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Wiener jüdisches Familienblatt · 1935-03-01 · 16 (März-April 1935) · p. Seite 26

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener jüdisches Familienblatt
Volume
3 (1935)
Issue
16 (März-April 1935)
Date
1935-03-01
Page
Seite 26 (sequence 28)
Language
German
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—Hypnose? Na, ihm sollte sowas passieren. Ha, ha, er hatte doeh seinen Browning in der Tasche; einfach über den Haufen knallen würde er ihn, diesen Hypnosemann. Wo war er denn, sein Browning? Richtig, an gewohnter Stelle in der rechten Rocktasche. Ja, jetzt war wohl reichlich Bettzeit. Freddi stand auf, krach, der Sessel flog hinter ihm zu Boden. Er ging auf die Tür zu — oder ging die Tür auf ihn zu, - ganz gleich! Kerzengrad durch, oha, ein bißchen den Pfosten gestreift; gut, daß ich in keinem Auto sitze, haha, im Auto durch die Tür! Hyp—, wie doch: Hypnose? So ein Kerl, kaum zu glauben, na, dem würd,e ich!" Jetzt geht's die Treppe hinauf, die kennt er ja wohl; nur leise, die anderen schlafen schon längst, hoppla, aha, wo ist ineine Türe? 37, 3K, 39, hier die Nummer 40. So, der Schlüssel steckt, rabenschwarz! Wo ist der Lichtschalter? Hier nicht, — aber — hier! So, Licht: das Zimmer erstrahlt. Da — was ist das? Di* Palästina-Linie des „Lloyd Triestino" jubiliert In diesen Tagen begeht der „Lloyd Triestino" ein kleines Jubiläum, welches nicht unbemerkt vorübergehen sollte: Es werden nun zehn Jahre, seit die Triester Schifffahrfsgesellschaft in Voraussicht der Entwicklung eine direkte Linie Triest - Palästina einrichtete. Es war dies die erste Linie nach Palästina und bis heute ist es die bequemste und schnellste Verbindung von Europa nach Palästina geblieben. Die Grundlage der Entwicklung dieses Schiffahrfszweiges bildete ein Abkommen zwischen dem „Lloyd Triestino" und der „Jewish Agency" in London, welches immer wieder erneuert wurde, und zwar zur Zufriedenheit beider Vertragspartner und vor allem der Passagiere: es handelt sich hier um die Beförderung von Einwanderern Hotel iMiiinoy iaqhQ&L a (JUGOSLAVI JA) Neues Haus direkt im Zentrum - Jeder Komfort In der Ecke gegenüber? Ah was, ich bin besoffen! Aber nein! Da steht einer in der Ecke gegenüber. Steht ganz still und schaut. „Nanu", sagt Freddi. Der andere bewegt sich noch immer nicht. Schaut sein Vis-ä-vis nur stier an. Freddi macht einen Schritt auf ihn zu, der andere ihm entgegen; auch nur einen Schritt. Und rührt sich wieder nicht. Schaut nur. Und Freddi kann einfach nicht weiter — kann einfach nicht weiter?? O nein, da kennt Ihr Freddi schlecht, Freddi, den Amerikaner! Den Browning heraus und - Pult, tschinn, klirr — weg ist der Hypnoseverbrecher! Ganz weg! Dafür ist der Wirt da: „Aber Herr Braun, was tuns' denn? Sie zerschießen mir ja die Psyche! Herr, das kostet 50 Schilling!" Herr Brown hatte sich selbst erschossen, gottlob nur im Spiegel. Am anderen Morgen, ganz zeitlich, war er weg, um 50 Schillinge ärmer. O. L. nach Palästina auf Grundlage der von der Mandatsregierung erteilten Zertifikate, und zwar zu Preisen, welche den Aermsten der Armen — und um solche handelt es sich zum größten Teil — die finanzielle Möglichkeit zur Ueberfahrt nach dem Lande der Verheißung boten. Seitens des „Lloyd Triestino" geschah alles, was im Zusammenhang mit dem Zweck dieser Linie wünschenswert erschien. Das Dampfermaterial wurde ständig verbessert, so daß jetzt die Schwesterschiffe „Jerusalem" und „Galiläa" und „Palästina" mit ihrer geradezu vorbildlichen Touristenklasse den Auswanderern ohne Preisaufschlag zur Verfügung stehen. Auf die Einrichtung und Qualität der Kabinenunterkunft, der Salons, der rituellen Küche, einer immer wachsenden Bibliothek von klassischen und modernen Werken der hebräischen Literatur und von zeitgenössischen Werken über das Zielland in allen Sprachen, einer Kultstätte an Bord, wurde das größte Gewicht gelegt. Jüdische Mannschaft wurde vorzugsweise auf dieser Linie verwendet, der Kommandant eines der Schiffe der Palästina-Linie des „Lloyd Triestino" ist Jude und durfte kürzlich das Jubiläum seiner hundertsten Ueberfahrt nach Palästina feiern. Die Schiffe der Linie versehen sich auf der Fahrt vorzugsweise mit Produkten Palästinas und haben natürlich nicht wenig zum Warentransport Palästina- Europa beigetragen. Hier sei auch erwähnt, daß die zur gegenseitigen Messebeschickung erforderlichen Waren- und Musfertransporte besonders begünstigt wurden. Auch die kulturellen Beziehungen zwischen Palästina und Italien wurden inniger gestaltet. Jüdische Studenten werden zum Studium an den italienischen Hochschulen ermutigt und an allen nautischen Schulen Italiens sind palästinensische Studenten inskribiert. Eine Ziffer läßt die Bedeutung der Beziehungen erkennen, welche sich in den letzten zehn Jahren entwickelt haben: über eine Viertelmillion Passagiere haben in diesem Zeitraum die Palästina-Linie des „Lloyd Triestino" benützf. Diese Ziffer spricht eine beredte Sprache für die nun bereits zur Tradition gewordene Verbindung der Begriffe Palästina und „Lloyd Triestino". LEIBBINDEN. Die Anschaffung einer Leibbinde war bisher immer ein Problem, das viele Patienten auch dann vor der Anschaffung abschreckte, wenn die Ärzte dringend dazu rieten. Die Fachfirma Bandagen-Mikolasch, Wien, Taborsfraße22, hat in langjähriger Zusammenarbeit mit Ärzten und Wissenschaftlern die Corpufront-Leibbinde erzeugt, die in Bezug auf Paßform und Bequemlichkeit auch den verwöhntesten Ansprüchen genügt. Die Corpufront-Binde hilft bei Hängebauch, Magensenkung und nach allen Operationen in verblüffender Weise und tausende zufriedene Patienten füh'en sich beim Tragen derselben aller Beschwerden ledig. Wir geben gerne kostenlose Auskünfte über unsere neuartigen Bandagen und senden fachkundige Damen und Herren zwecks Maßnahme überall hin ins Haus oder in die Krankenanstalt. 26

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