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Literarisches und homiletisches Beiblatt · 1838-01-20 · 2 (20.1.1838) · p. Seite 8

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Journal
Literarisches und homiletisches Beiblatt
Volume
I (1838)
Issue
2 (20.1.1838)
Date
1838-01-20
Page
Seite 8 (sequence 4)
Language
German
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8 mag sagen waS man will — der jetzt vor uns liegende Sanchunialhon durchaus nicht das Gepräge der Aechtheit hat. Die finnische Sprache hat viele Eigenthümlichkeiten mit der hebräischen?gemein. Die folgenden sind die wichtigsten. — Die finnische Sprache hat Suffixe, welche die Stelle der zueignenden Pronominen vertreten, wie im Hebr. Die Seitwörter zeigen einen großen Reichthum an abgeleiteten Formen; so kommen aus süön, ich cffe, «üötan, ich laffe effen, ich füttere, i gleich dem Hifil im Hebr.), und siiötelen, ich füttere oft und mit wenigem. Die finnische Sprache hat wenig Adverbien, Präpositionen und Konjunctionen, welchen Mangel,sie durch eine Menge Suffixe ersetzt. Nicht minder ist sie darin dem Hebräischen ähnlich, daß sie wenig zusammengesetzte Wörter besitzt. Völlig orientalisch ist auch der Parallelismus der finnischen Sprache, dem zufolge zwei, drei oder vier Verse nach einander denselben Gedanken wiederholen. Als ein Beitrag der jüdischen Literatur ist nicht zu übersehen ein aus seinem pariser Codex herausgegebenes b'ragniontum libri noininiim Hebraicorum (oder sogenanntes Onomaticon, welches ungefähr 600 hebräische Namen aus dem A. T. und den Äpocrypben etymologisch erklärt). Dieses Fragment enthält «la(nbr}) bis xvSiwg (Lob. 1, 2.), jedoch folgt in der Mitte auf «,'wc gleich elaafcQ. — Das Werk ist jüdischen Ursprungs, jedoch wahrscheinlich der philonischen Arbeit nur verwandt, ed. vr. M. H. Hohlenberg, 1836, Literarische Co rrespond enz. Wien, im December 1837. Zwei Briefe Joh. Jahn's. . Ich übersende Ihnen hierbei zwei noch ungedruckte Briefe deö berühmten Jahn, deren Kopie ich der Güte und Freundschaft deS, als Sprachforscher und Exeget wie als Dichter, in der hebräischen und aramäischen Literatur rühmlichst bekannten Herrn Juda JeiteleS in Wien," an welchen sie bei dem Erscheinen seines Meba Halaschon gerichtet wurden, verdanke; wenn sie auch schon an und für sich der Veröffentlichung ^würdig sind, so beeile ich mich um so mehr sie mitzutheilen, als sich dadurch die willkommene Gelegenheit bietet, mehre, und zwar die bedeutsamsten noch ungedruckten Werke dieses noch immer unerznüdet thätigen Literaten zur öffentlichen Kunde zu bringen, und so dem bescheidenen Verdienste die Krone würdiger Anerkennung zu ertheilen. Unter mehren vollständig vollendeten Arbeiten stehen obenan der in den folgenden Briefen besprochene: Aleturgsman, aramäisches Folio-Lexikon des Elia Lev ita, durchgängig mit komparativ-sprachwissenschaftlichen Noten versehen; ferner eine, mit besonderer Berücksichtigung der aramäischen Sprache und der sämmtlichen Targumim, gänzlich neueUmarbeitung deS Ozar Haschorascliim Ben ScebS: endlich Seher Leschon Kasdim, große und vollständige, schon in dessenVorgänger, demNebo lialaschon, angekündigte chaldäische Grammatik (beide letztere haben bereits die k. k. Censur). Nur dem Verfalle der hebräischen Literatur und der, durch den berechnenden Speculationsgeist herbeigeführten zaudernden Bedenklichkeit unsrer Verleger haben wir das Nichterscheinen derselben zuzuschreiben, und wir können nur den frommen Wunsch qussprechen, daß der hochgeachtete Literat bald Gelegenheit finden möge, diese zur Beförderung der hebräischen Literatur und des BibelstudiumS so nützlichen und nothwendigen Geistesproducte erscheinen. zu lassen, und durch die Schätze seines Pultes unsre leider etwas .gesunkene Literatur zu bereichern, daß diese im Gebiete der Wissenschaften den ihr angemessenen, verdienten Rang einnehmen. .Zwei noch ungedruckte Briesr Johann Zahn's vr. phil. et theol., k. k. Prof, der orient. Sprachen, der Einleitung in das A.T., der bibl. Archäol. u. der Dogmat. a. d. Univers. zu Wien, an Zuda Zeiteles. 