Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- IV (1908)
- Issue
- 13 (20.11.1908)
- Date
- 1908-11-20
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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der Jüdischen Rundschau Beilage zu „Jüdische Rundschau“ Jahrg.XHI. JJo. 47 herausgegeben von Dr. ijeinrich £oewe. p Redaktion: BERLIN N. W. 52, Melanchthonstrasse 4. No.13. Berlin, 26. Cheschwan 5669 — 20. November 1908 Jahrg IV Einige Kulturaufgaben für die nächste Zeit Unter dem Einfluss der natlonaliüdischen Kulturarbeit ist in Palästina (in den letzten drei Jahrzehnten eine neue Art von Judentum in der Entstehung begriffen, dessen Eigenart es ist, dass es sich mehr als diei jüngste Vergangenheit, ia mehr als die vergangenen Jahrhunderte an das älteste Judentum anlehnt. Rein äusserlich findet das seinen Ansdruck nicht bloss im der neben Siedlung in der alten Stammesheimat, sondern vor allem in der neu aufsprdessenden hebräischen Spräche, die ihre altertümliche Form den modernsten Gedanken verleiht und die von neuem die-Stammes- und Bildungssprache iim Lande Israel zu werden begriffen ist. Es ist ein Gären und ein Werden, ein Wachsen uiid ein Erwachen, wie es Jahrhunderte nicht gesehen haben. Es ist ein Grosses, was da vor sich geht, an dem die Einwanderer ebenso Teil haben, wie die Einheimischen. In den syrischen Gefilden erwächst ein neues hebräisches Volkstum, das mit der modernen europäischen Kultur die Weisheit des Orients und die Bildung des Hebräertums lin originaler Kulturehiheiit •verschmelzen wird. Es 'entsteht etwas Neues, eine neue Stammeskultur, ein tot gesehenes Volk erwacht zu neuem Leben, wie die totgewesene Sprache bereits wieder neues und reiches Leben heirvorgebracht hat. Wenn wir zu einer gedeihlichen Weiterentwicklung Bausteine Zusammentragen-wollen, so müssen wir uns darüber klar werden, dass wir durch kühneSysteme un J weitausschauendeGedanken wohl an regen können, dass wir aber weit wichtigere Dienste durch die Kleinarbeit leisten können, die viel grössere Anstrengungen erfordert, aber allein die Grundlage für einen künftigen Aufbau geben kann. Einstweilen sind wir trotz aller wunderbaren Fortschritte im Lande Israel noch immer erst damit beschäftigt, die alleruntersten Fundamente zu legen und den Boden festzumachen, auf dem wir bau'en wollen. Unsere Aufgabe soll es daher sein, an dieser Fun-