Wiener jüdisches Familienblatt
- Journal
- Wiener jüdisches Familienblatt
- Volume
- 2 (1934)
- Issue
- 11 (September 1934)
- Date
- 1934-09-01
- Page
- Seite 7 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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palästinensischer Erde Junge Gärtnerin lebt die gewaltige, unermeßliche Erhabenheit seines uralten Glaubens. Denn höher als die Macht der Wirtschaft steht die Macht der Idee. Die Idee des Judenstaates wurde geboren aus der nie erloschenen Sehnsucht nach Zion, dessen wir stets im Gebete gedenken. Die Wege wies uns Theodor HerzI, der die „öffentlich-rechtliche'', das heißt die politische Sicherung Palästinas als jüdische Heimstätte verlangte. Hier, im Politischen, und nicht im Wirtschaftlichen liegt das Kernproblem des Zionismus, denn es bedeutet, daß die Judenfrage nicht nur den Juden, sondern auch den Nichtjuden zur Lösung gestellt wird. Und heute, mehr als dreißig Jahre nach Herzls Tod, beginnt sich seine Anschauung unter dem Druck der Ereignisse als die richtige durchzusetzen, sowohl in bezug auf Palästina, als auch in bezug auf die Länder der Galuth. Wir stehen erst am Anfang der von Herzl prophetisch geschauten Entwicklung. Aber wenn man durch Erez Israel reist, sieht man freudigen Herzens, wie eine neue Generation heranwächst: Stark und furchtlos, zäh und ausdauernd, anspruchslos in äußeren Genüssen, mit Leib und Seele der Arbeit des Aufbaus hingegeben. „Sabrah'' nennt der palästinensische Volksmund die bereits im Lande geborenen Kinder der Einwanderer und der Vergleich ist treffend. Sabrah ist eine Kakteenart, die auch noch im härtesten Gestein ein wenig Erde findet, die ihr zum Leben genügt. Die sengenden üluten des Sommers, die Stürme und Güsse der Regenzeit können ihr nichts anhaben; fest klammert sie sich an ihr Stückchen Erde und wächst und gedeiht. Ihre Blüten leuchten bunl und freudig, ihre Früchte schmecken lieblich und süß. Mit Recht also dient sie als Sinnbild der heute in Erez Israel arbeitenden, kämpfenden Jugend. Umd wer diese Jugend betrachtet, ihre schlanken, sehnigen Gestalten, ihre kühnen, entschlossenen Gesichter, der nimmt die Gewißheit mit sich, daß hinter den trüben Wolken der Gegenwart die Sonne einer besseren Zukunft leuchtet. Poesie in der Technik 7