Literarisches und homiletisches Beiblatt
- Journal
- Literarisches und homiletisches Beiblatt
- Volume
- I (1838)
- Issue
- 16 (9.6.1838)
- Date
- 1838-06-09
- Page
- Seite 61 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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1. Jahrgang. No. 16 Literarisches und homiletisches B e i b l a t t. Leipzig, den 9. Juni 1838. Literarische Correspondenz. München, 9 April. Bibliographische Notizen über die hebräischen Manuskripte der königlichen Bibliothek zu München, von Lilienthal. (Fortsetzung.) 21) Ein Manuscnpt mit fünf Werken kabbalististen Inhalts. I) Ein Commentar auf das Buch n'V'ic** von Abraham ben Daud. Juchafin und Zemach Davtd erwähnen dieses Comwentars nicht, dem beigebunden ist 2) S Sw nmiN, eine mystische Abhandlung der Kraft eines jeden Buchstaben in der hl. Schrift. 3) Spwv.i nav von R. MoseS ben Schein tob. Eine metaphysische Psychologie, von ihm .im Jahre 5050 s. in. (1789 a. C.) verfaßt, die in 5 Kapiteln abhandel: 1) die Schöpfung der Seele; 2) ihr Leben nach dem Scheiden aus ihrer körperlichen Hülle; 3) die Bestrafung derselben; 4) daS ewige Leben; 5) die Auferstehung der Todten. An diese Abhandlung reiht sich eine kabbalistische Begründung der Zizit, der Tefilin, deS Sabbath S und der Feiertage, der Beschneidung. Er schrieb dieses Werk für einen seiner Freunde, den er in der Vorrede den Vorsänger Jakob nennt. Wolf führt in zwei Nummern das Werk n^onn Spw», und dann n»5nn was auf, fügt aber am Ende bei, eS wäre möglich, daß beide eins seien, was ihm aber nicht sehr wahrscheinlich dünkt. Indessen, wäre ihm ein Manuskript, oder die Baseler Ausgabe zu Händen gekommen, so hätte er sein Vermuthen gewiß als Wahrheit bestätigt, denn der Autor nennt das Werk, selbst so; das erste Kapitel.fängt mit diesen Worten an, und in der Vorrede entschuldigt er sich, daß er das ganze Werk nicht desto weniger Spwün *o nennt. DaS hiesige Manuscnpt liest richtig;i^Sv aus Leon, nicht fehlerhaft, wie daS Leydener Lugdonensis. Was ein anderes Citat: „ich verfaßte dieses Werk 5050 NiSNn Sninii wü" heißen soll, kann ich nicht entziffern. — 4) nwvv von R. Jsmael ben Elischa. Unter diesem Namen schließt daS Ms.; als Aufschrift führt eö den Titel: Kabbala deribi JSmael. Die Vermuthung, daß dieses Werk mit einem andern desselben Verfassers: t-nScr, -»pis, eins sei, mag daher rühren, weil dieses Werk in seinen dreißig Kapiteln die verschiedenen Arten aufzählt, wie man von einer Srufe der Kabbalistik zur andern fortgeht, um ins Heiligste zu kommen, wie es in der Vorrede heißt: „Den Menschen zu bringen und zu führen, Sa**n •nnnS". Diese Worte mögen hiezu Veranlassung gegeben haben; denn nach Wolf fängt jenes mit den Worten an: „ und es wandelte Enoch", weßhalb eS auch Enoch genannt wird; unseres hingegen fängt mit einer Waruungsrede an den Jünger an, der den mystischen Tempel der Kabbala betritt. Zur genauern Vergleichung und Entscheidung fehlt mir jenes. 5) Hierauf folgt nwv», kabbalistischer Commentar der ersten 2 Kapitel der Genesis, und des hl. Namens Gottes, der auS der Erscheinung GotteS im Dornbüsche und den Worten deS priesteklichen Segens entziffert wird. Auf jeder Seite ist R. Jsmael angeführt; daher ich eS dcmWerfasser des unter 4 angeführten Werkes zuschreibe. Endlich 6) D'-ai-ns über mystische Zusammensetzung der Buchstaben der hl. Schrift. Wahrscheinlich ist es von R. Akiba, denn eS hat mit den nvrm desselben Mi sch na gelehrten AehnlichkeiN 22) nü*'San i-jv, von R. Elkana ben Jerucham. Der ungewisse Ursprung dieses Werkes'ist zu bekannt, als daß er hier weiter auseinandergesetzt werden dürfte. Das Mannscript, daS 476 eng beschriebene Blätter zählt, ist vortrefflich erhalten und herrlich geschrieben. ' 23) naiftN von R. Meir aus Rothenburg. Dieser fruchtbare, einer ungezählten, unmäßigen Steuer halber im Gefängniß -verstorbene Schriftsteller, klagt in der Einleitung über den Verfall der philosophischen Dogmatik in seiner Zeit und giebt dies als Veranlassung zur Verfertigung des vor.unS liegenden Werkes an. Handelnd über Unsterblichkeit der Seele, ihre Belohnung und Bestrafung, führt er im ersten Theile die Ansichten der griechischen Philosophen und mancher Scholastiker an, und stellt dann im zweiten seine eigene, begründet durch die heilige Schrift auf, mit Angabe wo er mit den Profanschriftstellern übereinstimmt, und mit Beweisgründen widerlegend, wenn er ihrer Meinung entgegen ist. 2) nSapn töDni *»05n. Ich finde dieses Werk in Bartolocius, Wolf, Kocher re. nicht vorgezeichnet, und auch im Manuscnpt ist der Name des AutorS nicht zu finden. ES ergiebt sich nun aus der Vorrede, daß der ungenannte Verfasser eS einem Freunde zu Liebe in 21 Stunden (täglich arbeitete er 2 Stunden daran) verfertigt habe. DaS Werk, daS 165 Seiten zahlt, vergleicht die Lehre der Philosophen mit der der Kabbalisten über Gott, Welt und Mensch in 7 Kapiteln. Es behandelt im 1) die Schöpfung, Erhaltung der Welt und die Einheit GotteS; 2) den Grund, warum der Mensch erschaffen worden sei; 3) welche Arbeiten im menschlichen Leben daS Geschöpf vom Gottesdienste entfernen; 4) ob der Mensch die göttliche Weltregierung durch irgend eine vernünftige Weise begreifen lernen könne; 5) die Ursache aller Gebote und Gesetze; 6) den kabbalistischen Grund der, 10 Sefirat; 7) den wesentlichen Unterschied zwischen den Lehren der Philosophie und der Kabbala. — Hieran reihen sich desselben Autors Bemerkung über Salomön'S Sprüche, über das hohe Lied und den Prediger; seine Ansichten über die Nothwendigkeit und Unerläßlichkeit deS Gebetes; und