Wiener jüdisches Familienblatt
- Journal
- Wiener jüdisches Familienblatt
- Volume
- 2 (1934)
- Issue
- 11 (September 1934)
- Date
- 1934-09-01
- Page
- Seite 36 (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
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Abendfarbe viel Violett und Amethyst. Für die Straßenkleidung werden hauptsächlich grüne, braune und graublaue Töne verarbeitet, die von den liehtesten Schattierungen bis ins Schwarz reichen. Neue Materialien leihen den Kleidern bezaubernden Reiz. Die Wollstoffe, mit eigenartigen MeLeffekten, gewinnen durch die Mitverwebung eines Angorafadens, die Seiden sind schwer und gekreppt in wirksamen Reliefmusterungen gehalten, die Materialien des Abends reich mit Metall durchzogen. Bezeichnenderweise heißen abendliche Metallstoffe „coeur d'or" und „coeur d'argent". Neu sind die vielfachen Arten der Samte und Spitzen mit Cellophaneffekten, denn die neue Mode ist durchwegs auf Grazie eingestellt und weiß auch durch besondere Garnierungen, durch eigenartige Gürtel und Knöpfe, die durchwegs schmücken und kleidsam sind, diese neue Richtung in den Vordergrund zu stellen." D. V. II IM ICHII II B © I ©ICK + V4 M iiTTTTTiTliiill Jeder Kult schafft sich besondere Formen. Es ist daher nicht zu verwundern, daß auch das Gedeck, das die Dame für die Bridgejause verwendet, gerne die Symbolisierung seines Verwendungszweckes zum Ausdruck bringt. Mit wenig Mühe läßt sich ein nettes, originelles Bridgegedeck schaffen. Wir geben hier die Anleitung zur einfachen Herstellung: Das Tischtuch ist aus grobem Handwebeleinen gedacht. Wird es weiß gewählt, dann sieht es am hübschesten mit schwarzer und roter (gut waschbarer!) Garnstickerei aus. Das Muster wird mit einem Lineal und einem Graphitbleistift (Ächtung, keinen Tintenbleistift verwenden, denn sonst ergeben sich nach der ersten Wäsche häßliche lila Flecken, die nie mehr entfernt werden können) auf den Leinenstoff eingezeichnet. Die vier Kartenembleme werden auf dünnes Papier von der Vorlage hier abgepaust und dann auf stärkeren Karton, etwa eine Zigarettenschachtel, aufgeklebt. Diese Figuren schneidet man dann mit scharfer Schere oder einem Messer genauest aus und hat nun vier Schablonen, deren Konturen man leicht abzeichnen kann. Je vielseitiger das Stichprogramm ist, um so hübscher wird die Decke. Man kann die Gitter in Stilstich oder in Kettenstich herstellen, auch flache Steppstiche sehen besonders in sehr dicken Garnen hübsch aus. Die Motive werden am besten voll gestickt. Man kann sie aber auch, wenn man wenig Mühe haben will, nur an den Rändern mit doppeltem Kettenstich arbeiten. Die Randstücke sind aus Schiungstich gedacht. Im gleichen Stil können kleine Deckchen und Servietten geschaffen werden, in deren Ecke man jeweils ein Motiv, also entweder Herz, Karo, Pick oder Treff setzt. Eine sehr hübsche Bridgegarnitur läßt sich auch aus kleinen Deckchen arbeiten, da man heute vielfach davon absieht, den Tisch vollkommen mit einem Tischtuch zu bedecken. Dann gibt man unter jedes Gedeck ein kleines rundes Deckchen, in dessen Mitte man ein Bridgeenbleme stickt. Der Rand wird aus kleinen Luftmaschenbogen gehäkelt. Vier bis fünf Reihen ergeben eine zierliche, nette Spitze. Besonders in Farben sieht diese Art Gedeck sehr hübsch aus: Etwa rosa Batist, der ein weiß eingesticktes Motiv erhält und auch durch eine weiße Kante geziert wird. Gelbes Material kommt durch braune Stickerei besonders zur Geltung. Die Äbschattierungen innerhalb einer Farbe entsprechen der neuesten Moderichtung in der Handarbeit und beweisen das besondere Verständnis ihrer Schöpferin. 36