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Literarisches und homiletisches Beiblatt · 1838-08-04 · 21 (4.8.1838) · p. Seite 81

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Journal
Literarisches und homiletisches Beiblatt
Volume
I (1838)
Issue
21 (4.8.1838)
Date
1838-08-04
Page
Seite 81 (sequence 1)
Language
German
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1. Zahrgaug. No. SL homil Literarisches und etifches Beiblatt. Leipzig, den 4. August 1838. Literatur. Beiträge zur neuesten Literaturgeschichte der jüdischen Poetik. (Fortsetzung.) Arba Kosot, von Salomo Papenheim, Wien 1836. (Zuerst Berlin 1790). Der Verfasser dieses Büchleins ist der bekannte Salomo Papenheim, dessen Synonymik, Jeriot Salomo, in der Form den Neohebraismus auf der höchsten Stufe seiner Ausbildung für Sprachwissenschaft zeigt, und im Inhalte (ungeachtet vieler ganz falschen Deduktionen, veranlaßt durch Unkenntniß der sprachvergleichenden Analyse) doch die feinfühligste Kenntniß des Althebraismus, so wie in der Anordnung philosophische Ausbildung bekundet. Ein Lexikon der hebräischen Partikeln, Chesheq Salomo überschrieben von dems. Vers., ist leider unvollendet geblieben. In den „Vier Bechern" tritt Papenheim als Dichter auf, ich möchte dieses Büchlein ein poetisches Compendium der Synonymik nennen. Die Wahl und die Zusammenstellung der Wörter ist so berechnet, so emphatisch, daß der Leser aufgefordert scheint, bei jedem Worte zu halten, um durch Betrachtung seiner Stellung und Bedeutung im Satze seinen Grundcharakter zu erfassen. Gleichlautende Wörter sind in ihren verschiedenen Bedeutungen mit einander verbunden, 'schwere Schriftsteller!, namentlich des Buches Job musivisch eingeflochten, und die schönsten Wörter und Diktionen des Althebraismus zu einem so lieblichen Email verbunden, daß man mit dem würzigen Konditon dieser „Vier Becher" zugleich die feinste syntaxis omata in sich aufnimmt. In der poetischen Form scheint Papenheim Poung's Nachtgedanken zum Vorbild gehabt zu haben; er wählte das Idiom des Buches Job als das dieser Form entsprechendste. Das erste Buch, Becher des Verzweiflungstaumels überschrieben, schildert das menschliche Elend und das Nachdenken in den Schickungen Gottes, mit besonderer Beziehung auf den Dichter, dem der Tod drei Söhne und seine Gattin entrissen hatte. Das zweite Buch, der Becher des Trostes, enthält Trostgründe, unmittelbar aus der Erfahrung entnommen und den Versuch einer-Theodicee vom Standpunkte der natürlichen Theologie. Das dritte Buch, der Becher in der Hand des Ewigen, stellt in der Sünde den letzten Erklärungspunkt alles Uebels auf, schildert Gottes Anstalten zur Erziehung des sündigen Menschen, und weist auf das jenseitige Leben als die endliche Auflösung aller scheinbaren Dissonanzen hin. In dem vierten Buche, der Becher des Heils überschrieben, finden wir die trübsinnigen Klagen in die freudigsten Hymenklänge umgewandelr; die Finsterniß, die über dem ersten Buche brütete, hat sich zum sonnenhellsten Tage verklärt. Das erste Buch beginnt, wie folgt: „Der Tag ist dahin! Nun, siehe, kommt seine Schwester, die Mohrin! Siehe, sie überhüllt die Fläche des Erdballs mit dem Schleier ihres Wittwenthums! — Unter ihrer Hülle wohnt leise Stille, regungslose Ruhe, unter ihr schließt sich jede Wimper, labt sich jedes Auge an seinem süßen Balsamschlummer. Nur daö Auge des Uhu's, auch der Buhlin schamlose Augen entsagen dem Schlafe. O so weicht doch von mir, ihr Kinder meiner Gedankenträume! Weichet von mir, auch ich will ein wenig rasten nach dem Gewühl des besonnten Tages! — Ach vergeblich wünsch' ich euch hinweg, nur desto stärker pulsen meine Adern — und mein Geist brütet über einen endlosen Voran fluthender Ideen — es dröhnen, brausen in ungestümem Tosen seine Wogen, und überschwemmen mich mit unstät wechselnden Gebilden, mit gespensterhaften Fantasien — und lärmendes Getöse wälzt sich durch die große Stadt. Ich schreite vorwärts, und höre das tiefe Gestöhn gramvoller Elenden; rückwärts, und siehe, lautes Wehgeschrei niedergedrückter Armen tönt mir entgegen. Wenn ich aufsteige zu Himmelshöhen, so schaue ich von dort aus meines Anfangs Niedrigkeit herab; wenn ich mich lagere in tiefen Abgrund, so erblick' ich dort meines Endes unvermeidlich Loos. Mein Anfang eine Made, Gewürm mein Ende, und zwischen diesen beiden Polen schwebt mein Leben, wie auf ein Körnchen fliegenden Staubs gegründet. Wie Schaum auf schnellfließendem Gewässer fortgerissen wird und zerfließt, so reißt der Strom derZeit unwiederbringlich es dahin" — Das letzte Buch beginnt parallel folgendermaßen: „Die Nacht ist entschwunden! Ich danke dir, Herr des Weltalls, daß du gegen das Unterpfand mühevoller Arbeit mir süßen Schlummer gnädig spendest. Wie süß war mein Schlaf nach der Arbeit des gestrigen Tages! Wie erquickt ist mein Körper durch das Labsal der Ruhe! Nun wache auf, du Träger! Horst du nicht die Stimme des Ewigen, der daherschreitet in mitten deines Lagers? Siehe der Tag glühet dich an, wie eines Feuerofens sprühende Flamme, die LeuchteGottes breitet zur Arbeit ihre

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