Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XI (1949)
- Issue
- 3 (Marzo de 1949)
- Date
- 1949-03-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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7 BOLETIN INFORMATIVO STR E IF LI € H T E R BUECHER - ECKE Zum ersten Male seit Jahrtausenden werden Juden in aller Welt, besonders aber in Israel, mit dem Gefuehl des Stolzes ueber die erkaempfte Freiheit am Sedertisch sitzen. Bekanntlich beginnt unsere alt—ehrwuerdige Pessach—H agadah mit den Worten “Ho lachmo anjo..dies ist das Brot des Elends, das unsere Vaeter dereinst in Aegypten gegessen haben”. In manchen Ausgaben der Hagadah finden wir eine andere Lesart: “Keho lachmo anjo”... das ist wie das Brot des Elends. Man hat die Verschiedenheit dieser Lesarten erklaert, indem man ausfuehrte: die erste Lesart spricht von jenen Zeiten, in denen das juedische Volk sich in. Not und Gefahr befindet und in denen die Mazzo, auf die sich dieser Vers bezieht, nicht nur Symbol ist, sondern Ausdruck des schweren gegenwaertigen Leides. Spricht aber der Jude “Keho lachmo anjo” das ist wie das Brot des Elends, dann verkoerpert die Mazzo ein Symbol, das uns an vergangene Zeiten des Leides erinnern soll. Zwischen diesen beiden dass wir nicht sind wie alle Nationen der Erde. Die Mazzo —eines der hervorragendsten Symbole unserer Geschichte— wird uns lehren, immer daran zu denken, wie kostbar die Freiheit eines Volke ist, wie sehr ein Volk leiden muss, dem die Freiheit verloren geht. Wir haben in der vorigen Nummer schon ueber den Beginn des neuen Schuljahres unserer Religionschule geschrieben. Wir moechten heute eine Anregung geben, von der wir hoffen, dass sie auf fruchtbaren Boden fallen wird. Schon in den vergangenen Jahren wurde von uns in einer der englischen Schulen im Rahmen des Unterrichts juedische Geschichte, Hebraeisch u. s. w. gelehrt. Es hat sich dies als aeusserst vorteilhaft erwiesen, da unsere Kinder dadurch weniger belastet werden. Wir waeren unseren Eltern sehr dankbar, wenn wir mit ihrer Hilfe auch in anderen Schulen, in denen eine groessere Anzahl juediseher Kinder angemeldet worden ist, Un- T„„„ . , terricht in den juedischen Faeehern en spiegelt sich die Geschichte j geben koennten. Dazu bedarf es jeuns.res Volkes wieder. Fast immer; doch der Mitarbeit der Eltern und Vor uns liegt der dritte Band der ‘Enclicopedia Judaica Castellana”. Es ist erfreulich, dass dieses Monumentalwerk mit so grosser Schnelligkeit fortschreitet. Es gibt so manches Werk dieser Art, das nicht seine Vollendung erfahren konnte. Wir denken dabei an jene “Enciclopedia Judaica”, die in Deutschland herausgegeben wurde und ein epochemachendes Werk werden sollte, aber durch die Ereignisse nicht vollendet werden in den Perioden unserer Wanderung durch die Voelker der Welt war die Mazzo Ausdruck der Tragoedie und der Verfolgungen des juedischen Volkes. Juden, die die Mazzo assen, dachten an ihr eigenes Weh, an ihre eigenen Schmerzen. Zum ersten Male essen wir in diesem Jahre die Mazzo und werden dabei sprechen duerfen: “Keho lachmo anjo” das ist wie das Brot des Elends. Zum ersten Male ist sie Symbol vergangenen Leides. Wo immer noch ein Jude wchnt —ob in Europa, ob in den orientalischen Laendern- und noch immer leiden muss, er schaut mit stolzen Blicken hinueber nach Israel. Dort ist seine Heimat, dort ist er befreit, dort ist die Mazzo Symbol fuer vergangenes Leid. Aber die Mazzo wird uns immer erinnern an die tragischen Epochen unserer Geschichte. Sie Wird uns daran hindern, uebermuetig zu werden. Wir werden unsere neuerworbene Freiheit sorgsam hueten, damit sie uns nie mehr verloren gehe. Sie soll uns vor allem daran erinnern, entsprechender Schritte bei den in Frage kommenden Instanzen der Schulen. Wir bitten Eltern, die daran interessiert sind, sich mit einem der beiden Herren Rabbiner in Verbindung zu setzen, damit gemeinsam die Vorbereitung solcher Einrichtungen in die Wege geleitet werden kann. Bei dieser Gelegenheit moechten wir darauf aufmerksam machen, dass es wohl eine Seibstverstaendlichkeit ist, dass unsere Kinder nicht an einem nichtjuedischen Religionsunterricht teilnehmen. Es wird wohl kaum einen Schuldirektor geben, der nicht die Toleranz aufbraechte, um die Berechtigung einer solchen Forderung anzuerkennen. Nichts kann unseren