Literarisches und homiletisches Beiblatt
- Journal
- Literarisches und homiletisches Beiblatt
- Volume
- I (1838)
- Issue
- 24 (25.8.1838)
- Date
- 1838-08-25
- Page
- Seite 93 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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1. Jahrgang, No. 34 Literarisches «ud homiletisches Beiblatt. Leipzig, -en 25 Archäologie. Ueber Musik und Poesie der alten Hebräer von »r. Joseph Levin Saalschütz. (Fortsetzung). Die Mannigfaltigkeit der Psalmen-Ueberschriften und anderer Ausdrücke, welche sich offenbar auf Musik beziehen, laßt uns eine bedeutende Vielseitigkeit der musikalischen Formen bei den Hebräern voraussetzen, sei es nun, daß sie auf einen Wechsel von Melodien, Tonarten, Instrumentalbegleitungen, oder von Chor- und Solo-Gesängen hindeuten. Alles dieses beweiset eine ziemliche Ausbildung dieser Kunst und eines feinem Gefühles für die Verschiedenheiten des Vortrages und die, wahrscheinlich nach dem Charakter des Liedes sich richtende, Wahl passender Instrumente zur Begleitung. Es hatten eigene Musikdirektoren das Geschäft, ein jedes für den Tempelgesang übergebene Lied in obigen Beziehungen zu arrangiren und mit den Chorschülern, die sich allmälig zu Meistern ausbildrten (vgl. TuVrrü? “pna 1 Chron. 25, 8.), einzuüben (so hatte nach 1 Chron. 15, 22 der Leviten-Fürst Chananja, als Meister — yin sun — im Gesänge zu unterweisen oder den Sing-Chor einzuüben: 8DL2 -.d'' vgl. Spr. 31,1: 1L8 i*w 8L72). Der Titel eines solchen Directors war NLdN. Die Vergleichung der Stellen 1 Chron. 15, 21. 23, 4. 2 Chron. 2, 1. 17. 34, 12. 13. Esra, 3,8. 9. laßt gar keinen Zweifel über die Bedeutung dieses Wortes übrig. Man sieht auch, daß es ganze Chöre für bestimmte Instrumente oder für den Gesang gab, die unter besonderen Direktoren standen. So wird 1 Chron. 15, 20—22. 27. eine Reihe von Männern, welche angewiesen waren, die Chöre mit Harfen und mit Cithern zu dirigiren (NLd^), und der oben genannte Chananja, als oberster Leiter des Gesanges (uqxwv tidv tbßwv LXX.) angegeben. Aus Ps. 68, 26. geht ebenfalls hervor. August 1838. ' daß diejenigen, welche Instrumente spielten, einen besonder» Chor bildeten und die Sänger ebenfalls, uno daß diese verschiedenen Chöre nach einer gewissen Reihefolge geordnet waren („voran die Sänger, sodann die Saitenspieler")- Diese (den heutigen musikalischen Einrichtungen entsprechende) Trennung des Gesanges von der Instrumental-Begleitung in verschiedenen Chören, ja unter dep Leitung eines ausgebildeten Musikers (V^tt) zeugt von der Sorgfalt für gute Ausführung der Musik, und mußte derselben natürlich auch förderlich sein. Hierzu kam noch ein Anderes. So viele verschiedene Chöre, die nach den Einrichtungen Davids zusammen 4000 Musiker enthielten, wie 1 Chron. 23, 5. berichtet wird, konnten unmöglich anders im Tacte zusammengehalten werden, als wenn, außer jenen einzelnen Chorführern, ein Hauptdirigent an der Spitze des Ganzen stand. Daher zerfiel bei großen Feierlichkeiten, wenn die ganze Masse von Musikern zusammen war, dieselbe in drei Hauptchöre, welchen zur Zeit Davids Assaph, Heman>und Ieoumn vorstanden. Heman stand mit seinem Chor in der Mitte, Assaph zur Rechten und Jedutun (Etan) zur Linken 1 Chron. 6, 18—29. Von diesen nun übernahm wiederum Einer, wie es scheint abwechselnd, die Leitung des Ganzen. Nach ihm und seinem Chore mußten sich also die Uebrigen im Tacte genau richten. So heißt es 1 Chron. 16, 7: „An dem Tage übergab David die Leitung des Dankes dem Ewigen ('rt rrmi-Yb ’CN'-in) dem Assaph und seinen Brüdern." Diese ersten Direktoren spielten nun selbst kein Instrument, sondern hatten nur kupferne Kastagnetten (1 Chron. 15, 19.), mit welchen sie, indem sie intonirten (sie werden vorzugsweise ä">*vra3:n genannt), zugleich dem Tact, von allen hörbar (vielleicht bezieht sich eben hierauf das V. 19. und der Name des Instrumentes selbst 272E3 ■’VltVs) markicen konnten. Hiernach sieht man, was es heißen soll, wenn bei der Feierlichkeit zur Einweihung des Tempels, da beim Chor noch 120 Trompeten waren (2 Chron. 5, 12. 13.), gerühmt wird, daß es, wie wir sagen würden, gut (im Tacte) zusammenging (jv'ö'ürt nnxa ■’rrn — als sie den Hauptgesang „Dank und Lob dem Ewigen," bei dem alle Instrumente und länger in Thätigkeit waren, einstimmten. Bei dieser Sitte, mit Kastagnetten den Tact zu markicen, behaupten die He-