Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- IV (1908)
- Issue
- 2 (27.3.1908)
- Date
- 1908-03-27
- Page
- Seite 13 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 2 LITERATURBLATT 13 Literaturbericht Die Juden in Österreich von Dr. Jakob Thon. Die'vorliegende Arbeit bildet die vierte der monographischen Untersuchungen, welche das Bureau für Statistik der Juden, B e r I i n - H a! e n s e e , über einzelne Gebiete des sozialen Lebens der Juden veranstaltet und in zwanglosen Heften herausgibt. Diese Monographie über die Juden in'. Österreich, denen, sämtliche Angaben auf amtliche Quellen zurückgehen, ist die erste zusammenhängende und allseitige Darstellung der Zustände der jüdischen Bevölkerung in Österreich.; Die Arbeit erstreckt sich auf eine längere Reihe .von Jahren; (in manchen Punkten auf die ganze zweite und teilweise auch auf die, erste Hälfte des .19- Jahrhundents und entwirft so ein genaues Bild der Entwicklung der österreichischen Judenheit. Besonderes Gewicht wurde auf die'Beleuchtung der Verhältnisse der Juden in Galizien gelegt. Aus dem Inhalte seien nur die interessanten Kapitel über Zahl, natürliche Bewegung, Schulbildung, Umgangssprache, Berufsverhältnisse, Kriminalität und Geisteskrankheiten erwähnt.* Die Aufstellung der Grundtatsachen des sozialen Lebens der Juden in Österreich in ihrer historischen Entwicklung wird nicht nur zur Erkenntnis des modernen Judentums wesentlich beitragen, sondern auch für sozialphilantropische Bestrebungen eine erwünschte reale Grundlage schaffen. David und sein Zeitalter von Dr. B. Baentsch, Prof, an der Univ. Jena. Leipzig: Quelle & Meyer 1907. (IV, 172 S.) 8. Mark 1,—, in Orig.-Leinenband Mark 1,25. Die Einzeldarstellungen aus allen Gebieten des Wissens, die Paul Har r e unter dem Titel ,,W issen Schaft und Bildung“ herausgibt, enthalten als 16. Bändchen eine überaus anschauliche Arbeit über Da.vi-Claus Baentschs Feder. So schwer es ist, die Ergebnisse einer, noch völlig schwankenden und fliessenden Forschung einem grossen Laienpublikum zu vermitteln, so sehr ist es Baentsch gelungen, die bisher gewonnenen Resultate mit den offenen Problemen in gutem Einklang so volkstümlich darzustellen, wie es bei dem Stande der Wissenschaft eben möglich ist. Wenn sich auch Baentsch gelegentlich gegen" Winklers allzuweit gehende Sucht wendet, aus der orientalischen Astralmythologie die jüdische Heldensage und Geschichtsschreibung zu erklären, so gehört er doch ebenfalls keineswegs zu den konservativen Forschern. Viel bleiibt im Einzelnen bei ihm von der Davidsgeschichte nicht übrig, immerhin hält er die Persönlichkeit Davids für eine historisch so gesicherte, dass er sie als die eines der wenigen Grossen und Ganzgrossen der Weltgeschichte zu erkennen glaubt. Dass er gelegentlich andeutet, dass Davids Gestalt auch bis in das Neue Testament hinein ragt, zeigt, dass eine ihm freilich unbewusste Tendenz ihn wie so viele andere Forscher auf dem Gebiete des Alten Testaments leitet. Das soll uns nicht hindern, anzuerkennen, dass wir recht viele so klare und verdienstliche Darstellungen auf dem Gebiete unserer ältesten Volksgeschichte nur wünschen können. hl. Unter dem Titel „S c h r i f t e n d e r Münchener Hochsc h u 1- 'z eitun g“ sollen künftig allmonatlich Vorträge und Abhandlungen, die sich mit akademischen Fragen befassen, in Broschürenform erscheinen. Dem ersten Heft, einem Vortrag von K. v. Amira über akademischen Ehrenschutz wird ein Aufsatz von Fran z Oppenheimer, dem bekannten Vorkämpfer aller Siedlungsgedanken folgen, mit Ausführungen über die zignistischen Siedlungen und den Zionismus überhaupt.