Wiener jüdisches Familienblatt
- Journal
- Wiener jüdisches Familienblatt
- Volume
- 2 (1934)
- Issue
- 13 (November 1934)
- Date
- 1934-11-01
- Page
- Seite 31 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCH Hervorragende Leistung Donnenfelds in der österreichischen Auswahlmannschaft Das Debüt des Hakoahners D o n n e n f e 1 d im Kampfe der österreichischen Nationalmannschaft gegen Ungarn gestaltete sich zu einem durchschlagenden Erfolg des blendenden Hakoahspielers. Die gesamte Wiener Sportpresse zollt dem ausgezeichneten A1Uround-Spieler uneingeschränktes Lob. Donnenfeld hat sich geradezu im Sturm die Herzen aller Sportler erobert. Er wird als der einzig würdige Nachfolger des berühmten Internationalen der Döblinger, Gschweidl, bezeichnet. Trotzdem der Kampf für Oesterreich verlorenging, war es Donnenfeld, der überdies auf mehreren Posten kämpfte — er tauschte in der letzten Phase des Spieles sogar mit dem kleinen Horvath den Platz und spielte als Flügelstürmer mit großem Erfolg - der dem prächtigen Auswahltormann der Ungarn, Hada, durch seine herzhaften Schüsse, die in diesem Auswahlkampf geradezu eine Seltenheit waren, die schwierigsten Aufgaben stellte. Die ungarische Sportpresse ist voll des Lobes über die grandiose Leistung Donnenfelds und würdigt sie in ganzen Absätzen. „Nemzeti-Sport" schreibt u.a.: Der Hakoahner Donnenfeld war einer der rührigsten Spieler des österreichischen Angriffs, obwohl er von seiner Umgebung als Stiefkind behandelt wurde. Das einzige Tor, welches die österreichische Mannschaft erzielte, war durch Donnenfelds Vorarbeit zustandegekommen. Donnenfeld war in sehr guter Kondition undstarid das ganze Spiel sehr gut durch. Der Hakoahner. ist nicht nur taktisch und technisch gut beschlagen, sondern er besitzt genügend Energie, Wucht und Schußkraft. Er war der einzige, welcher das ungarische Tor beschoß; daß er kein Tor erzielen konnte, ist nicht sein Verschulden, sondern der ausgezeichneten Arbeit des ungarischen Tormannes zuzuschreiben. Man will und kann nicht Wenn man bei Boxkämpfen den Arierparagraph für Schiedsrichter einführen will, stößt das manchmal auf ungeahnte Schwierigkeiten, wie das jetzt der Deutsche Boxerverband erfahren mußte, der bei dem am 26. Oktober in der Lucerna stattfindenden Länderkampf Tschechoslowakei gegen Deutschland keine jüdischen Schiedsrichter wünschte und ein entsprechendes Schreiben an die tschechische Boxerunion richtete, die jedoch erklärte, sich nach den im internationalen Sportverkehr üblichen Regeln zu richten, nach denen je ein österreichischer und ungarischer Punkterichter in Frage kommt. Wie nun aber berichtet wird, befindet sich im Verzeichnis der internationalen Kampfrichter in Oesterreich und Ungarn kein einziger Arier!! So werden wenigstens die deutsche,1 Boxer bei schlechtem Abschneiden in Prag auf die jüdisch verseuchte internationale Schiedsrichter-Mischpoche schimpfen können. - - Vor einigen Wochen gab der Reichssportführer Tsdiammer-Osten Herrn Brundage aus Amerika die Versicherung, im Sportverkehr jüdischer und arischer Vereine in Deutschland wäre alles in schönster Ordnung. Und nun sogar im internationalen Verkehr solche Mätzchen! Wie soll man da dem Herrn Sportführer glauben? Palästinensischer Sport In einer bemerkenswerten Krise befindet sich der ,,Makkabi", Tel Aviv. Schon seit längerer Zeit bestanden Unstimmigkeiten zwischen den aktiven Sportlern und der Leitung. Der Leitung wurde vorgeworfen, sie kümmere sich zu wenig um die Interessen der Sportler. Zum Beweise wurde auf die schlechte Beschaffenheit des Makkabiah-Stadions hingewiesen und seine sofortige Instandsetzung verlangt, da es immer noch die einzige brauchbare Trainingsstätte Tel Avivs ist. Da die Verantwortlichen auch nach der schweren Niederlage bei den Polizei-Meisterschaften noch keine Anstalten machten, das Stadion renovieren zu lassen, zogen die Aktixen nach einer nochmaligen ergebnislosen Aussprache mit allen in Frage kommenden Instanzen die Konsequenz und erklärten ihren Austritt. Noch am selben Tage wurde ein neuer Sportklub ,,Atid" gegründet, der bereits seine Aufnahme in den Makkabi-Weltverbaud beantragt hat. Dem neuen Sportklub haben sich namhafte Sportler, wie Doktor Gottheimer, Walter Frankl, Kapt. Goldmann u. a. angeschlossen. Unabhängig davon bereitet der palästinensische Makkabikreis die kommende Makkabiah vor. Im Auftrage des Makkabiah-Sekretariats sind zunächst Dr. Alex Rosenfeld nach Südafrika und David Matalon nach Amerika geschickt worden, um für die Makkabiah zu werben. Aus beiden Ländern kamen infolgedessen schon Zusagen. Der Makkabikreis Südafrika, der zum ersten Mal teilnehmen wird, meldete Mannschaften in Leichtathletik, Tennis und Schwimmen, während Amerika wieder mit seinen besten Kräften in fast allen Sportarten vertreten sein wird. Außer diesen beiden Ländern haben bis jetzt fest zugesagt: Polen, Oesterreich, Jugoslawien, Tschechoslowakei, England, Dänemark. Bulgarien, Tunis, Frankreich und Indien. Das Protektorat über die II. Makkabiah wurde vom High-Commissioner Sir Arthur Wauchope übernommen. Das Makkabi-Sekretariat setzte sich mit dem High-Commissioner in Verbindung und erreichte den Nachlaß der 60-Pfund-Kaution für die Teilnehmer der Makkabiah. Vor einigen Tagen weilte einer der besten Freunde des ägyptischen Königs und führendes Mitglied des Makkabi-Kairo in Tel Aviv. Ihm zu Ehren wurde ein Bankett veranstaltet, auf dem er versprach, für die Beschickung der Makkabiah durch Aegypten einzutreten. ©b p®m GYMNASTIK-, AKROBATIK- KURSE S 10 — S 14 DIANABAD. A 47-5-20 31