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Wiener jüdisches Familienblatt · 1935-01-01 · 14 (Jänner 1935) · p. Seite 31

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Journal
Wiener jüdisches Familienblatt
Volume
3 (1935)
Issue
14 (Jänner 1935)
Date
1935-01-01
Page
Seite 31 (sequence 33)
Language
German
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J U ® 0 S C H Auf zur Makkabiah! Vom 2. bis 7. April 1935 findet auf dem Boden Palästinas im Stadion von Tel-Aviv die zweite Makkabiah statt. Die besten jüdischen Athleten werden um Meisterehren kämpfen. Man braucht heute nicht mehr zu erklären, was eine Makkabiah bedeutet. Die Erste zeigte, dafj dieser Sportbewerb Lebenskraft in sich birgt und für die jüdische Sportwelt einzigartig ist. War die erste Makkabiah ein Versuch, der überraschend gut gelang, so erwartet man schon von der Zweiten bedeutend mehr. Die Augen der jüdischen und nichtjüdischen Welt sind auf uns gerichtet. Man erwartet bereits Höchstleistungen und es gilt nun, die Welt nicht zu enttäuschen. In den nächsten Monaten müssen alle unsere Gedanken und all unsere Arbeit auf ein Ziel eingestellt sein : Makkabiah! Der High-Commissionar von Palästina, Sir Arthur Wauchope, hat das Protektorat für die zweite Makkabiah übernommen. In Erez Israel fühlt man die ungeheure Verpflichtung. Es werden alle Vorbereitungen getroffen und mit unerschütterlicher Energie alles getan, um das Beste aus den Kräften der jüdischen Sportbewegung des Landes herauszuholen. Es hat sich mit Zustimmung der Exekutive des Makkabi-Weltverbandes und des Landeskreises Erez Israel ein ein Makkabi-Komitee gebildet, das die praktische Arbeit aufgenommen und sich zur besonderen Aufgabe das Ziel gesetzt hat, in systematischer Organisationsarbeit das allerbeste zu leisten, damit die Sendboten der Galuth, wenn sie nach Erez Israel kommen, den Boden entsprechend vorbereitet finden. Wir sind überzeugt, dafy die jüdischen Sportler aller Länder alles daransetzen werden, um die Makkabiah zu einem glänzenden Erfolg zu gestalten und dal) es in harmonischer Zusammenarbeit gelingen wird, die zweite Makkabiah zum größten Jugendfest des jüdischen Volkes werden zu lassen. Es liegt nun an uns, die nötigen Maßnahmen zu treffen und in den Herzen der jüdischen Sportler das Feuer der Makkabiah zu entfachen. Und wenn dann am Eröffnungstage das Makkabiahfeuer von M o d i n, dem historischen Platze der Makkabäerzeit, zum Stadion von Tel-Aviv gebracht wird, um während der ganzen Kämpfe unseren Turnern und Sportlern zu leuchten, dann soll diese einzige Flamme die jüdischen Herzen der Welt höher schlagen lassen. Seien wir eingedenk der Worte Bialiks: „M akkabi söhne, enthüllt das Licht!" K—b ÖSTERREICHISCHE CASINO A. G. BADEN: Ganzjährig geöffnet. KITZBÜHEL: Eröffnung 22. Dezember. SEMMERING: Eröffnung 22. Dezember. Chemin de fer — Baccara — Roulette B 8 P © B I Der stärkste jüdische Ringer Anläfjlich der im Zirkus Zentral stattgefundenen Internationalen Ringkampfkonkurrenz um die Mitteleuropa-Meisterschaft 1934 im Schwergewicht, hatte man Gelegenheit, den stärksten jüdischen Berufsringar zu bewundern. Isak Binder, genannt der jüdische Herkules, wurde in Bucsacs (Polen) geboren und zählt erst 23 Jahre. Als 16jähriger Gymnasiast begann er bereits seine ganz immensen Kräfte mit denen seiner Schulkollegen zu messen und bildeten diese „Kämpfe" eigentlich die Basis zu seiner späteren Ringerlaufbahn. Binder, der vor zwei Jahren zum Professionalismus übergegangen, wurde bei der Ringkampfmeisterschaft in Wilna troty stärkster Konkurrenz erster Sieger. Der äußerst sympathische und überaus liebenswürdige Athlet, der überall und jederzeit mit Stolz sein Judentum betont, tritt bei den Kämpfen stets mit der blau-weisen Schärpe an. ,,lsak", der „blof)" 105 kg wiegt und 180 cm grof) ist, leistet auch als Kraftmensch Unerhörtes. Seine Produktion, sich ein drei Tonnen schweres, besetjtes Lastauto über den bloßen Körper fahren zu lassen, ist wohl einzig dastehend. Binder fährt nach den Wiener Kämpfen nach New York, um bei der dortigen Madisons-Square- Garden-Gesellschaft ein Engagement anzutreten. S. IPfl P©GJ GYMNASTIK-, AKROBATIK- KURSE S 10 — S 14 DIANABAD. A 47-5 20 31

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