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Wiener jüdisches Familienblatt · 1934-10-01 · 12 (Oktober 1934) · p. Seite 26

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Journal
Wiener jüdisches Familienblatt
Volume
2 (1934)
Issue
12 (Oktober 1934)
Date
1934-10-01
Page
Seite 26 (sequence 28)
Language
German
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H&dfat ut dex sSjC&w&üz, Wenn das Jahr in den früchtereichen Herbst hineinzieht, müssen naturgemäß Reise- und Ferienpläne der Jahreszeit sich anpassen, denn im Hochgebirge ist der Winter sehr nahe, Kälte und Frost sind schon eingezogen und die Natur ist in grauen Farben erstorben und aller Reize bar. Ander- Bei Lugano seits ist der Winter mit Eis und Schnee und Wintersonne noch nicht da; Oktober und November sind die unerfreulichen Uebergangsmonate. Darum muß sich die Reiselust auch nach den Orten hinwenden, deren vollste Reize gerade in diesen Uebergangsmonaten sich entfalten, denn hier ist nun die sommerliche Hitze geschwunden, die herbstliche Milde macht den Aufenthalt angenehm und die Natur zeigt in Blumen und Früchten den üppigen Segen des Jahres. Solche Gegenden sind das Tessin und die Gestade des Genfersees. Es sind altberühmte Kurorte für die Uebergangszeit. Lugano, Locarno, Ascona und Brissago einerseits, Genf, Lausanne, Caux, Vevey, Montreux anderseits sind die weltbekannten Zentren dieser Frenidengegenden, an welche Orte sich dann der ganze reiche Kranz der kleineren Kurorte reiht, die jene gesegneten Lande zum Reiseziel jährlich von Abertausenden aus aller Herren Ländern machen. Es dürfte kaum mehr stimmen, daß die Schweiz trotz ihrer hohen Valuta teurer sei als andere Reiseländer. Die Pensionatspreise haben eine bedeutende Ermäßigung erfahren, sodaß man überall bereits für 7 Franken volle Pension in guten Häusern finden kann. Die Bahnen suchen durch stark verbilligte Reisegelegenheiten die Reiselust zu beleben, sodaß auch der Ausländer in der Lage ist, in der Schweiz nicht teurer seine Ferien zu verbringen, als im eigenen Lande. Was ihm aber kein anderes Land in diesem Maße zu den natürlichsten Schönheiten der Natur hinzugibt, das sind die Vorteile, die aus dem hochentwickelten Stand des schweizerischen Gastgewerbes hervorgehen. Das Reisen in den elektrisch betriebenen Bahnen, frei von Rauch und Schmutz, wird zum Vergnügen, wo es anderwärts zur Unannehmlichkeit sich gestaltet. Sauberkeit, Komfort, Wohnlichkeit der Hotels auch niederen Ranges sjnd nirgends im gleichen Verhältnis zu finden, — es ist mit anderen Worten das Reisen und Wohnen mit ein Teil des Genusses, den man auf einer Schweizerreise sucht. Warum keine Reisen unternehmen, wenn im Tessin oder am Genfersee sich in den klaren Wellen und Wassern die goldene Traube spiegelt, aus den Lauben die üppigen Feigen bläuen, die herbstliehe Farbenpracht der Blumen aus den Gärten quillt und eine milde Sonne in ewiger Freude das schöne Paradies in strahlender Wärme besonnt? Blick auf Genf 26

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