Kindern seelisch mehr schaden als die Erziehung zur Verheimlichung ihres Judeseins oder die Darstellung unserer biblischen Geschichte unter fremden Aspekten. Unsere Zeit hat uns gelehrt, dass allein stolze Juden uns den Respekt in der Welt verschaffen koennen, der uns auf Grund unserer jahrtausendealten Geschichte zukommt. Auch in unserer Gemeinde hat die Winterarbeit mit erneuten Kraeften begonnen. Wir wollen schon heute auf das Kulturprogramm aufmerksam machen, das wir uns fuer das laufende Jahr vorgenommen haben. Die Kulturarbeit wird mit Herrn Dr. Israel Drapkin begonnen, der am Hospital Salvador arbeitet und dort die “Sección Psicosomátij ca” leitet. Dr. Israel Drapkin, der j uns durch seine hochinteressanten Vortraege ein guter Bekannter ist, , wird in Kuerze an unsere Hebraeische Universitaet nach Jerusalem gehen, um dort sein Fachgebiet “Die Beziehungen zwischen Leib und Seele” weiter zu bearbeiten. Gerade ueber dieses Thema wird er auch zu uns sprechen. Weiterhin bereiten wir einen Vortragsabend ueber “Neue Wirtschaftsgesetze in Chile” vor. Ein anderer Abend soll der “Geschichte der Juden in Südamerika” gewidmet werden. Es sind Seminare ueber “Die Weltreligionen” und "Die neuhebraeische Literatur” mit hervorragenden Fachkraeften in Vorbereitung. Ein Konzertabend, ein Filmabend u. a. wird sich bemuehen, allen Interessen in unserer Gemeinde entgegen zu kommen. Voraussetzung fuer die Durchfuehrung unseres Programms ist die rege Teilnahme unserer Mitglieder. Nicht jeder kann Vortraege halten. Aber ein jeder kann uns helfen, das geistige Niveau unserer Gemeinde zu heben und der kulturellen Arbeit eine staerkere Verankerung in unserem Gemeindeleben zu geben. Bei Juden ist Kultur kein Luxus. Sie war uns Jahrhunderte lang ein Lebensduerfnis und soll es bleiben. OBSERVADOR konnte Wer schon einmal gezwungen war, za paeüus<-.&ischen oder wissenschaftlichen Zwecken juedisch-wissenschaftliche Arbeiten in spanischer Sprache zu suchen, weiss wie duerftig noch alles auf diesem Gebiete ist Um so groesser ist die Leistung, die die Herausgeber dieses Lexikons vollbringen und es sollte keine juedische Institution geben, die sich dieses Werk nicht erwirbt, schon allein um diese Arbeit zu unterstuetzen und seine Herausgabe zu sichern. Wer einmal die Namensliste der Mitarbeiter studiert, wird sich freuen viele auch uns bekannte Namen zu finden, wie z. B. Prof. Hugo Bergmann, Jerusalem; Max Brod; Prof. Dr. Walter Fischei; Georg Herlitz, Gruender des noch heute unuebertroffenen “Juedischen Lexikon”; Marcos Kaffman;^Dr.Cecii Roth; Ben-Zion Usiel, Oberrabiner der Sefardim in Israel, Paul Westheim u. a. in der juedischen Welt bekannte Namen. Der uns vorliegende dritte Band enthaelt viele interessante Artikel, auf die wir natuerlich nicht alle eingehen koennen. Von lokalem Interesse ist der gut informierte Artikel ueber "Chile”, der von Dr. Marcos Kaffman verfasst wurde und von interessanten Photografien begleitet wird. Dieser Band enthaelt mehrere wichtige Artikel; von denen folgende besonders bedeutsam sind: Die juedische Gemeinde, Christentum. Chronologie, Demografie, Juedisches Recht, Gott, Religionsgespraeche, Dogmen, Oekonomie, Erziehung u. a. So spiegelt dieses Lexikon den gegenwaertigen Stand der Wissenschaft des Judentums wieder. Gerade fuer uns, die wir den Zusammenbruch der juedischen wissenschaftlichen Arbeit miterleben mussten, ist es eine Freude zu beobachten, wie auch hier aus kleinen Anfaengen heraus, neues wissenschaftliches Leben aufblueht. Jeder, der lernen will, wird an diesem Lexikon seine Freude haben. Unser Gemeindemitglied Enriaue Gotthilf hat die Generalvertretung fuer Chile uebemommen und jeder Interessent wende sich an ihn. Es weMen grosse Zahlungserleichterungen gewaehrt. Seine Adresse Ist: Santiago de Chile, Casilla 583 Serrano 202, 3.er piso (oficina de' “Mundo Judio”). Loewenstein PRIVATSTUNDEN Mathematik I Chemie. Maesstge Preise. Nach-j hilfestunden fuer Humanidades TEL. 74446 KABINEN KOFFER ZU VERKAUFEN neu SANTA ISABEL 0820 HUT-SALON “FOR YOU” MONED’A 867 (im Geschaeft Visonet) bringt die neuesten franzoesischen u. amerikanischen Modelle. Uebersetzungen IN llLLEN SPRACHEN 1 EBERMMMT J. POTOKER HUERFANOS 1235. OF. TEL. 64849 I AMMMMMHMMMMv acCOBCCCCCOOOOCCCCCOCr*. 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