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Jüdische Rundschau · 1908-05-22 · 5 (22.5.1908) · p. Seite 40

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
IV (1908)
Issue
5 (22.5.1908)
Date
1908-05-22
Page
Seite 40 (sequence 8)
Language
German
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40 LITERATURBLATT N0. 5 heute zu den Hauptpfeilern des Deutschtums von Budweis zählen. Die Funde werden dem Budweiser Museum einverleibt, einzelne insbesondere1 zur Feststellung der hebräisehen Inschriften der Zentralkommission zur Erhaltung der Altertümer übersandt. Bibeldrucke. Der John Rylandschen Bibliothek in Manchester gilt ein Feuilleton in der ״Frkf. Ztg.“ des Prof. Dr. Gottfried Z e d l.e r (Wiesbaden), des bekannten Gutenbergforschers und Kustos des Gutenbergmuseums. Über die Bibeldrucke in der Rylandschen Bibliothek schreibt der Autor: ״Die Sammlung der nach Ländern und Städten chronologisch entsprechend der Verbreitung der Druckkunst aufgestellten Wiegendrucke beginnt mit den Mainzer Ablassbriefen von 1454 und 1455. Die 42zeilige Gutenbergbibel, die 36zeilige Bibel, das Prachtwerk des Fust-Schöffersehen Psalters von 1457 in der einzigen vollständigen Ausgabe sind hier vorhanden. Auch die Ausgabe des Psalters von 1459, ebenso wie die von 1457 in einem Pergamentexemplar und eine Papierausgabe vom׳ Jahre 1490 finden sich vor. Von Mainzer Drucken, die mit den Namen Gutenberg. Fust und Schöffer verknüpft sind, besitzt die Bibliothek nicht weniger denn 50, darunter mehrere, die nur in diesen einzigen Exemplaren erhalten sind. Von den höchst seltenen Bamberger Pfisterdrucken, von denen nicht einmal das Britische Museum und die Bodlejana zu Oxford etwas aufzuweisen haben, ist jetzt in Manchester die grösste Zahl vorhanden und die darunter befindliche lateinische Pfisterausgabe der ..Biblia pauperum“ ist nur in dem dortigen Exemplar bekannt und erhalten.“ ״Bei der hervorragenden Rolle, welche die Bibel in der Geschichte des Buchdrucks einnimmt, ist es natürlich, dass die Bibliothek auch der Sar "1׳mg ihrer Bibeldrucke ein besonderes Zimmer hat anweisen müssen. Dieses Bibelzimmer.^illustriert in wohl einzigartiger Weise* die Geschichte des Bibeldruckes. Dass hier alle hervorragenden Drucke der lateinischen ״Vulgata“ aus dem 15. Jahrhundert zu finden sind, bedarf nicht erst der Erwähnung. Das Vorhandensein der 42zeiligen Gutenbergbibel sowie der 36zeiligen, die nur noch in einigen wenigen Exemplaren erhalten ist, bemerkten wir schon: sie, wie auch die Mentelinsohe erste Strassburger Bibel um 1460, die Fust-Schöffersche von 1462, die Eggesteinsche von 1466, die Bibel des Druckers mit dem bizarren R. die erste in Italien zu Rom von Sweynheim und Pannartz 1471 gedruckte Bibel, die erste Pariser von 1476 und viele andere sind grösstenteils in Pergamentexemplaren vertreten. Ihnen reihen sich die vier grossen zu Alcala* Antwerpen, Paris und London gedruckten Polyglotten an. Ebenso sind die griechischen und hebräischen Textdrucke von Anfang bis in die neueste Zeit in ihren besten Ausgaben vertreten, gleichermassen die deutschen Bibelübersetzungen und zwar sowohl die vor Luther erschienenen, als auch das sehr seltene Neue Testament Luthers vom September und Dezember 1522 und ein Pergamentexemplar der Lutherbibel von 1524. Auch die französischen, italienisehen und sonstigen Übersetzungen in europäische und außereuropäische Sprachen in ihren ältesten und anderweitig wertvollsten Ausgaben fehlen nicht, geschweige denn die englischen Bibelausgaben, die hier vollständiger als wohl irgendwo anders zusammengebracht sind. Dabei verdient erwähnt zu werden, dass in einem zu Genua 1516 gedruckten fünfsprachigen Psalter sich in einer längeren Note zum 19• Psalm die erste Lebensbeschreibung des Genuesers Christoah Columbus befindet die einige wichtige sonst nicht bekannte Tatsachen über dessen zweite Reise nach Amerika meldet.“

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