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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1949-06-01 · 6 (Junio, 1949) · p. Seite 5

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XI (1949)
Issue
6 (Junio, 1949)
Date
1949-06-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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BOLETIN INFORMATIVO 5 AUS DEM GEMEINDELEBEN GENERAL-VERSAMMLUNG DER GEMEINDE Aus der Repraesentanz 3®. Zionisten - Kongress Dank an Herrn Ehrlich Worte des Stellvertretenden Vorsitzenden der B’ne Jisroel, Dr. Sigfried Landau, in der Generalversammlung vom 24. April. Im Namen des Direktoriums und des Repraesentanten-Kollegiums der S. C. I. “B’ne Jisroel” moechte ich im Rahmen dieser Generalversammlung unserem langjaehrigen Mitarbeiter und Freund Adolf Ehrlich anlaesslich seiner bevoTSWR ' Auswanderung nach Israel unseren herzlichsten Dank sagen. Viele Jahre hindurch hat Herr Ehrlich all sein Koennen und seine gesamten Kraefte unserer Gemeinde zur Verfuegung gestellt. Nicht leicht waren die Aufgaben zu erfuellen, die er uebernommen hatte. Als Kultusbeamter war er gleichzeitig Beerdigungsinspektor und ohne Ruecksicht auf seinen Gesundheitszustand, ohne Ruecksicht auf Nachstunden, Sonn— oder Feiertage hat er diese juedische Pflicht mit aufopferungsvoller Hingabe erfuellt. Als Cobrador wirkte er mit Unterstuetzung seiner ganzen Familie dafuer, dass unserer Gemeinde der nervus reum nie ausging und ein gesichertes finanzielles Arbeiten moeglich war. Die Familie Ehrlich —das kann man wohl ohne Uebertreibung sagen— ist ein Begriff fuer uns gewesen. Schweren Herzens sehen wir daher Herrn Ehrlich von uns scheiden. Was uns den Abschied erleichtert, ist die Tatsache, dass mit der Weiterwanderung nach Israel ein langjaehriger Wunsch der Familie Ehrlich in Erfuellung geht. Seit je-her hatten sie die Erziehung ihrer Kinder darauf abgestellt, dass sie spaeter einmal ihr Leben in Palaestina verbringen wuerden. Dies zu einer Zeit, als der Gedanke einer Auswanderung von Chile nach Palaestina noch ein reichlich theoretischer Gedanke war, als man von Traeumen und Maerchen sprach, wenn man hoerte, dass jemand an eine Auswanderung nach Erez Israel dachte. Inzwischen sind es keine Traeume mehr, keine Maerchen. Unser Israel ist eine positive, beglueckende, stolzmachende Tatsache. Und wenn jetzt die Familie Ehrlich ihren Herzenswunsch in Erfuellung gehen sieht, so wuenschen wir ihr eine recht gesunde, glueckliche, zufriedene Zukunft in der neuen Heimat. Und wir Mitglieder der S. C. I. sind stolz darauf, dass es wieder eine Familie von uns ist, die zum friedlichen Aufbau Israels beitraegt. In diesem Sinne verabschieden wir uns von unserem Freunde Adolf Ehrlich und rufen ihm ein herzliches Schalom zu! Das Repraesentanten . Kollegium trat am 5. April zu einer Geschaeftssitzung zusammen, die in Abwesenheit des Vorsitzenden vom Stellvertretenden Vorsitzenden, Herrn Nuta Nebenschoss eroeffnet wurde, der in erster Linie des verschiedenen Mitarbeiter Herrn Bernardo Pincus gedachte. In Hinblick auf das Ruecktrittsgesuch des Herrn Lehmann wurde fuer den Vorsitz der Repraesentanz, Herr Alfred May einstimmig gewaehlt. Herr Strasser wurde in die Baukommission gewaehlt und Herr Carlos Werner als Mitglied des Ehrengerichts. Betreffend der Finanzierung des Baus wurden eine Reihe von Beschluessen gefasst, die der Generalversammlung zur Debatte vorgelegt werden sollten. Ferner wurden Kommissionsberichte erstattet, wobei das Jahresprogramm der Kulturkommission besondere Beachtung fand. Bei der Etatsdebatte wurden die Subventionen fuer Waad Hachinuch und Ort-Ose auf je $ 48.000.— bezw. $ 6.000,— festgelegt. Ferner ernannte die Repraesentanz die Délégation zum Zionistischen Landeskongress. Zum Schluss der Sitzung erstatte Herr Hirschberg einen Bericht ueber seine Eindruecke von der Suedenreise, bei der er Gelegenheit hatte, mit den verschiedenen Gemeinden Kontakt zu nehmen. von Chile Am 23. und 24. April fand der 30 Zionisten-Kongress von Chile statt. Der Kongress bewaeltigte in einem knappen Arbeitstag ein umfangrei' ches Pensum unter Leitung des Kongress-Praesidenten Julio Melnik und des Vorsitzenden des Permanenz-Ausschuss’ Dr. Ebo Rothschild (Concepción), dessen hervorragende Arbeit besonderen Beifall fand. Die Debatten bewegten sich auf einem beachtlichen Niveau. Im Vordergrund der Diskussionen stand die Definition zwischen den beiden Mehrheitsparteien des