Literarisches und homiletisches Beiblatt
- Journal
- Literarisches und homiletisches Beiblatt
- Volume
- I (1838)
- Issue
- 8 (24.3.1838)
- Date
- 1838-03-24
- Page
- Seite 32 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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staben Alef, die wir in einer nächsten Anzeige tabellarisch, aus' dem Concordanz entnommen, zusammenstellen; aber selbst diesen kleinen Lheil eineS TheileS können wir aus Mangel an Raum, und der-Reichhaltigkeit des Gebotenen wegen,- nur an den äußersten Punkten berühren. Zuerst müssen wir jedoch zu diesem Zwecke alle die eigenthümlichen Grundsätze zusammenstellen, um den Standpunkt zu zeigen, auf welchem Herr F. zu seinen originellen und historisch wichtigen Resultaten gekommen; wir glauben am besten zu thun, wenn wir ihn'selbst seine etymologischen Grundsätze entwikkeln lassen, wie er sie in seinem ausgezeichneten-Lehrgebäude (Lauchnitz, 1836) und in seinen Perlenschnüren (Fort, 1837) scharfsinnig und anziehend entwickelt. „Die grammatische Behandlung .einer todten Sprache muß wie die einer lebenden physiologischer Art sein; das Verhältniß der besondern Formen zu den allgemeinen Sprachorganismen, die Aufspürung der Bedeutung der grammatischen Formen, die Ausmittelung der Gesetze in Flexion und Wortbildung, überhaupt in allen Spracherscheinungen, die durch Naturbestimmungen nicht bedingt sind,^ alles dieses ist die Seele der Grammatik. Dazu aber reichen überlieferte, einseitige Formen nicht hin, so wenig als die alten Nomenklaturen ausrricben; wie ein vor uns liegender Körper muß auch die Sprache, um, ihr Wesen, ihren Organismus zu durchschauen, anatomisch zerlegt und geprüft, und das Einzelne in Beziehung zum Ganzen gestellt werden. In den SanSkrita-Hprachen steuert das grammatische Studium bereits diesem schönen Ziele zu; die altklassischen Formen waren längst als unzureichend erkannt, an die hloße Empirie denkt man nicht mehr, und das rationell-comparative Element ist jetzt der herrschende Grungzug des philologischen StrebenS. Daß die Sprachphilosophie dabei gewinnt, ist leicht einzusehen; denn die Zurückführung t>c,r vielfach gespalteten und gesonderten Sprachgcstaltungen in die Einheit der Idee, das nachgewiesene Verhältniß zur Sprachidee überhaupt, kann jetzt nicht mehr die philosophische Grammatik allein auSfüllcn. Auch die besonders gestalteten Sprachorganismen in ihrer äußerlichen, individuellen Verschiedenheiten offenbaren, wie die intellektuelle Thätigkeit der innern, durchziehenden Sprachidee, wunderbare, allgemeine Züge, gemeinsame, phonetische Urorganismen, die, gleichsam von einem bewußtlosen, naturnothwendigen Sprachtrieb hervorgestoßen, wie feste Typen dem ganzen Menschengeschlechte eigen sind. Nach vielfachen Vorarbeiten sehen wir jetzt schon in den vielen Sprachen Europa'S und Asiens eine formale Ureinheit walten, die Sprachphilosophie hat also jetzt auch diese formale Einheit und deren Verhältniß zur Ureinheit der Sprachidee zu berücksichtigen." „to ovopa d)(T7T(Q to Co>}'Qtt(f7]/uc(, sagt Platon int Kratylos, seinem Dialog über Natur der Sprache;^ die Sprache ist nicht ein kolorirtes Schemen, ,sondern ein Gemälde unbewußter Kunst mit Geist und Leben; ich suchte Idee, Contour, Ton und Farbengebung der bearbeiteten Sprache mir und Andern zum Bewußtsein zu bringen. Oft habe ich das ganze Material mühsam sammeln müssen, die