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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1949-12-01 · 12 (Diciembre, 1949) · p. Seite 13

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XI (1949)
Issue
12 (Diciembre, 1949)
Date
1949-12-01
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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BOLETIN INFORMATIVO 13 Eroeffnung des Weizmana-Instituts Das Wissenschaitliche Weizmann? Institut in Rechowoth, etwa 20 km. suedlich von Tel-AViv, wurde nach fuenfjaehriger Vorarbeit feierlich eroeffnet am 2. November. Der Entschluss zu dieser Gruendung war anlaesslich Weizmanns 70. Geburtstag gefasst worden. 2000 Gaeste, darunter viele Wissenschafter von Ruf und Repraesentanten von Universitaeten wohnten der Feier bei. Bei dieser Gelegenheit wurde auch zum weiteren Ausbau der Forschungsinstitute von Reehcwoth der Grundstein fuer ein neues Institut fuer experimentelle Biologie gelegt und eine Sammelaktion zur Mobilisierung von 15 Millionen Dollar .fuer einen Ausstattungsfonds fuer dieses Institut begon. nen. Von MEIR FAERBER es ist, die allerkleinsten Gebilde fuer das Auge wahrnehmbar zu macnen und man horchte auf, als man vernahm: Ein Elektronen-Mikroskop, eines der 40 Elektronen-Mikroskope* der ganzen Welt, bietet die Moeglichkeit, einen Virus wahrzunehmen, von ‘ dem 7 Millionen zusammen erst ei- | nen Zentimeter lang sind, 50.000 V! Spahnung, 20.000 Dollar Kosten des ' Instruments... Auch ueber die Arbeiten und Erfahrungen und Plaene dieses Forschungsinstituts wurde gesprochen, ueber Weizmanns Verfahren fuer Azeton und synthetischen Gummi, ueber die vorbereitenden Untersuchungen bezueglich “kuenstlichen Regens” im Negev, der eigentlich nur kuenstlich erzwungener Niederschlag natuerlichen Regens sein wird, uebei 1874 27. November (6. Kislew 5635): Chaim Weizmann wird in Motl bei Pinsk geboren.- 1900 Ausserordentlicher Chemie-Professor, in Genf. 1903 Ordentlicher Professor an der Universitaet von Manchester. 1914 Entdeckung der Methode zur Herstellung kuenstlichen Acetons. 1919 Er vertritt mit Ussischkin und Sokolow die juedische Sache vor der Friedenskonferenz. 1920 Praesident der Zionistischen Welt-Organisation. 1925 Eroeffnung der Hebraeischen Universitaet von 'Jerusalem. 1929 Ruecktritt von der Leitung der Zionistischen Organisation und der Jewish Agency. 1935 Wiederwahl als .Praesident. 1946 Aussage vor der UNSCOP-Kommission. 1948 16. Mai: Wahl zum Praesidenten des Staatsrates des Juedischen Staates. 1949 17. Februar; Wahl zum 1. Praesidenten des Staates IsraeL 2. November: Eroeffnung des Weizmann-Institutes. B ETHISCH* AN IJJ13Í S* * Frontansicht des am 2. November feierlich eroeffneten Weizmann Instituts: Hort der Wissenschaft. SipliP ¡ÉÍH PP Eine Stadt auf kooperativer Grundlage Nach der kuerzlichen Sensationsmeldung der “New York Herald Tribüne”, in den Laboratorien von Rechowoth sei eine bahnbrechende Entdeckung gemacht worden, die die Umformung von einer Energie in die andere und dadurch die Verdoppelung und Verdreifachung der menschlichen Muskelkraft ermoegllche, war es naheliegend, dass die Einladung zu einer Pressekonferenz nach Rechowoth ueberraschende Enthuellungen erwarten liess. Gleich eingangs sei vorweggenommen, dass die Leitung des Weizmann-Institutes den Bericht der “Tribuna” als “ungenau und hoechst irrefuehrend” bezeichnete. Die Arbeiten des Instituts auf diesem Gebiete haben lediglich theoretische Bedeutung. Der Artikel sei “ein Musterbeispiel dafuer, wie wissenschaftliche Nachrichten, von Laien in der Tagespresse wiedergegeben, gänzlich falsche Vorstellungen erwecken”. Nach dieser Erklaerung Meir Weissgals, des Vorsitzenden der Exekutive des “Weizmann Institute of Science”, erschien es doppelt schwer, dem Leser in einem Zeitungsartikel Einblick in die Laboratorien dieser Forschungsinstitute zu geben. Kaum einer der vielen in- und auslaendischen Journalisten konnte den wissenschaftlichen Ausführungen folgen, die von Weissgal, Dr. Dostrowsky und Dr. Bloch gegeben wurden. Trotzdem verfehlte das Institut nicht, einen tiefen Eindruck auf die Besucher zu machen. In einem streng abgeteilten, wohlgepflegten Parkgelaende befinden sich eine Anzahl schlossartiger Gebaeude. Eines davon wurde den Gaesten gezeigt: das Institut fuer Physik und physikalische Chemie mit seinen 40 Laboratorien, die in 60 Raeumen untergebracht sind. Da wurde beispielweise ein uebermannshoher Apparat vorgefuehrt. dessen Aufgabe die Sichtbarmachung der Intensitaet bzw. inneren Dichte eines Molekuels durch Einspannung kristallographischer Erkenntnisse, ueber Plastik- Materialien, synthetische Proteine, infrarote und ultraviolette Strahlen, eine Abteilung fuer Biophysik usw. Es wuerde zu weit fuehren und koennte Missverstaendnisse heraufbeschwoeren, wie