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Wiener jüdisches Familienblatt · 1935-01-01 · 14 (Jänner 1935) · p. Seite 10

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Journal
Wiener jüdisches Familienblatt
Volume
3 (1935)
Issue
14 (Jänner 1935)
Date
1935-01-01
Page
Seite 10 (sequence 12)
Language
German
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internen Angelegenheiten der Verwaltung das letzte Wort zu sprechen. Die italienischen Juden sind dadurch im grollen ganzen einer fortgesetzten Kontrolle des faschistischen Staates unterstellt. Das Gesetz schreibt weiters vor, daß alle Gemeinden der Halbinsel und der Kolonien eine nationale Union der israelitischen italienischen Gemeinden bilden müssen, welcher ein von der Regierung anerkanntes Rabbinerkollegium vorsteht. Die offiziellen Funktionen dieser Union bestehen darin, die Hütung der jüdischen Interessen in Italien zu sichern. Weiters obliegt ihr der Schutz des ganzen jüdischen Erbes, die Verwaltung der Wohltätigkeitsuntemehmungen, Hospize, Waisenhäuser usw. Außerdem aber ist sie laut Artikel 35 beauftragt, Beziehungen zu den ausländischen jüdischen Gemeinden zu unterhalten und durch ständigen Kontakt mit ihnen die italienische Kultur, besonders im Mittelmeerbecken, zu verbreiten. Mit anderen Worten, der Faschismus ist bemüht, sich des italienischen Judentums als aktiven Propagandainstruments bei einzelnen Mittelmeerländern zu bedienen, wo die Juden besonders zahlreich sind, das heißt in der Türkei, Palästina, Ägypten und Tunis. Aus all diesen Tatsachen geht hervor, daß das faschistische Italien hinsichtlich der Juden eine diametral entgegengesetzte Politik eingeschlagen hat, als das Deutschland Hitlers. Während der Nationalsozialismus durch aller wahren Kultur entgegengesetztes Vorgehen einen Abgrund zwischen die jüdischen und germanischen Elemente gerissen hat, war der Faschismus im Gegenteil bemüht, das Judentum der Halbinsel zu verschlucken und im Schöße des italienischen Bewußtseins mit den Italienern zu verschmelzen. Er hat vor allem die Juden unter seine unmittelbare Kontrolle gestellt, um sie jedem demokratischen, sozialistischen oder pazifistischen Einfluß möglichst zu entziehen. Und dann hat er sie auf dem Gebiet der Außenpolitik der Aktivität des Faschismus einverleibt. Kurz, mit allen Mitteln scheint der Faschismus von Italien fernhalten zu wollen, was in anderen Ländern die „jüdische Gefahr" bildet. Eine derartige Politik wird nach ihren Resultaten beurteilt werden. Augenblicklich muß man zugeben, daß Israel in Italien frei und glücklich lebt. Und beim ersten Kongreß der Union der jüdischen Gemeinden Italiens im vergangenen März konnte der Großrabbiner der Ewigen Stadl, A. Sacerdote, mit voller Berechtigung ausrufen: „Möge das Beispiel Italiens, das Werk seiner Regierung, das Genie seines Führers jenen, welche im Ausland eine Politik des Faschismus nachzuahmen vorgeben, klar machen, daß man weder durch Religionsverfolgung den Interessen des Vaterlandes dient, noch dadurch, daß man einen Teil seiner Bürger gegen den andern hetzt." Ins Deutsche übertragen von ROSE RICHTER ^\\ w « ALFRED WERNER: eine \/ / ienorah l Nicht dich besing ich, venezianisches Gerät, getriebenes Silber, reich an Tier- und Blumenspiel, I noch dich, einst leuchtend sinnvergeß'nem Freudenfest auf span'schen Tischen, tieferer Bedeutung bar — jj J doch dich, achtarmigen Leuchter, ärmlich wie das Volk, t | das wieder heimgekehrt zu seinem Rächergott, l der einst Makkabi Sieg verlieh, dem Hämmerer, ä und wieder furchtbar sein wird, wenn die Zeit gereift. ' | Unscheinbar du, gleich Ästen eines kahlen Baums, l der friert. Doch einmal hebt ein Blühen an, J { von jeder Spitze schwillt ein Lichtlein, jeden Tag, bis alle acht erstrahlen, für die Wunder Dank: \ daß jenes Häuflein überwand der Feinde Macht, I * * | und jenes Krüglein Ol acht Tage hat gereicht, | daß herrlicher denn je ein Tempel wird ersteh'n — wennwir's nur wollen, wenn wir rein sind wie dein Licht! 10

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