Bedeutungen nach langen Vergleichungen erst fixiren, um dann die Regeln abstrahiren zu können. Der Buchstabe ist die Brücke, die in das Reich des Geistes führt." M. Stern. Literarische Correspondenz. Königsberg, den 4. März. B i b e l c o m m e n t a r. Unser Rabbiner, Herr Jakob Wellenburg, beabsichtigt in einigen Wochen einen neuen höchst originellen hebräischen Commentar zum Pentateuch herauszugeben. Den bedeutungsvollen Titel führend nbapm 2N2N „Die Schrift und die Tradition," ent- - halt das Werk eine glückliche Vereinigung des schriftlichen und des mündlichen Gesetzes, auf Prinzipien der Wissenschaft und der Synagoge basirt, und ist eben so merkwürdig dem Anhalte nach, wie seine Form correkt genannt zü werden verdient. Nächstens hierüber ein MehreS. . F. , _ Ansbach, den 2. Matz. Formentabellen. Herr k)r. K. K rafft wird'im Laufe dieses JahreS die Herausgabe seiner Tabellen der hebräischen Formen, nach der analytisch-historischen Methode deS Herrn I)r. F ü rst besorgen, die schon im Voraus zum Gebrauche in jüdischen Schulen nicht genug empfohlen werden können. Gr. Aus Mähren, März. — Es ist bemerkenswerth, daß unter denen, die jetzt die jüdische Theologie bearbeiten, sich so viele Aerzte jüdischen Glaubens Hervorthun. Die Ursache dieser Erscheinung ist leicht anzugeben. Man weiß, daß von jeher in keiner Glaubensparteidie Laien so viele theologische Bildung erhielten, als bei den Juden. Man traf und trifft noch viele Individuen, die vollkommen fähig sind, aus jedem Stande in den Rabbinenstand überzutreten. Bei den ärztlichen Individuen kommt nun die Universitätsbildung hinzu, um sie gerade oft am tauglichsten und berufensten zu machen, in dem jetzigen Drängen und Wogen der jüdischen Theologie ihre Stimme zu erheben. Die ihnen hier zustehende Unpartheilichkeit gibt ihnen noch einen besondern Werth. Auch wir in Mähren besitzen einen solchen Mann in der Person des Herrn Gideo n Brecher, Mag. Cliir. et art. obstetr. zu Proßnitz. / Derselbe beschäftigt sich jetzt mit einer neuen Ausgabe des Ousri, die er durch einen neuen hebräischen Commentar besonders werthvoll macht. In der Ankündigung sagt er hierüber folgendes: „Unter den Klassikern unserer Nation, deren Spekulationen in Glaubenssachen uns aus einer schönem Zeit aufbewahrt worden sind, und die als leuchtende Sterne am Firmamente des Judenthumes stets unfern geistigen Augen wohlthun werden, gebührt unstreitig auch dem Jehuda Halevy. ein ehrenvoller Platz. Sein Buch Ousri ist als werthvoll, und für den israel. Denker als nutzenbringend anerkannt, und alle unsere Bibliographen, Kritiker und Geschichtsschreiber waren zugleich seine Panegyriker.— Nach Maimonides, unserm größten Koryphäen der rationalen Theologie, dessen hohe Geisteskraft bis zu unserer Zeit herüberragt, waren Jehuda Halevy und Josef Albo treue Führer für den israelitischen Forscher. Jener als ein rationaler Supernaturalist, hält die mit Recht allbelobte Mittelstraße in der spekulativen Theologie, und ob er auch manchmal mähe an die Labyrinthe des MysticiSmus streifte, hütet er sich wol, sich darin zu verirren. Der Preis des ganzen Werkes wird 3 Fl. 12 Kr. sein. M. Leipzig, den 14. Marz. Bon dem höchst interessanten Romane Balzae's: l'lsraelite erscheint eine Uebersetzung in der Belgischen Buchhandlung allhier. Redakteur: Dr, L. Philippfon. Verlag von Baumgärtners Buchhandlung. Druck von I. B. Hrrschfeld.