Wiener jüdisches Familienblatt
- Journal
- Wiener jüdisches Familienblatt
- Volume
- 2 (1934)
- Issue
- 9 (Juli 1934)
- Date
- 1934-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 42)
- Language
- German
- Belongs to
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Probierfs! Etwas von Seifenblasen Dieser lustige Bauernbursch ist aus einem Stückdien Draht entstanden, das nirgends angeknüpft ist. Macht's nach! Lehre Nicht der Platz, auf dem du stehst, Kann dir Ehre bringen, Deinen Platz zu ehren, muß Deinem Tun gelingen. Wie die Arbeit, so der Lohn! Merk' dir diese Lehre: Schlechte Tat bringt Schande dir, Gute bringt dir Ehre. (Charisr.) Karel, Praha 1: Lieber Karel, Du scheinst ja ein ganz eifriger kleiner Mann zu sein. Und Du willst später Bahnen bauen? Fein! Ob es in Wien auch1 Straßenbahnen gibt? Aber freilich! Und Omnibusse! Und sogar eine Stadtbahn! Leni, Wien VI: Liebe Leni, Du fragst an, ob Deine kleine Cousine in Zagreb auch das „Wiener1 Jüdische Familienblatt" bekommen kann. Ja, Lenchen, freilich ist die Zeitung auch dort zu kaufen. Hilda, Sarajevo: Liebe Hilda, mit Freude, habe ich festgestellt, daß Du eine kleine Tierfreundirr. bist. Da wird Dir sicher die heutige Kinderzeitung besonderen Spaß machen. Was Deine Frage anbelangt, — natürlich gibt es in Wien einen Tiergarten, noch dazu einen ganz besonders schönen. Wer von euch, meine lieben jungen Freunde, die lustige Seifenblasenkunst erlernen will, dem will ich ein paar Anregungen geben: Am besten nehmt ihr venezianische oder medizinische Seife und schabt ganz dünne Späne. Die löst ihr in einer halb mit Wasser gefüllten Schale auf. Dann gebt ein klein wenig Glyzerin dazu. Aber Geduld müßt ihr haben. Nicht umrühren! Warten, bis sich die Seife von selbst auflöst! Wenn sich an der Oberfläche zäher Schaum bilder, dann ist die Seifenlösung gut. Mit einem Löffel wird der Schaum dann sorgfältig entfernt. Nun macht eine Probe. Taucht eine Tonpfeife in die Lösung und sucht eine Blase herzustellen, die mindestens einen Durchmesser von 15 cm haben muß und nicht platzen darf. Dann steckt euren Finger, den ihr vorher in die Seifenschüssel getaucht habt, durch die Seifenhaut in das Innere der Blase. Gelingt euch der Versuch, ist die Lösung richtig. Nun ein paar hübsche Beispiele: Blast eine möglichst große Blase und setzt sie auf einer mit Seifenlösung bedeckten Platte (glattes Servierbrett aus Metall oder derlei) nieder. Dann nehmt einen nassen Strohhalm, taucht ihn noch in die Lösung und steckt das feuchte Ende durch die Blase hindurch. Nun könnt ihr in die erste Kugel eine zweite, kleinere blasen, in diese wieder eine kleinere usw. Wenn der Unter- und Hintergrund recht dunkel ist, heben sich die Farben besonders schön ab. Ein zweites Beispiel: Nehmt ein Stückchen kräftiges Papier und schneidet eine einfache Blume aus, am besten eine fünfblättrige Blumenkrone. Durch den Mittelpunkt stecht eine Stecknadel, die in einem auf eine Flasche gesetzten Kork sitzt. Die Papierblume müßt ihr gründlich anfeuchten, dann blast eine Kugel und setzt sie auf die Blume. Wenn ihr nun mit einem Strohhalm durch diei Blase stecht und etwas Luft herausholt, so könnt ihr die Blume nach Belieben öffnen und schließen. Ein weiteres Beispiel: Vor euch stehen in einer Blumenvase einige Blumen. Wer von euch kann nun darauf eine Krone setzen? Ganz einfach: Ihr müßt die Blume, der ihr die Krone geben wollt, vorher in die Sejfenlösung tauchen. Dann läßt sich darauf ganz leicht eine Seifenblase setzen. Besonders hübsch sieht es aus, wenn dann die feinen Staubgefäße der Blume hindurch^ leuchten. Und so lassen sich noch viele hübsche Versuche und Spiele mit ein bißchen Seife, ein bißchen Luft und — ein bißchen Fantasie finden. Versucht's! Herausgeber, E gentümer und Verleger: Emil Huttrer. - Für den Inhalt verantwortlich: Chefredakteur Hans Kolb, beide Wien I., Petersplatz 7. - Druck: Buchu. Kunstdruckerei Ernst Kronberger, Inzersdorf bei Wien, Triesferstraße 30, Tel. R 10-105 Entgeltliche Einschaltungen sind mit einem * bezeichnet.