Literarisches und homiletisches Beiblatt
- Journal
- Literarisches und homiletisches Beiblatt
- Volume
- I (1838)
- Issue
- 14 (26.5.1838)
- Date
- 1838-05-26
- Page
- Seite 53 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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i. Jahrgang. Literarisches dto 14. und homiletisches 38 eihl 0 tt. §eip)igj den 26. Mai 1838. Arch ao lo g i e. Ueber die Laudwirthschaft der Hebräer von Nr. meä. P. Philippsou. (Fortsetzung.) IV. Misekusj Lauch-pflanzen. 1) Knoblauch, gr. ohoqoSov, Allium sativum L. (CI. VI. 1). Es ist dies das bekannte Zwiebelgewächs, dessen Stengel flachblatterig, rund, dick, doldentragend und etwa 3 Fuß hoch ist, dessen Zwiebel rund und aus kleinen Zwiebelchen zusammengesetzt ist. Er ist in Egypten und Palästina von süßerem Geschmack (klm. 19, 32), daher er auch zu den Speisen gehörte, nach welchen die Israeliten in der Wüste gelüsteten (Num. 11, 5). Selbst den heutigen. Morgenländern, so wie den Russen, Spaniern und Franzosen ist er eine Lieblingsspeise. Die Egypter erzeigten ihm göttliche Ehre, Griechen und? Römern aber war er unausstehlich, . daher Horaz (Epod. 3, 3): Parentis olim si quis impia manu Senile guttur fregerit, Edit cicutis allium nocentius. Um des Knoblauchgeruches willen scheinen die Römer die Juden foetentes zu nennen (Amidian. Marc. 2, 5). Dennoch schätzte man ihn sehr als Arzneimittel. Allia, Rata, Pyra et Raphanus, cum Theriaca Nux Praestant Antidotum contra lethale venenum. und die Römer gaben ihn den Soldaten, weil er den Much vermehren sollte. Aehnliche Tugenden schreibt ihm der Talmud zu.: Lava kama fol. 82, 1. Es wird seiner sehr oft erwähnt. Chilaim 1, 3: iTgoviirT) 2WN. Letztere ist wol der scharfe, thränemrregende (Maarer. 5, 8). Feldknoblauch Allium scorodoprasmu L, Nedar. 8, 6 U. a. O. wird seiner als gewöhnlicher Speise gedacht. 2) Lauch, . Allium porrum L.; ngaoov. Dies Gewächs wird auch bei uns häufig gebaut, mit 3—4 Fuß hohem, flachblätterigem Stengel, kugelrunder Dolde, einfa-' facher, kleiner, länglicher Zwiebel, die als Speise noch geschätzter war, als der Knoblauch .(Hippocr. de diaet. 2, 359), da der Geschmack angenehm ist. Daher wird er noch jetzt, sowol Zwiebeln als Blätter in Egypten roh gegessen (Hasselquist R. 562). vgl. Num. 11, 5 *), wozu das Horazksche (Epist. 1, 12, 21.) Verum seu pisces, seu porrum et cepe truci'das ziemlich paßt, auch als Würze der Speisen brauchten ihn die Egypter schon früh (Plin. 19, 33). Im Talmud heißt er und wird dercultivirte vom wilden unterschieden (Chilaim 1, 2), woraus erhellt,, daß er auch in Palästina gebaut wurde. ' ' 3) Zwiebel Allium cepa L. Sie wächst in Asien wild, wurde aber wie bei uns in Gärten und auf Feldern häufig gebaut. Ueber die Anlegung der Zwiebelfelder s. Chilaim 3, 6. Bei der Ernte wurden sie in Bündel gebunden (Peah 6, 10). Nirgends sind sie aber so schmackhaft als in Egypten. Man röstet sie daselbst, schneidet sie in 4 Stücke und ißt sie mit geröstetem Fleische; auch macht man aus ihnen eine Suppe. Von den alten Egyptern wurden sie göttlich verehrt. Die Israeliten liebten sie so sehr, daß sie in der Wüste fast nichts mehr, als den Abgang der Zwiebeln bedauerten (Num. II,, 5). Die Türken wünschen auch einst im Paradiese ein gutes Zwiebelgericht zu schmausen. Noch jetzt werden von unfern Gärtnern die weißen egyptischen Zwiebeln sehr geschätzt. Die saknenlosen Zwiebeln (2^^ON '3) Schebiith 2, 9. Rosch Haschana fol. 14, 1, die besonders aus Cypern stammen sollen (Talm. Hier. Schebiith 2) waren wahrscheinlich Stockzwiebeln, deren Blüthe man zur Füllung brachte. kleine Zwiebel (Chilaim 4, 3) halte ich für Allium Ascalonicum, die bei Ascalon wild wachst und von da durch die Kreuzfahrer zu uns gebracht wurde, Schalotten genannt. 4) Einer Gattung muß hier noch erwähnt werden, weil sie im Talmud neben den Zwiebelgewächsen gewöhnlich genannt wird. Dies ist das 5)1 *7, welches die Ausleger zwar für ein Zwiebelgewächs erklären, im Arabischen' und Perst- •) „Wir denken an die Fische, die wir in Egypten umsonst gegesien haben, die Gurken, die Melonen, den Lauch, die Zwiebeln und Knoblauch."