Kongresses, Poale-Zion und Allgemeine Zionisten. Im Gegensatz zu vergangenen Jahren wurden die Debatten in unangefochtenen Abstimmungen ausgetragen, was die demokratische Reife, die der chilenische Zionismus inzwischen erlangt hat, unter Beweis stellt. Als Praesident der Federación Sionista wurde don León Gomberoff wiedergewaehlt, aus unserem Kreis, der unter den Delegationen entsprechend vertreten war, wurden gewaehlt: Herr Rabbiner Loewenstein als Vize-Praesident, Herr Manfred” Klein als Stellvertretender Direktor des K. K. L. und als Direktoren die Herren Emilio Weintraub, José Hicsehtberg und Frau Lotte Meyer de Leisersohn. Am 24. April d. Js. fand die satzungsgemaesse Ordentliche General-Versammlung der Sociedad Cultural Israelita “B’né Jisroel” statt. Die Versammlung wurde vom Praesidenten Herrn José Hirschberg eroeffnet und geleitet. Nachdem sich gegen die Ordnungsgemaesse Einladung der Versammlung kein Widerspruch erhoben hatte, wurde das Protokoll der letzten General-Versammlung einstimmig als genehmigt erklaert. Zur Unterschriftsleistung des Protokolls der neuen General-Versammlung wurden die Herren Leopoldo Hohenberg, Willy Reichmann und Oscar Radzewski gewaehlt. Herr Hirschberg erstattete sodann den Rechenschaftsbericht ueber das abgelaufene Geschaeftsjahr, der an anderer Seite dieses Blattes veroeffentlicht ist. Den Kassenbericht erstattete der Dezernent, Herr Alfredo Feldmann, den Bericht ueber den Synagogen— und Gemeindehausbau Herr Fernando Friedmann. Die Kassenpruefer Herren Heriberto Frohmann und Samuel Oettinger gaben bekannt, dass sie die Einnahmen und Ausgaben geprueft und mit den entsprechenden Belegen uebereinstimmend gefunden hatten. Zur General-Debatte stellten Direktorium und Repraesentanz folgende Antraege: “1. Die ueber fruehere Ermaechtigungen hinausgehenden ausgegebenen Betraege fuer den Bau unserer Synagoge und des Gemeindehauses gelten als genehmigt. 2. In Zukunft darf ueber diejenigen Betraege verfuegt werden, welche seitens des Direktoriums und der Repraesentanz als fuer die Vollendung des Baues notwendig erachtet werden und als finanziert gelten duerfen. 3. Zur Finanzierung koennen Darlehen bei Banken und anderen Stellen aufgenommen werden und notfalls Platz und Bau in Sicherheit gegeben werden. Dies bezieht sich nicht auf andere Werte der Gemeinde. Der bereits vorhandene Sobregiro beim Banco Israelita de Chile gilt als genehmigt. 4. Der in der vorigen Generalversammlung beschlossene Dringlichkeitsantrag, naemlich die Erhoehung der Beitraege um 100 o|o fuer ein Jahr, wird um ein weiteres Jahr, also bis zum 30. April 1950 verlaengert. Begruendete Antraege auf Ermaessigung oder Erlass dieses Zuschlags finden auch weiterhin weitestgehende Beruecksichtigung”. Saemtliche vorstehend zu 1 — 4 genannten Antraege wurden einstim- 1 mig angenommen. Die Versammlung erteilte sodann stung. dem Direktorium und Repraesentanten-Kollegium einstimmig "Entla- Unter Punkt “Antraege” stellte Herr Egon Lustig den Antrag, das Schiedsgericht fuer alle Mitglieder der Gemeinde obligatorisch zu machen. Der Antrag, gegen den sich auch Vertreter des Direktoriums im Hinblick auf seine Statutenwidrigkeit und Unbilligkeit aussprachen, wurde mit allen gegen zwei Stimmen abgelehnt. Unter Punkt “Verschiedenes” regte Herr Fritz Levy an, die Beitragszahlung zu einer Bringschuld umzugestalten. Es wurde festgestellt, dass dies in Chile nicht moeglich sei, jedoch dem Wunsche Ausdruk gegeben, dass moeglichst viele Mitglieder ihren Beitrag durch Scheck oder gelegentlich im Sekretariat zahlen, sowohl um die Cobranza zu vereinfachen wie auch um sich selbst die stoerenden Besuche des Cobradores zu ersparen. Herr Martin Michel trat dafuer ein, die Gemeinde bei der Erfuellung ihrer mannigfachen Aufgaben durch freiwillige Erhoehung des Beitraege nach Kraeften zu unterstuetzen. Ferner richtete er an die Versammlung die Bitte um moeglichst grosse Beteiligung an der vom Juedischen Handwerkerverein geplanten Industrie— und Handwerker-Ausstellung, die von Wert und Umfang juedischer Leistung in Chile oeffentliches Zeugnis abiegen solle. Die Anregung wurde mit allgemeiner Zustimmung aufgenommen. Der Vorsitzende schloss die Versammlung mit Dank an die Teilnehmer, besonders fuer die durch einstimmige weitere Bewilligung des Dringlichkeitsbeitraeges gezeigte Opferbereitschaft. Mit dem Gesang der Hatikwah fand die Versammlung ihren Abschluss. ISRAELITA ï

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