1. Hochzuverehrender, Hochgelehrter Herr! Ich bin durch das mir zugesandte Geschenk Ihrer chaldaischen Grammatik auf eine'angenehme Art überrascht worden. Ich habe sie durchgegangen, und zu dem Vorgesetzten Zwecke ganz brauchbar gefunden. Es freuet mich besonders, daß endlich auch unter den Israeliten ein Gelehrter aufkritt, der es nicht bei der Kenntniß des Hebräischen allein läßt, sondern auch das Chaldäische, und-zwar grammatikalisch, welches meines Wipens unter den Israeliten sonst nicht geachtet wird, in Ausnahme zu bringen sucht. *) Ich wünsche tausend Segen dazu. Ich sende Ihnen hiermit als einen Beweis meiner ganz besondern Hochachtung meine Bearbeitung der Mesfianischen Weissagungen, (Appendix Herineneut.) die ich, nicht um die Israeliten zu Christen, sondern die christlichen Theologen gewisser Maßen. &u Israeliten zu machen, geschrieben habe. Ich habe hierüber in meinen jüngern Jahren Vieles von einem gelehrten Israeliten gelernt, Und wäre jetzt wirklich sehr neugierig, ein offenes Urtbeil eines gelehrten Israeliten über meine Arbeit zu hören; ich bitte demnach sie zu prüfen, wenn Sie anders Muße dazu haben. Sie werden hierdurch sehr verpflichten Ihren gehorsamsten Diener Wien, d. 24. Januar 1814. Job. Jahn. 2. ‘ . Hochgelehrter Herp! Ich -habe aus Ihrem werthen Schreiben ersehen, daß Sie ein großes Werk Vorhaben (bemeldeten Mcturgeman). Die Ausgabe des berühmten chaldaischen LexiconS von Elias Levita ist ein verdienstliches Werk. Wie ich aus der mit zugeschickten Probe sehe, so werden Sie dabei Vieles leisten, über doch wenigstens, für unsere Parthei manches zu wünschen übrig lassem Ick) wenigstens, undohne Zweifel Viele mit mir, werden wünschen, daß Sie bei jedem Worte zugleich'daß syrische entsprechende Wort anführten, wodurch beide Mundarten, die sehr wenig Abweichendes haben, mehr'Licht erhielten; dies würde aber Ihnen jnicht schwer werden, wenn Sie Castelli's syrisches Lexicon mit den Zusätzen deS Michaelis zur Hilfe'nähmen. Vielleicht könnte ich Ihnen einige Zusätze, die Castelli und Michaelis nicht haben, mittheilcn. Hernach wäre zu wünschen, daß im Chaldäischen selbst die jerusalemische und babylonische Mussdart bemerkt würde, wovon. Einiges in Buxtorf's Lexieon und Einiges in Schaaf'6 Grammatik angemerkt ist. Dock) dieses Alles würde Ihnen vielleicht zu siele Mühe machen, oder durch Ihre übrigen Geschäfte erschwert werden: wenn es aber geschehen könnte, so würden Sie Ihre Verdienste um den guten Elia unsterblich machen. Endlich wäre noch mein Wunsch, daß Sie nichts in Currentschrift, sondern Alles^ in einer guten, leserlichen Quadratschrift drucken lassen, welches Ihnen keine Mühe machen würde, und doch älteren, oder sonst schwächeren Augen Alles sehr erleichtern würde. Fragen Sie hierüber andere Freunde, und ich zweifle nicht, daß Viele mit mir hierin übereinstimmen werden. Ich hoffe hierüber eine weitere Aufklärung und verharre mit Hochachtung Ihr gehorsamster ._ Joh. Jahn. *) Der Brief ist 1814 geschrieben. Und so bietet er ein sehr Erfreuliches dar, wenn man ihn mit der Gegenwart vergleicht, wo Fürst, Zunz, Arnheim, Sachs, Dukes, Lippmann, Faalschütz/iburrstto u. A. ihr tüchtiger Streben walten lassen, zeigt, sich der Fortschritt der Juden, den vergebens Misanthropen zu läugnen suchen, auf die vortheilhaftcste Weise. Auch vorher hatten schon Mose Philippson, Salomon Cohn und Andere der grammatischen Auffassung der Sprache vorgearbeitet. D. Nedact. Redacteur: vr. L. Philippson. — Verlag von Baumgärtners Buchhandlung Druck von I. B. Hirfchfeld<

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