Literarisches und homiletisches Beiblatt
- Journal
- Literarisches und homiletisches Beiblatt
- Volume
- I (1838)
- Issue
- 10 (15.4.1838)
- Date
- 1838-04-15
- Page
- Seite 37 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/8366961-8376900-8367039--046-8367040- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
»3^-g-°g. Literarisches No. io. u u b v hoMiletifches B ei b k a t t. 1leip)ig, den 14. April 1838. Archäologie. Ueber die Landwirthschaft der Hebräer von ' ®r. med. P. Philippson. (Fortsetzung.) III. Ciicurbitaceae, Kürbißpflanzen. 1) Gurken talm/niÄp. Das Vaterland unsrer Gurken (Cucumis satirus CI. XXL 8) ist der Orient, sie sind dort viel schmackhafter als die unscigen und können ohne Nachtheil roh gegessen werden (Tournefvrt Reise in die Levante II. 375). Die Israeliten lernten sie in Egypten kennen und sehnten sich in der Wüste (Num. 11, 5) nach ihrem Genuß zurück. Es ist damit Cucumis ChateL. gemeint, welche nach Pröfp. Alpin (plant. Äeg. c. 38 und Hasselquist R. 530) langer, etwa einen Fuß lang, grüner, weicher, süßer, leichter, verdaulicher *) als die unsrigen sind, weißere rundere und kleinere Blatter haben und um Kairo nach der Ueberschwemmung des Nil's wachsen. In Palästina werden sie auf eigenen Gurkenfeldern gebaut (Mikscha) Jes. 1, 8, vgl. Mischna Schebiit 2, 1: „Wie lange darf man im 6. Jahre ein Feld bepflügen! So lange die Leute in Gurken- und Kürbißland graben." Kilajim 3, 4. Sie waren zur Hebe geeignet (lerum. 6, 6) und zehntpflichtig (Nasser. 1, 4) und eine beliebte Speise (Bah. mez 7, 5). Die welche 2K. 4, 39 die Jünger desElifcha sinden und die den Verdacht der Vergiftung erregten, sind wilde Gurken, cucumeres agrestes 8. asinini, Nvmoräica Elaterium (CI. XXL ord. 6). Sie sind eiföxmig, haben einen bittecn Geschmack und platzen, wenn sie reif sind, bei der leisesten Berührung auf, indem sich der Stiel löset und der Same mit einer Menge scharfer Feuchtigkeit ausgesprützt wird. Die Griechen verfertigten aus dem Safte ein Purgirmittel, das iXurifyiov. Sie wachsen wild; es fanden wivb im Talmud wiederholt ihre.Unverdaulichkeit emcrrt und daraus ihr Name (-Vp schwer) abgeleitet. Aboda f. 11, 1. 29, 1. sie schon die Krieger Alexander's, als sie nach Gedrosien kamen: es waren dornige auf der Erde liegende *), saftige Früchte wie Gurken,, deren Saft die Thiere blind machte, wenn sie etwas davon in die Augen bekamen. (8traboXV.) 2) Melonen? Diese Früchte, deren es unzählige Abarten gibt, die sich durch Gestalt, Farbe, Geruch und Geschmack des Fleisches u. s. w. unterscheiden, waren auch den Alten bekannt und wurden häufig cultivirt. Sie wußten schon, daß man die Früchte mehrer Gewächse aus der Familie der Cucurbitaceen nach'Gefallen ändern konnte, wenn man die eben verblühete weibliche Blume in ein Gefäß brachte, nach dessen Gestalt die Frucht sich dann modelte (Llippocr. de genitura 234). Auch Theophraft und Plinius gedenken dieses Umstandes. Dies ist insofern hier interssant, als wir auch im Talmud eines Verfahrens erwähnt sinden, die Cucurbitaceen variiren zu lassen. NyO VtpiJ SIN iripyj Nvn rnyipi:,i Vvü näe'ap nns n;p’äs Vp rrusnyp Spiipin ntoN nasbo IrÄgy: N'.ITI ny-pi:^ ',Kimmt man' ein Körnchen aus, der Spitze einer Gurke und pflanzt es, so entsteht eine Melone, nimmt man nun ein Körnchen aus der Spitze (dem Köpfchen) einer Melone, so entsteht ein Melopepo." Diese Stelle des hierosolymitanischen Talmuds beweiset außerdem zur Genüge, daß Abaliacb und keinesweges Synonyma sind, wie man aus der Uebersetzung des Targum Jonatan zu Num. 41, 5 schließen möchte. sind Wassermelonen (Cuouibita CitruIIus L,.), die noch jetzt häufig in Aegypten und den Inseln des Archipelagus, auch in Apttlien, gebaut werden. Die Früchte haben eine, feine Schale mit sternförmigen und viereckigen Flecken und enthalten ein festes,röthliches oder weißgelbliches Fleisch von angenehmen, süßlich-herzhaftem Geschmack. Kein Wunder also, daß sich die Israeliten in der Wüste nach ihrem Genüsse, sehnten! Auch in Palästina wurden sie gebaut und konnten zur Hebe bestimmt werden (Terum. 3, 1). Die {.irjlontTHov 'war die gewöhnliche Melone (Cucumis Melo) mit ihren Varietäten, (Kilajim 1, 2 u. a. O.) und wurden mit Gurken für eine Gattung erklärt, wie noch jetz) im System. ) Daher a. a. O. Gefe»-Sade wilde Ranken.