in dem Artikel der “Tribüne”, wuerde hier der Versuch gemacht werden, all das zu schildern, was diese Versuchsstation in Rechowcth hinter ihren- Mauern birgt. Was sie aber nicht verbergen will, ist ihr neuer Plan: Ausbau des Weizmann-Instituts Das Weizmann-Institut, das am 2. November eroeffnet wurde und eine Ergaenzung der Arbeitsmoeglichkeiien des Daniel-Sieff-Instituts bedeutet, ist ein weiterer Schritt zum Ausbau Rechowoths als einem Zentrum der chemisch-physikalischen und biologischen Forschungsarbeit. Gleichzeitig mit der Eroeffnung die- Seit jeher war Beisan eihe von zahlreichen juedischen Kolonien umschlossene Stadt, mit einer historischen Vergangenheit, die bis in die biblischen Zeiten hineinragt. Doch das alte Beisan liegt etwas noerdlicher und man kann es deutlich sehen. Von der neuen Stadt aus sieht es aus wie ein kuenstlicher Huegel. “Tel-el-Hosn”. denn dieser Huegel besteht aus 9 Staedten der verschiedensten Epochen, die eine ueber der anderen gebaut wurden. Nachdem ich in das Zentrum der Stadt gelangt war. machte ich die erste Bekanntschaft mit einem lebendigen Menschen dieser Stadt und genoss seine und seiner Kameraden Gastfreundschaft. Er und seine fuenf Freunde sind mit noch zirka 35 Mann die Pioniere der israelischen Stadt Beisan. Diese Maenner bereiten die Stadt vor fuer 350 Familien, die in Kuerze die Stadt besiedeln sollen. Ihre momentane Taetigkeit ist eine sehr anstrengende, da sie Tag und Nacht unter harten klimatischen Umstaenden arbeiten. Sie reparieren Haeuser und halten Wache in der Stadt. ses Instituts wurde fuer den Bau des naechsteo. einer biologischen Versuchsstation, der Grundstein gelegt. So will die Leitung dieses umfangreichen und bedeutenden Unternehmens einen Stein zum andern, ein Gebaeude zum andern, ein Werk zum, ^ndern fuegen, bis sich Rechowoth zum Wahrzeichen der wirtschaftlichen Entwicklung des Mittleren Ostens aufgeschwungen haben wird. Die 120—130 Mitarbeiter -des Betriebes werden einen gesonderten Teil Rechowoths bewohnen, den sie Neve Weizmann nennen wollen. Meir Weissgal, ein New Yorker, dter nach Rechowoth uebergesiedelt ist,, tritt jetzt eine kurze Weltreise an, um die naechsten erforderlichen 15 Millionen Dollar fuer die Ausstattung des Institutes fuer experimentelle Biologie aufzubringen. Die erste Million Dollar wurde von einer Freundes- Beisan ist eine verlassene Stadt, der man eine grosse Entwicklung prophezeien darf. Hier soll eine kooperative Stadt gegruendet werden. Natuerlich sind Kooperativen fuer Israel nichts Neues. Ausser den zahlreichen kooperativen Unternehmungen in den Staedten ist das Land mit hunderten von kooperativen Siedlungen besäet, — doch eine ganze Stadt auf einem kooperativen System aufzubauen ist etwas Neues. Kein Privat-Unternehmen wird hier bewilligt werden Die Handwerker werden in Kooperativen zusammen geschlossen sein, und auch das gesamte Geschaeftsleben soll auf dieser Basis arbeiten. Es bestehen Plaene fuer die Erzeugung von Baumaterial, da sehr viel Basaltstein zur Verfuegung steht, fuer grosse Wasserwerke, die die Umgebung versorgen sollen etc. Am Anfang sollen viele in den umliegenden Siedlungen arbeiten, um die Uebergangszeit zu ueberstehen. Eine andere Bekanntschaft die ich machte, war die der ersten Familie der. Stadt, die gerade ihren fuenften Tag in Beisan beendete. Harry mit seiner huebschen Frau — einst Schauspielerin des tschechischen Fil. mes — sassen in ihrer - Stube mit ihrem 4 jaehrigen Sohn— Tee trinkend. um den unmenschlichen Durst zu stillen. Harry selbst, ein Bauunternehmer, Veteran der tschechischen, britischen und der Israel- Armee, in denen er zwoelf Jahre Dienst leistete, zeigte mir am Horizont einen schwarzen Punkt: “Hier war ich einst station'ert” sagte er. “Dies war das Training-Camn der tschechischen Legion nach Tobruk, und von dort aus war ich haeufiger Gast in Beisan”. Er hofft, Arbeit in der zukuenftigen Beisaner Baumateriaien-Industrie zu finden, natuerlich im Rahmen der KooDerative. T. D. W. FRIEDMANN (“Mitteiluus's-BIatt” des Irgun Olej Merkas Europa) gruppe bereits gezeichnet. Weissgal ist zuversichtlich bezueglich seiner jetzigen Aufgabe, wie auch bezueglich der Zukunft des Forschungs - Zentrums Rechowoth ueberhaupt. — “Wenn schon, denn schon!”, zitiert er in deutscher Sprache und setzt fort: “Hier soll sich nicht nur ein grosses wissenschaftliches Institut entwickeln, das sich mit jedem anderen in der Welt an Ernst der Arbeit messen kann, sondern hier soll auch etwas geschaffen werden, was in bezug auf seine sozialen Einrichtungen anderen oeffentlichen Institutionen als Beispiel dienen kann. Wir waren bisher nicht erfolglos und hoffen, auch in Zukunft Erfolg zu haben”. (“Das Neue Israel”, Zürich) v; Die Fakultaet fuer Physik

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