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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1949-12-01 · 12 (Diciembre, 1949) · p. Seite 17

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XI (1949)
Issue
12 (Diciembre, 1949)
Date
1949-12-01
Page
Seite 17 (sequence 17)
Language
German
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BOLETIN INFORMATIVO 17 BUECHER - ECKE Der Fakt mit dee Teufel Zu MAX BRODS “UNAMBO”, Vor zwei Jahren ueberraschte Thomas Mann die Welt mit seinem “Doktor Faustus”, jenem gewaltigen Epos, in dessen Mittelpunkt der Pakt der deutschen Menschen mit dem Teufel steht. Und nun folgt ihm Max Brod auf diesem dantesken u. goetheschen Weg in die Unterwelt, aber selbstverstaendlich wechselt die Szenerie und Max Brod beschreibt den Pakt des juedischen Menschen im heutigen Tel-Aviv mit Satan, dem Fuersten der Hoelle. Das ist der symbolisch-mythische Hintergrund von Brods neuem Roman aus dem juedischarabischen Krieg: UNAMBO (Zuerich 1949, Steinberg-Verlag 302 S.). In ueberaus merkwuerdiger Weise verbindet dieser Roman ein Stueck lebendiger Zeitgeschichte mit mythischen Vorgaengen der Zeitlosigkeit. Reportage (im besten Sinne) und Svmbolik sind hier in einmaliger Weise miteinander verkoppelt. Manche Zuege in der Darstellung solcher Doppel-Welt erinnern an Gustav Meyrink, dem Brod in seiner Jugend nahestand, starker aber wird vielleicht der Einfluss E. A. Poes spuerbar und vor allem des Meisters der Gespenstergeschichte E. Th. Hoffmann. Chamissos beruehmtes Maerehen vom “Mann ohne Schatten” und die Prager Stadtsage vom “Studenten von Prag” (Brods Heimatstadt), der sein Spiegelbild dem Teufel verkauft und endlich Werfels “Spiegelmensch” treten wieder in unsere Erinnerung, wenn wir hier die seltsamen Schicksale des Film-Regisseurs Helfin lesen, der in Tel-Aviv sich halbunbewusst dem Teufel verschreibt. Der Satan tritt freilich nicht zum ersten Male in Max Brods Werk auf; er mukte schon in seinem Jugendwerk “Tod den Toten” (1902-1906) und als dm- Portuvon Schalom Ben-Chorin giese Guachen trat er ferner in Brods ersten unvergesslichem Roman “Schloss Nornepygge” hervor. Auch die bekannte Novelle Brods “Die erste Stunde nach dem Tode” und sein Roman “Das grosse Wagnis” spielen in jener unheimlich — imaginativen und phantastischen 'Welt, welche die eine Seite des Romans ausmacht, waehrend’ die andere das Geschehen der Staatswerdung Israels getreulich spiegelt. Helfin schliesst den Pakt mit dem Gottseibeiuns nicht mittels eines Vertrages —sondern ganz modern!— durch eine Maschine. (Satanisches Element in der Technik!), eben den Unambo-Apparat, ein Zauber-Theaterchen eigen ster Praegung. Was ist des Menschen bester Teil? Sein freier Wille, die Moeglichkeit sieh zu entscheiden. Nur der Mensch kann bewusst gut oder boese handeln. D'eses - vi-itscheiden-koennen macht ihn zum ethischen Wesen. Und gerade dieser seiner ethischen Entscheidungs-Struktur entrueckt ihn Unambo, das Teufelwerkzeug. Denn mittels des Apparates £ann der Held Helfin sich von allen Entscheidungen druecken. In jeder Situation kann er positiv und negativ reagieren, kann er gut und bo'ese zugleich handeln. Er verdoppelt sich naemlich und lebt sein Leben zwei Mal; einmal in der strengen, aber guten Atmosphaere der Helden der Burmastrasse nach Jerusalem und der Verteidiger des Galil und andererseits zugleich in der trueben Welt der Schieber, Spekulanten und Spione der Tel-Aviver Halb — und — Unterwelt. Dass eine “Frau” nach der man sich sehnt” bei alledem die Hand im (unsauberen) Spiel hat. versteht sich bei Brod von selbst. Diese Bianca Petry