Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- IV (1908)
- Issue
- 16 (25.12.1908)
- Date
- 1908-12-25
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Literaturblatt der Jüdischen Rundschau Beilage zu «Jüdische Rundschau* Jahrg.Xlft. JNo. 52 Herausgegeben von Dr. Heinrich £oeve. Redaktion: BERLIN N. W. 52, Melanchthonstrasse 4. No.16. Berlin, l.Tebeth 5669 —25. Dezember 1908 Jahrg IV* Einige Kulturaufgaben für die nächste Zeit Von Heinrich Loewe. (Fortsetzung.) Die grösste Schwierigkeit liegt einstweilen in der Schaffung eines den Verhältnissen gewachsenen Lehrpersonals, obwohl auch auf diesem Gebiete die alliererfreulichsten Erfahrungen gemacht worden sind. Die einheimische Judenbevölkerung hat uns Männer wie David Yellin gegeben und die europäische Judenschaft hat junge Gelehrte ausgesandt, die im Lande sich so in die hebräische Sprache und Kultur eingelebt haben, dass sie geeignete Lehrer geworden sind. Aber diese jungen Lehrer, die alle ein hohes Ideal treibt, und die den Grundstock eines in nationalem Sinne höchst wertvollen Lehrerpersonals bilden, kämpfen mit einer ungeheuren Schwierigkeit, die auch einem durchaus homogenen und auf alten und festen Grundlagen beruhenden Lehrerstande die grössten Hindernisse entgegensetzen würde, das ist der völlige Mangel an geeigneten Lehrbüchern. Auch wenn man den bisher gemachten Versuchen ein uneingeschränktes Lob zuteil werden lassen kann, so darf man nicht übersehen, dass es sich hier nur um Versuche handelt, die, beim Elementarunterricht zwar zu Resultaten geführt haben, aber für einen höheren Unterricht, der moderne Kulturmenschen und wirkliche Juden erziehen soll, in keiner Weise ausreichen. Wir haben hebräische Schulen, aber für diese Schulen ke|ine hebräischen Lehrbücher, die einer höhefen Schuld angemessen sind. So lange wir solche Lehrbücher noch nicht haben, muss man sich leider mit fremdsprachigen und bestenfalls mit übersetzten Lehrbüchern behelfen. Das bietet für naturwissenschaftliche, mathematische und technische Fächer weniger Schwierigkeiten. Denn, wenn auch die termini technici auf diesen Gebieten zum Teil grössere Schwierigkeiten als auf dem der Kulturfächer bieten, weil