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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1950-02-01 · 2 (Febrereo, 1950) · p. [Seite]

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XII (1950)
Issue
2 (Febrereo, 1950)
Date
1950-02-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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SOCIEDAD CULTURAL ISRAELITA B ’ N E J I S R O E L BOLETIN LUNGSBLATT INFORMfíTI YO Redacción: S. C. I. B'ne Jisroel, Avda. Portugal 810 — Tel. 33096 — Casilla 2487 Año XII — N.o 2 SANTIAGO DE CHILE Febrero, 1950 . Eie altes Fest mit neuem Sinn Neujahr der Baeume 15. Sclnvat — 2. Februar 1950 Tel Chaj Gedenktag 11. Adar — 28. Februar 1950 Fasten Esther 13. Adar — 2. Marz 1950 Purim 14. Adar — 3. Maerz 1950 Von SCHALOM BEN CHORIN “Tubischwath higia — Chag lailanoth” singen unsere Kinder. Der 15. Schwath ist gekommen, das “Chag” (=Fest) der Baeume. Und sie ziehen in Schulklassen auf freie Plaetze Vor der Stadt oder Siedlung und pflanzen junge Baeume, sich der Heiligkeit dieses Werkes bewusst, gemaess dem talmudischen Worte: “Rabbi •Jochanan Ben-Sakkai lehrte: Wenn du einen Setzling in Haenden haeltst und es wird dir angesagt, dass der Messias gekommen sei — pflanze erst und dann begruesse den Gesalbten”. Wir kennen das “Neujahrfest der Baeume” als den frohen Tag der Schuljugend, die an diesem Feste zugunsten des Keren Kajemeth Lejisrael Baumpflanzung unter Gesang und Tanz vornimmt, aber es lohnt einen Blick zu werfen auf die historischen Quellen des Festes. Sie sind ah sich sehr spaerlich. Der Mischna-Traktat Rosch Haschana (I, 1) ueberliefert uns eine Meinungsverschiedenheit zwischen den Schulen Schamais und Hilleis. Die erstere lehrte, dass das Neujahr der Baeume am 1. Schewath stattfindet, dis letztere legte den 15. Schewath fest. Die Halacha (=Entscheidung) ist, wie meistens, gemaess der Lehrmeinung der hillelschen Richtung. Diese Festlegung des Baum-Neujahrs, d, h. des Tages, an welchem der Saft wiederum in die vom Winterfrost erstarrten Baeume steigt, hatte gesetzliche Konsequenzen fuer die Bestimmung der Zeitgrenze fuer die Abgabe des Zehnten (Maasser) des Obstes und der Festsetzung des Armen-Zehnt (Maaser-schheni oder Maaser-oni). Vermutlich haengt das Fest urspruenglich mit der Wintersonnwende zusammen. In der spaeteren Ueberlieferung schliesst sich die legendaere Vorstellung an, dass an die- - sem Tage Gericht lieber die Baeume gehalten wird wie am Jomkippur ueber die Menschen: Gott bestimmt, welche Baeume bluehen und welche faulen, welche verdorren und welche gefaellt werden sollen. — Diese Legenden zeigen das innige Verhaeltnis des Juden zu Natur und insbesondere zum Baume, der ja in unserem Lande immer rar gewesen ist und daher auch im altisraelitischen Kriegsrecht besonders geschuetzt wurde. (Deut. XX, 19). Als festlicher Brauch wird uns zu diesem Tage im Talmud nur ueberliefert, dass man an diesem Tage fuer neugeborene Knaben eine Zeder pflanzte und fuer Maedchen eine Akazie. In der synagogalen Liturgie hat der 15. Schewath an sich keine besondere Berücksichtigung erfahren, jedoch unterbleibt an ihm — wie an allen freudigen^Tagen — das leise Buss- und Bittgebet “Tachanun”. Der sefardische Ritus allerdings hat ein besonderes Ritual fuer den 15. Schewath geschaffen, niedergelegt / > ■ .* * '* -A- '"""'rn&ssqi 'Wenn du einen Setzling in Haenden haeltst und es wird dir angesagt, dass der Messias gekommen sei-pflanze erst und dann begruesse den Gesalbten". in dem Buche “Sepher Pri Ez-Hadar”, das in die Reihe der Tikkunim- Literatur gehoert, die aus dem 16. und 17. Jahrhundert stammt und kabbalistischen Ursprungs ist. Bekannter sind die Tikkunim fuer die Naechte des Wochenfestes (Tikkun Lejl-Schawuoth) und des letzten Tages des Huettenfestes (Tikkun Lejl Hoschana-Raba). Waehrend diese Tikkun-Anthologien Stuecke aus dem Pentateuch, dem Psalter, der Mischna, dem Sohar und prophetische Texte vereinigen, ist das “Sefer Pri Ez-Hadar” in 15 Abschnitte eingeteilt, gemaess dem 15. Tage im Monat Schewath. Es ist Brauch, eine festliche Mahlzeit mit moeglichst vielen, am besten eben 15 Obst-Sorten zu veranstalten, und nach dem Genüsse jeder Fruchtgattung wird ein Abschnitt aus dem gedachten Buche feierlich rezitiert. Die Einleitung bildet jeweils einer 3er 15 Stufenpsalmen (Shir-Hammajoth, Psalm 120-134). Die Mythische Bedeutung verschiedener Fruechte wie der Traube, des Johannisbrotes, der Dattel und Feige sowie des Ethrog wird besonders hervorgehoben. Der Ethrog wird vom Sukkoth- Fest in eingemachter Form aufbewahrt und am 15. Schewath in der festlichen Abendmahlzeit mit verspeist. In der Golah wurde das Neujahrsfest der Baeume als besonders merkwuerdig empfunden, weil es dem Juden so recht die Bitternis der Galuth vor Augen fuehrte. Ruehrend ist es etwa in den Jugenderinnerungen von Schmaryahu Lewin “Kindheit im Exil” zu lesen, wie er als kleiner Cheder-Schueler es so schmerzlich empfand, ein erstes Fruehlingsfest mitten im bittersten russischen Winter zu begehen, wo von Auferstehung der Natur noch gar keine Rede sein konnte. I. L. Pérez schildert, wie ein Schamasch im Walde die verschneiten Baeume am 15. Schewath fuer Beter in Sterbekleidern des Jomkippur haelt und das Aechzen der Aeste als Gebet der Baeume deutet. (Fortsetzung auf Seite 9)

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