tritt wuerdig zu den unvergesslichen Frauengestalten Brods, schillernd und verfuehrerisch, simpel und kompliziert zugleich. Helfin zerbricht natuerlich an dem Teufelsspuk, auf den er sich eingelassen hat. Aber ln seinem besseren Sein hilft er das Land Jisrael retten und den neuen Staat aufzurichten und in seiner duesieren, zweiten Existenz — ein hehTOoiso.hpr Jpkvli und Hyde— richtet er wenigstens keinen grossen Schaden an. Brods Teufel ist uebrigens ein juedischer Teufel! Dem christlichen Satan kaeme gerade diese i'orni der Verfuehrung, Unambo, nicht in den Sinn, weil das Christentum ja die Freiheit des Willens nur aeusserst beschraenkt anerkennt, naemlich “allein in aeusserlichen Werken”. Das Judentum haelt aber an der freien sittlichen Entscheidung fest und deshalb nimmt der Teufel zu Tel-Aviv gerade diese Faehigkeit von seinem Opfer. Brcds Buch schildert Menschen und Landschaft, Kaempfe und Probleme Israels in ueberzeugender und oft atemberaubender Weise und vertieft gleichnishaft seinen Bericht, gemaess der Maxime: “Unser Staat wird rein sein, oder nicht sein”, denn wie am Schlüsse des Buches hoffnungsvoll angedeutet wird: “Vielleicht bedeutet unser Staat auch einen Schritt, ja sei es nur ein Schrittchen, in der iveWung zu jenem Koenigreich des Himmels hin”. Das ist die letzte Hoffnung und Weisheit dieses kuehnen und merkwuerdigen Buches, das Traum und Wirklichkeit Israels vor uns hinstellt als ein gewaltiges Gleichnis der Zeit. (“Jedi^th ISRAEL UND DIE GOLAH... (Von Seite 9) Volk, das sich in Israel sammelt und organisiert. So schreibt ein englischjuedischer Verfasser, Joseph Leftwich, in einem polemischen Aufsatz ueber die englischen Juden und den Staat Israel, der vor kurzem in der Zeitschrift “The Jewish Monthly” erschien, dass man von einer Galuth in England ln dem Sinne spreche, als ob die Juden dort unter Zwang lebten und das Land nicht verlassen duerften. — Dies ist selbstverstaendlich eine voellige Verkennung des Begriffes der Galuth, gegen den der Autor daher auch mit vollem Recht polemisiert. Im Gegenteil ist es denkbar, dass Juden ein Land nicht verlassen duerfen, ohne dass sie sich deshalb als unter Zwang stehend empfinden, ja dass moeglicherweise ihr Galuthbewusstsein in dem betreffenden Lande erheblich abgeschwaecht ist. Sowjet-Russland ist ein Beispiel hierfuer. Wenn der Zionismus vom Galuthbewusstsein spricht, so meint er damit in keiner Weise, dass ein Zustand der Knechtung durch ein anderes Volk vorliegt. Der genannte Verfasser fordert demgegenueber, dass diejenigen Juden, die ausserhalb Palaestinas leben, weiter ihre Wurzeln in dem Lande haben muessen, in dem sie wohnen. Er glaubt, dass das menschliche Herz Raum fuer mehr hat als eine Loyalitaet und weist auf die zionistischen Mitglieder der Labour-Party im britischen Unterhaus als Beispiel hierfuer hin. Die britischen Juden muessen Juden bleiben und dies in dem Lande, in dem sie leben. Sie duerfen sich nicht der Art von Nationalismus unterwerfen, von dem man gesagt hat. ein Jude brauche nur nationales Gefuehl, er muesse den Schekel bezahlen und die Hatikwah singen und dann sei er von allen Vorschriften der Thora befreit. Dem gegenueber muesse die juedische Gemeinschaft den “Judaismus” aufrecht erhalten, d.h. den juedischen Glauben. POSITIVE WERTUNG / Diese Argumentation zeigt die I ganze Unsicherheit nicht nur dieses Autors, sondern weiter Schichten des auslaendlschen Judentums. Der juedische Glaube? Wenn er vorhanden ist, dann umso besser. Aber wo ist dieser Glaube eine wirkende Macht im taeglici#en Leben bei den breiten Schichten des westlichen Judentums? Es