Wiener jüdisches Familienblatt
- Journal
- Wiener jüdisches Familienblatt
- Volume
- 2 (1934)
- Issue
- 10 (August 1934)
- Date
- 1934-08-01
- Page
- Seite 19 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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M. Y. Ben-Gavriel, Jerusalem: Die braunen Juden des Yemen Mit Aufnahmen des Verfassers. Die kriegerischen Vorgänge in Südarabien lenken wieder die Aufmerksamkeit auf die braunen Juden des Yemen. Dieses Land, das noch immer zu den unzugänglichsten der Welt gehört - - es dürfte für einen Nichtyemeniten einfacher sein, nach Tibet als nach Sana'a, der Hauptstadt des Imamats, zu gelangen, da es zu einer derartigen Reise einer persönlichen Einladung des Herrschers bedarf — dieses Land, das so gut wie unerforscht ist, bietet eine Fülle von unerhört interessantem archäologischen, geographischen und folkloristischen Material. (Einer der Wenigen, die in den letzten Jahren Yemen bereist haben, ist der deutsche Professor Carl Rathjens, der eine große Anzahl Kamellasten mit folkloristischem Material, besonders über die Juden des Yemens mitbrachte, das aber Blick auf Scliiloah infolge der geringen Opferwilligkeit der Juden für uns verlorenging und nun in einem Hamburger Museum sich befindet. Rathjens fand übrigens auch die Gräber der alten jüdischen Könige von Yemen.) Von besonderem Interesse für uns sind natürlich die Juden der ,,Arabia felix", die an verschiedenen Orten des Landes in kompakten Massen leben und als Handwerker von großem Geschick einen sehr wichtigen ökonomischen Faktor Yemens darstellen, sodaß es vom wirtschaftlichen Standpunkt des Landes verständlich erscheint, daß ihrer Auswanderung nach Palästina die größten Schwierigkeiten in den Weg gelegt werden. Es gibt drakonische Gesetze gegen die Auswanderung, so unter anderem das, daß der Auswanderer nichts als die Kleidung, die er am Leib trägt, mit sich nehmen darf. Trotzdem wandert immer wieder eine verhältnis. Häuserpartie in Schiloah mäßig große Zahl von „Taimanern" in Palästina ein, von denen übrigens viele aus dem unter englischem Protektorat stehenden Aden kommen. Es ist, trotz aller Modernisierung immer ein kleines Stück Südarabien, das in manchem der Yemenitensiedlungen Palästinas,be. sonders im Dorf Schiloah bei Jerusalem, wohnt, ein merkwürdig graziöses Stück arabisch-jüdischer Welt. Die Männer sind vor allem Kunsthandwerker, besonders Sticker und Silberschmiede, aber auch Lastträger, Zeitungsverkäufer und landwirtschaftliche Arbeiter von großer Ausdauer, selten aber Kaufleute. Es ist ein außerordentlich schöner, graziöser und ausdauernder Menschenschlag, mit großen dunklen Augen und den schmalen Fesselgelenken ganz aller Rassen. Gassenparfie in der yemenifischen Siedlung Scliiloah 19