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Bar Kochba · 1928-12-01 · Dezember 1928 · p. Seite 77

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Journal
Bar Kochba
Volume
1928
Issue
Dezember 1928
Date
1928-12-01
Page
Seite 77 (sequence 5)
Language
German
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77 Assimilation paralysiert werden, ist eine erfreuliche Nebenerscheinung. Man könnte gegen dieses Bundesziel den Einwand erheben, daß der zum Nitionaljudaismus Erzogene mit eiserner Konsequenz zum Zionismus kommt, da letzterer doch wohl den aussichtsreichsten Versuch einer Renaissance der jüdischen Gruppe bedeutet, jedoch ist es ein Irrtum, daß diese Konsequenz unbedingt gezogen werden muß. So ist es beispielsweise denkbar, daß jemand, der die Renaissance der jüdischen Gruppe für notwendig hält, an der politischen Realisierbarkeit seiner Idee zweifelt und somit den Zionismus verwirft. Hieraus folgt, daß die politische Entscheidung dem einzelnen überlassen bleibt, selbst wenn er im Sinne einer bestimmten Weltanschauung erzogen wurde. Wir glauben, daß der „Nationaljudaismus" als Ziel dem Bund eine klare Richtung geben wird, ohne daß er den pädagogischen Fehler begeht, eine politische Erziehung zu betreiben. (Nachwort des Verfassers: Der vorliegende Auszug stellt nur einen geringen Teil zweistündigen Referates dar. Selbst dieser Teil mußte außerordentlich kurz gefaßt werden, es kann daher weder verwundern, wenn einzelne Behauptungen, die im Vorliegenden aufgestellt wurden, nicht bewiesen, wenn ferner einzelne Beweise nicht näher erläute rt und interpretiert wurden. Wenn ich mich trotzdem entschloß, meine Auffassungen in der vorliegenden Fassung wiederzugeben, so geschah dies, um dem dringenden Bedürfnis nach einer Klarstellung der Ziele des Kadimah Rechnung zu tragen. Hierbei ist zu betonen, daß selbst im Kreise des Kadimah die ideologische Debatte keineswegs abgeschlossen ist, daß aber der größte Teil des Bundes auf dem Boden der hier skizzierten Meinung steht). ZEIL / ECKE SCHÄFERGASSE Inhaber: Martin Mayersohn 0081 Schirme, Spazierstöcke in reicher Auswahl kl und sämtliche Ausrüstungsstücke in nur sportgerecht. Ausführung. Fachmännischer Rat und Aufklärung in allen Fragen. Ausführung sämtl. Reparaturen in eigener Werkstatt. Ski - Zimmermaee Frankfurt a. M. Telefon Hansa 2188 Töngesgasse 10 Hof rechts Rund um den Sport Sportliche Wettkämpfe im Winter sind weniger zahlreich, als während der Sommermonate, dafür ist aber das Kräfteverhältnis der auf einander stoßenden Gegner ein viel ausgesuchteres. Nur einige Hallen in Deutschland geben die Möglichkeit, im Winter im gedeckten Raum Wettkämpfe auszutragen. So hatte Berlin vergangene Woche ein für den Brandenburgischen Athletik-Verband besonders großes Sportfest im Sportpalast aufgezogen. Der „Bar Kochba Berlin", dem es meist darum zu tun ist, in Staffeln seinen Anhängern die allgemeine Durchbildung seiner Mitglieder zu beweisen, beteiligte sich an der 3 mal 1000 Meter — an der 20 mal 2 Runden — und an der 10 mal 50 Meter Pendelstaffel. Bei allen 3 konnte er Erfolge aufweisen und ist es hier am Platze, die Bemerkungen der Frankfurter Zeitung wörtlich bekanntzugeben, die sie in der Sonntagsaus* gäbe verzeichnete: „Bemerkenswert war, daß schon in der 10 mal 50 Meter Pendelstaffel so ausgesprochene Favoriten wie der Sportklub Charlottenburg und der Lübecksche Turnverein ausschieden und sich von den 37 Mannschaften nur der Berliner Sportklub, Teutonia 1899, die Diskontogesellschaft und der Jüdische Turn- und Sportverein Bar K ochba qualifizieren konnten. Das Schlußrennen brachte einen durchweg spannenden Kampf, der an die Mitwirkenden die höchsten Anforderungen stellte. Der Jüdische Turn- und Sportverein Bar Kochba konnte hier einen bemerkenswerten und vielbejubelten Sieg vor dem Berliner Sportklub und Teutonia erringen." 6 Tage-Rennen Das hier in Frankfurt a. M. stattgefundene Sechstage-Rennen brachte täglich tausende von Zuschauern auf die Beine, die mit sensationslüsternden Augen den Vorgang der professionalen Sportler folgten. Es soll nicht versäumt werden, in unseren Blättern dem jüdischen Publikum, das ein großes Kontingent der Zuschauer bei obiger Veranstaltung stellte, die Notwendigkeit der jüdischen Sportvereine, gleichviel wie sie heißen, vor Augen zu führen. Müssen es denn immer sensationelle Fußballwett-, professionelle Boxkämpfe oder sonstige Veranstaltungen obigen Charakters sein, die diesen Juden! erst Veranlassung geben, sich nach dem Sport umzusehen, oder müßte es nicht ein Herzensbedürfnis sein, die Vereine zu stärken, die sich mit dem Sport auch die gesamte Erziehung jüdischer Menschen zur Aufgabe stellen?

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