Mannheim
Compact Memory

Literarisches und homiletisches Beiblatt · 1838-10-20 · 31 (20.10.1838) · p. Seite 123

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Literarisches und homiletisches Beiblatt
Volume
I (1838)
Issue
31 (20.10.1838)
Date
1838-10-20
Page
Seite 123 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/8366961-8376900-8367074--151-8367075
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

1. Jahrgang. No. 31 Literarisch es und homiletisches Beiblatt. Leipzig, den 20. Geiober 1838. Archäologie. Ueb er Musik und Poesie der alten Hebräer von ®r. Joseph Levi« Saalschutz. - (Fortsetzung). Wir lassen hierauf noch eins der regelmäßigem Pilgerlieder folgen: Es - sa enai el he-ha-rim nie - a-jin ja - bo esri' Heb' meinAuge zu den Bergen, von wannen kommt mir Hülfe? Es-i-i me - im a - do-nai oseh scha-ma-jim ra - arez Hülfe mir von dem Eiv'gen, Schöpfer von Himmel und Erde. AI jiththen lammot rag-le-cha al ja - man schomrecha Nicht laßt er's daß matt deinFußwird, nicht fchlummert deinHüter. Ilinneh lo ja - man vlo j - sclian schomer Israel Siehe nicht schlummert, nicht schlaft der Hüter Israels. A-do-nai schonirecha adonai zillcha al jad jmincha Der Ew'ge ist Hüter, der Ew'ge Schatte zu bei - ner Rechten. Joinarn haschschemesch lo jackheca vja - re-ach ba- Tags kann die Sonne dir nicht schaden, noch Mond in den laj - Iah Nachten Ado-nai jischmorcha miccol ra jischmor eih nafschecha DerEwi -ge halt von dir ab Leid, hütet bei - ne Seele. A - donai jischmor zeihcba u - vo - e - cha me-ath-tha DerEw'ge wahrt dein Ge - hen u. dein Kommen von nun an vad olam. bis ewig. Das bedeutendste was man gegen unsere Ansicht anführen kann ist offenbar, daß wir von der Accentbetonung abgegangen sind. Dieses Argument erhebt gegen uns auch Herr Dr, Zf. G. Hoffmann in einer Abhandlung über hebräische Literatur sin der Encyclopadie von Ersch und Gruber) und da es uns nicht um das Durchsetzen einer Meinung, sondern um wissenschaftliche Wahrheit zu thun ist, so würden wir dem gelehrten Verfasser höchst dankbar sein, wenn es ihm gefallen hatte, naher auf unsere Gründe einzugehen und dieselben zu widerlegen. Die Accente sind, als trennende und verbindende Interpunction, ohne Zweifel der vortrefflichste Commentar der Schrift und sowol hierdurch als in mancher andern Hinsicht von der außerordentlichsten Wichtigkeit. Aber daß die Masoreten durch dieses Zeichen zugleich die Ton-Silbe eines Wortes andeuten wollten, und daß der Hebräer wirklich, wie man aus der Stellung des Accentes schließt, (mit dem Ton auf der Letzten) und nicht vielmehr ri'M'lÄ gesprochen habe, dies ist, was wir, ungeachtet es alle neuern Grammatiker, gewissermaßen als traditionelle Meinung, behaupten, noch immer auf das Stärkste bezweifeln. Schon Eichhorn und Jahn finden es unwahrscheinlich, daß die Hebräer auf diese Weise betont hatten, und es laßt sich keine alte Sprache aufweisen, in welcher eine durchgehende Betonung der letzten Silbe Statt gefunden hatte. Namentlich ist dies auch im Syrischen und Arabischen nicht der Fall wie ebenfalls Jahn anführt (Gramm. Flebr. p. 44.), bei welchen so nahe verwandten Dialekten man allerdings eine Analogie mit dem Hebräischen erwarten sollte. Nur in einigen neuern Sprachen z. B. im Französischen, ist eine Betonung der letzten Silbe üblich (wkewol diese Silbe nach der lateinischen Form des Wortes, oft als die eigentlich vorletzte erscheint) und da bekanntlich viele gelehrte Rabbinen in Frankreich lebten, so möchte man beinahe glauben, daß der Gebrauch, auch im Hebräischen die letzte Silbe zu betonen, dort entstanden und erst spater mit der, aus andern Gründen an demselben Orte sich findenden, in Verbindung gebracht worden sei. Der Name, unter welchem dieses Zeichen auf uns gekommen ist: (Melodie) bezieht sich auch nur auf die (im Orient mehr als bei uns singende) Declamation und Interpunction *), sonst aber nichts von *) Bekannt sind die an allen Orten in der Hauptsache ähnlichen, gewiß alten, Melodien der Sarka (wie man die Tafel der Accentzeichen nach dem ersten derselben nennt), die dem Sinne deö Textes, theils verbindend oder trennend, theilS Einzelnes besonders hervorhebend, sehr anpasiend sind, und für welche dieCan-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.