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Wiener jüdisches Familienblatt · 1934-06-01 · 8 (Juni 1934) · p. Seite 34

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Journal
Wiener jüdisches Familienblatt
Volume
2 (1934)
Issue
8 (Juni 1934)
Date
1934-06-01
Page
Seite 34 (sequence 36)
Language
German
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JMBIS€HIB S P> @ K TT Redaktionelle Leitung: Ernst L a n d a u. Zur Neuordnung im österreichischen Sport In der von der Bundesregierung geplanten Neuordnung des österreichischen Sportes wird in kürzester Zeit auch der jüdischen Sportverbände gedacht werden müssen. Man wird wohl schwerlich fehlgehen, wenn man der Ansicht Ausdruck verleiht, daß die Stellung der jüdischen Vereine, die bekanntlich bis auf ganz wenige Ausnahmen im „Makkabi" zusammengeschlossen sind, im großen und ganzen die gleiche bleiben wird wie bisher. Diese Organisation dürfte umso eher beibehalten werden, als ja auch der katholische „Reichsbund" ein geeintes Ganzes ist und man eine solche festgefügte und gut organisierte Einlief auch auf Seiten des jüdischen Sportes nur begrüßen wird. Aber auch die gesamte jüdische Oeffentlichkeit findet in der „Makkabi"-Organisatio:i volle Sicherheit für die Wahrung der Interessen des gesamtem jüdischen Sportwesens, da die jahrzehntelange Vertrautheit des „Makkabi" mit den jüdischen Sportangelegenheiten in Oesterreich allbekannt ist und überall geschätzt wird. Es ist aus diesen Gründen begrüßenswert, daß der „Makkabi" die Initiative zur Gründung eines jüdischen Dachsportverbandes in Oesterreich für alle Sport- und Jugendvereine bereits vor längerer Zeit ergriffen hat und nun neuerdings daran geht, sämtliche in Frage kommenden Organisationen in sich aufzunehmen. Der „Makkabi" dürfte in Kürze an alle diese Vereine zur Durchführung dieses Planes herantreten und übernimmt damit die Führung der jüdischen Sportler zur Einordnung in das gesamte, österreichische Sportwiesen. Palästina im olympischen Komitee Aus Athen wird unter dem 17. Mai über die 34. Vollversammlung des internationalen olympischen Komitees Bericht erstattet, aus dem auch die Aufnahme Palästinas in das Komitee hervorgeht. Die Aufnahme, die bereits früher hätte durchgeführt werden sollen, stieß dadurch auf Schwierigkeiten, daß der palästinensische Sport fast nur von Juden ausgeübt wird und die Araber nicht zugeben wollten, daß Juden allein Palästina vertreten. Dr. Schmidt, der Präsident des österreichischen olympischen Komitees, der, wie bereits berichtet, vor einem Monat in Palästina weilte, hat auch unter den Arabern eine Persönlichkeit gefunden, so daß es seiner Initiative zu verdanken ist, w enn Palästina nun auch in den Kreis der durch den olympischen Sport zusammengefaßten Länder gehört. Sport-Nachrichten aus aller Welt OESTERREICH. Anläßlich der österreichischen Boxmeisterschaften schlug der Fliegengewichtler Schlanger („Makkabi") seinen Gegner L e j o 11 e nach Punktein und wurde somit österreichischer Meister im Fliege n g e w i c h t. Beim Slalomlauf des Oe. T. C. besetzten die Hakoahner A. S ch a p i r a und Trude Raubitschek erste Plätze. Die Wintersportgruppe der „Hakoah" durfte vier weitere Plätze für sich in Anspruch nehmen. Die Leichtathletiksektion der „Hakoah" konnte beim Auhof lauf einige recht beachtenswerte Erfolge erringen. Sie besetzte sechs zum Teil erste und zweite Plätze und placierte sich bei der Gesamtwertung an z w e i t e r Stelle. Anläßlich des Besuches des „Makkabi"-Präsidenten, Herrn Dr. L e 1 e w e r, in Wien fand ein Meeting des österreichischen Makkabikreises statt. Der langjährige Leiter des „Makkabi", Herr Ingenieur Wasservogel, trat zurück und Herr Direktor Spiegier übernahm das Präsidium. Auf dieser Tagung wurde der beachtenswerte Vorschlag zur Gründung eines „Makkabi"-Dachsportverbandes gemacht. Aus der bemerkenswerten Rede des Organ isationsreferenten ging hervor, daß es kein jüdisches Kind, keinen jüdischen Jugendlichen geben dürfe, der nicht Sport betreibt. Der „Makkabi" unterstrich auch hier sein Verlangen nach inuerjüdisck'ier Einigung. Es wurde beschlossen, auch heuer in Wien einen „Tag der jüdischen Jugend - Tag des> jüdischen Sportes" zu veranstalten, der aber erst im. Herbst stattfinden und an dem sich diesmal auch eine palästinensiche Delegation beteiligen dürfte. Die Organisation wurde der Leichtathletiksektion der „Hakoah" und dem „Makkabi-Hazair-Brith-Zirenu" übertragen. Der Schwimmklub „Hakoah" beabsichtigt für den 16. und 17. Juni eine große Schwimmveranstaltung,, in deren Rahmen auch bedeutende ausländische Gäste an den Start gehen sollen. Eine 18jährige Jüdin, Frl. Gottlieb, die dem W. A. C. angehört, stellte einen neuen Weltrekord im Hochsprung auf, indem sie alle bisherigen Rekorde mit 1,32 m überbot. Zum Ringländerkampf zwischen Pole n und Oesterreich, dessen Organisation die Ringsektion der hiesigen „Hakoah" übernommen harte, stellte diese drei von den insgesamt sieben österreichischen Vertretern. Alle drei konnten siegreich bestehen und errangen so sechs von den zehn Punkten der österreichischen Mannschaft. Dem jüdischen Olympioniken Niki 34

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