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Jüdische Rundschau · 1908-12-18 · 15 (18.12.1908) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
IV (1908)
Issue
15 (18.12.1908)
Date
1908-12-18
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Literaturblatt der Jüdischen Rundschau Beilage zu ^Jüdische Rundschau“ Jahrg.XlH.JIo. 51 Q Herausgegeben von 9 Dr. Qeinrich £oeve. Redaktion: BERLIN N. W, St, Melanchthonstrasse 4. No.15. Berlin, 24. Kislew5669 — 18. Dezember 1908 Jahrg IV Josephus „D e n Josephus musst du lesen“ ruft Spiegelberg seinem Kameraden Karl Moor zu, als er ihn durch das Andenken der allergrössten Taten und der nicht minder grossen Schrecknisse! zu einer Unternehmung anspornen will, die aus dem Rahmen des Gewöhnlichen herausfällt.' Was im Josephus beschrieben wird, das gilt hier als etwas so Ausserordentliches, als etwas so Grandioses, dass das Lesen dieser Taten und dieses Entsetzlichen zu heroischen Entschlüssen begeistern und anstachdln müsste. Und das ist in der Tat der Fall. Denn der Jüdische Krieg, den Josephus zur Darstellung bringt, hat in einer so kurzen Zeit und auf so engem Raume so Entsetzliches und zugleich so Heldenhaftes hervorgebracht, wie es nur noch einmal geschehen war, beim Untergang nämlich des Jerusalem stamm- und sprachverwandten Karthago. Der Mann aber, der alles miit angesehen hat, der mitten im tollen Getriebe dieser Zeit gestanden und dann die Geschichte dielsies Krieges geschrieben hat, war Josephus, derselbe Mann, der auch eine grosse Geschichte seines Volkes himtetlassen hat, die eine wertvolle Ergänzung jüngerer Quellenschriften und für vieles die Quelle selbst ist. Der Charakter des Schriftstellers ist leicht zu erkennen. Er schreibt leicht und seicht. Die Gefälligkeit seines Stiles hat ihn als einen der besten Schriftsteller des Altertums rühmen lassen, ein Lob, das ihm mit Recht zukommt. In den zahlreichen Uebersetzungen besonders n'eueiren Datums kommt diese wunderbare Feinheit der Stilistik selten genügend zur Geltung, während die lateinische Ausgabe des Erasmus von Rotterdam, die bei Frohen in Basel erschien, hierin in nichts dem griechischen Originale nachgibt. Imme/rhin muss man der deutschen Uebertragung von

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