Schuelern: Der Zaddik kann keine Worte der Lehre sprechen, er binde denn zuvor seine Seele an die seines toten Lehrers oder des Lehrers seines Lehrers. Dann schliesst sich Glied an Glied, und die Lehre stroemt von Mosche zu Jehoschua, von Jehoschua zu den Aeltesten, und so fort bis zu seinem Lehrer, und von dem zu ihm. (Martin Buber)