muss also noch etwas anderes hinzukommen. Ist es das nationale Bewusstsein? Vielleicht auch dieses, wenn es sich in mehr offenbart als im Singen eines Liedes oder im Zahlen eines Beitrags. Wir glauben, dass das Bewusstsein der Gaiulhexistenz hier eine entscheidende Bedeutung haben kann. Dann mag der Jude in seinem Heimatlande verwurzelt sein. Er mag teilnehmen am Leben des Volkes, er mag loyal sein im vollen Sinne dieses Wortes. Aber in seinem Bewusstsein wird eine Grenze bestehen, die ihn hindert, sich selbst zu verlieren. Die Existenz des Staates Israel kahn fuer die Erhaltung oder das . Entstehen eines solchen Bewusstseins von groesstem Wert sein. Es ist der Stachel im Gewissen des einzelnen Juden, das unuebersehbare Etwas, das immer gegenwaertig ist und das er nicht uebersehen kann, auch wenn er vielleicht einmal versucht hat, sich selbst zu entfliehen. Dies ist die Funktion Israels fuer das Volk in der Welt, fuer all jene Millionen, deren Leben nach menschlichem Ermessen fuer all ihre Zukunft mit den 5 Kontinenten dieser Erde verbunden ist. An uns, dem Volk von Israel ist es, diese Entwicklung dadurch zu staerken, dass wir uns zur Galuth in einem Sinne der positiven Wertung verhalten, dass wir nicht Abgruende schaffen, sondern eine Bruecke, die in dem Masse, indem wir von unserer Seite an ihr bauen, auch von der anderen Seite wachsen wird. Denn das juedische Volk wird als etwas Ganzes existieren — oder es wird gar nicht sein! (“Mitteilungs-Blatt” des Irgun Olej Merkas Europa) Hundert neue Dreizimmer-Wohnun- 100 NEUE WOHNUNGEN gen werden in einem besonderen Viertel von Tivon, der nahe bei Haifa gelegenen Gartenstadt, jetzt durch die Gesellschaft “Kereth” errichtet. Soldaten oder schon aus dem Heeresdienst Entlassene bekommen aus einer amerikanischen Stiftung Hypotheken bis zu 50% des Wertes. * ■ : ■ ’ 8É1M tHÊSÊM mmmm ïftlilllïï ÈÈÊisBSm SstliSÄ SSII * Í NACHMITTAG AM HULE-SEE Auf einer Tagung der Bauarbeiter in TECHNISCHE BAUFRAGENHaifa wurde ueber Fragen technischer Natur beim Bau neuer Haeuser gesprochen. Man wird in Israel vor allem darauf sehen, dass die im Lande vorhandenen Materialien .benutzt werden, und Zementhaeuser — neben Steinhaeusern, die aber teurer sind und fuer die auch neue Maschinen fuer die^Steinbrueclie eingefuehrt werden muessen ■— werden die am meisten uebllche Bauart bleiben. Sie ist fuer das land die geeignetste. Der Import von Fertighaeusern hat sich nach den bisherigen Erfahrungen weder als eine schnellere noch billigere Methode zur Herstellung von Gebaeuden erwiesen. Es muessen neue Zementwerke im Lande errichtet werden, und eine Mechanisierung der Bauarbeit und Standardisierung bei der Konstruktion ist unbedingt erforderlich. Tueren und Fenster muessen vereinheitlicht und durch Massenanfertigung verbilligt werden, auch alle sonstigen Teile fuer Installationen etc. Mit dieser allgemeinen Mechanisierung und Vereinheitlichung wird der private Bauunternehmer von Baumarkte verschwinden, denn der Einzelne vermag damit nicht Schritt zu halten. Die Bauarbeiter sind aber der Meinung, dass eine Herabsetj zung ihrer Loehne nicht in Frage kommt; ihre Arbeit ist an eine be- | stimmte Saison gebunden, und ueberdies sehr schwer. In einem Wettbewerb fuer Entwuerfe KONGRESSGEBAEÜDE., zum Bau des Kongressgebaeudes in Jerusalem, bei dem lieber 40 Projekte von Architekten im Lande eingereicht wurden, fiel die Entscheidung des Preisgerichtes auf den Plan von Seew Rechter in Tel Aviv, den Erbauer des Scharon-Hotels in Herzlia und anderer grosser Gebaeude im Lande.

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