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Wiener jüdisches Familienblatt · 1935-02-01 · 15 (Februar 1935) · p. Seite 30

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Journal
Wiener jüdisches Familienblatt
Volume
3 (1935)
Issue
15 (Februar 1935)
Date
1935-02-01
Page
Seite 30 (sequence 32)
Language
German
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PO DER FIRMJ MIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHimillllllHIIIHlUHMIHIIIIIIIIIIIIIIIII........IIIIIIIIIIIIIIIIII.....IUI.......I.....Illlllllllllllll.......IIIIIIIIIIIIIIIII III.......IHIIUIIII........ Der Höhepunkt der Saison Einmal noch, bevor die Winterniode von uns Abschied nimmt, entfaltet sie sich in besonderem Glänze. Der Fasching — nicht nur eine Zeit des Vergnügens, das manchem sinnlos erscheinen mag — sondern auch als Gesamtheit ein Ereignis von volkswirtschaftlicher Bedeutung, bringt den Höhepunkt der Saison. Die Feste dieses Winters geben den Frauen Gelegenheit, sich in doppeltem Sinne im besten Lichte zu zeigen. Die große Aufmachung, das Abendkleid, ist die höchste Steigerungsstufe, welche die Mode der Frauenschönheit zur Verfügung stellt. Welche Frau könnte der Verlockung widerstehen, hin und wieder den Alltag abzustreifen? Jede der bereits stattgefundenen Festlichkeiten war eine Parade schöner Abendkleider und man konnte eine bedeutsame Veränderung des Stiles, der bis vor kurzem vorherrschte, bemerken. Helle Farben haben sich durchgesetzt. Es ist eine Rückkehr zu einer anmutigen, sehr femininen Mode, die sich voraussichtlich weit über den heurigen Winter hinaus behaupten wird. Biedermeiertoiletten in zartblau, rosa und zyklame mit enger Cor. sage und ganz weiten Röcken aus Tüll oder Organdy, Stilkleider der Achtziger- und Neunzigerjahre mit dem großen, die Schultern freigebenden Dekollete und den von den Hüften abwärts glockigen Röcken aus Taft oder Moire bringen eine Note in das Bild der Abendmode, die auch die „modernen" Kleider nicht ganz unbeeinflußt ließ. Man trägt wieder Dekollete in allen Größen. Ebenso modern ist es, den freien Rücken, die Arme und Schultern zu zeigen. Der Einfluß erstreckt sich auch auf die Wahl der Materialien. Spitzen, denen immer die Liebe der Frauen gehört hat, sind wieder modern. Tüll wird in Riesenrüschen um die Schultern gelegl, als Boa getragen und als Krausen um das Handgelenk und den Rocksaum angebracht. Zu einer Abendmode, die weibliche Anmut so sehr betont, gehört der Straußfedernfächer, das einst unentbehrliche Requisit koketten Ballgeplauders. Die Frauen verstehen auch jetzt, sich seiner mit Grazie zu bedienen. Von prachtvoller Wirkung sind die Federncapes und -Boas, deren blendendes Weiß, leuchtendes Rosa oder zartes Blau das Gesiciit der Trägerin wirkungsvoll umrahmt. Die freigebige Dekolletage der modernen Ballroben hat übrigens der Abendhülle zu besonderer Wichtigkeit verholfen. Man sieht sie bei den eleganten Festlichkeiten in unzähligen Varianten: aus dem Material des Kleides, in Lame, Samt, Seide oder Tüll, aus kostbarem Pelzwerk und aus Straußfedern. In einigen Wochen ist der Faschingszauber vorüber. Für alle jene, die mittun konnten, bleibt er eine schöne Erinnerung. Stunden, die uns vom Alltag befreien, sind immer genußreich. TOD LITTE IM IFÜlfl ©IIM IFÄSCIH10IN1© Fig. 1 : Blaues Ensemble, Kleid und Cape aus dergleichen Spitze Fig. 2: Lindengrünes Taftkleid mit Schlupfärmeln,tiefes Rückendekollete, das eine Agraffe abschließt Fig, 3: Toilette aus schwarzem Velours - sans Peur mit Straßgürtel und Klipsen Flg. 4: Gewickelte Goldlamerobe mit grünen Schnallen an den Schultern und am Gürtel Fig. 5: Linienkleid aus Crepe-Satin mit separat anzuziehenden Handschuhärmeln 30

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