Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 1928
- Issue
- November 1928
- Date
- 1928-11-01
- Page
- Seite 57 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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57 der Vortragende, Dr. Max Mayer, eine Persönlichkeit ist, die wohl wie niemand anders in Deutschland über ein solches Maß von Kenntnissen und zugleich über ein solches Maß der Liebe zu der Sache und den Zuhörern verfügt, dann ist von vornherein die Gewähr gegeben, daß alle die, die Zuhörer sein werden, nicht nur lernen, sondern mit Intensität und Liebe bei der Sache bleiben. Dieser Zyklus über neuhebräische Literatur, der bereits in vielen Plätzen Deutschlands stets vor überfüllten Sälen gehalten wurde, behandelt am ersten Abend M e n d e 1 e Mopher S f a r i m und seine Epoche (Romantik-Haskalut). Am zweiten Abend Ach ad Haam und damit die Lehre vom geistigen Mittelpunkt. (Im Gegensatz zum politischen Mittelpunkt). Am dritten Abend Ch. N. Bialik und damit die hebräische Poesie. Auch in Frankfurt a. M. dürfte wohl allen Anzeichen nach diese hebräische Kulturwoche ein bedeutendes Ereignis sein, von allen jüdischen Gruppen besucht werden, und damit im Mittelpunkt der kulturellen Winterarbeit stehen. (Näheres siehe a. Anonce). DAMEN- UND HERREN - FRISEUR MARTIN SCHEID LAN6ESTRASSE NR. 35 AUFMERKSAME BEDIENUNG DURCH NUR GUTES PERSO¬ NAL BEI BILLIGSTEN PREISEN REICHHALTIGES LA GER SÄMTLICHER TOILETTEN-ARTIKEL Palästinaquatsch Den Bemühungen einiger unbestechlicher Männer scheint es endlich gelungen zu sein, Palästina wenigstens so weit zu entromanisieren, daß der europäische Durchschnittsleser nur noch selten missionarefressende Kannibalen oder assagaischwingende wilde Juden bei uns sucht. Auch die Legende, daß der große Stamm der Benisachrbeduinen dem Hochkommissär von Palästina ein Ultimatum überreicht habe, wonach er die (noch nicht gebaute) Bahnlinie von Jerusalem nach Bagdad zerstören werde, falls nicht sämtliche Krieger des Stammes als Postunterbeamte angestellt würden, — auch diese Legende scheint bereits außer Kurs gekommen zu sein. Was sonst aber an phantastischem Unsinn über Palästina in Europa gedruckt wird, genügt, um die Vermutung aufkommen zu lassen, daß Palästina etwa gleichzeitig mit dem Auftauchen Nobiles am Nordpol entdeckt wurde. Man muß nicht allzuviel von den geographischen Kenntnissen einer europäischen Intelligenzklasse halten, um doch zu staunen, wenn eine große deutsche; Orientbank konsequent „Jerusalem, Türkei", adressiert (und infolgedessen türkische Pfunde schickt, die selbst ein Kameltreiber hohnlachend zurückweist) oder wenn eine der größten deutschen Zeitungen der unbeirrbaren Ansicht ist, daß man „Jerusalem (Aegypten)" schreiben muß, und daß es nichts schaden kann, wenn man das gelegentlich in „Jerusalem (Kleinasien)" oder „Jerusalem bei Palästina" variiert. *********B**aBmmammmmmimDammmmmmi BRIEFMARKEN sowie alle philatelist. BEDARFSARTIKEL kaufen Sie am vorteilhaftesten im größten Spezialgeschäft Süddeutschlands K. VI. Friedrich Schäier Frankfurt a. M. oear is«7 Kaiserstrajje 2 Aber ich meine gar nicht diese geographischen Kleinigkeiten, wie ich auch nicht von den großen Schlagern sprechen will. Es liegt mir durchaus fern, jene berühmte Meldung des vorderasiatischen Karl May-Korrespondenten an seine Wiener Zeitung zu glossieren, der den aussterbenden Stamm der samaritanischen Juden nach dem Osteropfer schlicht und bieder das schöne deutsche Lied „Stille Nacht, Heilige Nacht" singen läßt. Es liegt mir durchaus fern, mit diesem Wiener Blatt darüber zu rechten, daß die Samaritancr Juden und nicht Christen sind, daß Ostern nicht Weilmachten ist und daß daher die Behauptung, eine Gesellschaft von aussterbenden, hebräisch-arabisch erzogenen Gentlemen singe einen deutsch-christlichen Choral, füglich eine Uebertreibung sein muß. Manches von dem, was der Tag einem heimtückischerweise so zufällig in die Hände spielt, stimmt sogar fröhlich, so die Bildbeilage des „Hamburger Fremdenblattes", in der man wieder einmal das zum Uebcrdruß bekannte Bild der Omarmoschee in Jerusalem erblickt, mit einer Unterschrift, die vermuten läßt, daß diese Zeitung sich auch in Zukunft nicht davon abbringen lassen wird, dies sei „die durch das Erdbeben schwerbeschädigte Grabeskirche in Jerusalem". Oder wenn wir aus einer in Wien erscheinenden Zeitung erfahren, daß bei dem Begräbnis eines berühmten Mannes in Palästina „die jungen Bursehen und Mädchen ganz in Weiß, der Trauerfarbe der Juden, gekleidet hinter dem Sarg schritten". Dies alles könnte man noch hinnehmen. Aber anderes schlägt den Palästinenser geradezu nieder. Von einem phantasiereichen Reiseberichterstatter erfuhren wir kürzlich ganz unvorbereitet, daß der hebräische Buchstabe D „Dalet", der auch die Zahl vier bedeutet, — daß dieser Buchstabe, welcher von der letzten Wahl her noch auf vielen Jerusalemer Hausmauern aufgemalt ist, durchaus nicht die Aufforderung bedeute, für die Wahlliste vier zu stimmen, sondern ein kabbalistisches Abwehrmittel der abergläubischen Juden gegen den Satan und den bösen Blick sei. Bestürzt lege ich das Blatt zur Seite, greife nach SPORTHAUS TAU N USSTRASSE 25 (ECKE ELBESTRASSE) HANDBALL / LEICHTATHLETIK, sowie jeden anderen Sport. Heinz Messerschmidt Sämtl. Sportartikel für Telefon Hansa 9620