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Jüdische Rundschau · 1907-11-15 · 17 (15.11.1907) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
III (1907)
Issue
17 (15.11.1907)
Date
1907-11-15
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Literaturblatt der Jüdischen Rundschau p Redaktion; BERLIN N. W. 52, Melanchthonstrasse 4. Beilage zu? .Jüdische Rundschau“ Herausgegeben von Sr. ijeinrich £oewe. Jahrg.XU. No. 45 No. 17. Berlin, 9. Kislew 5668 — 15. November 1907 Jahrg. III Die Juden im Voiksmunde Fraglos sind die Juden heute ein Volk, das bei den meisten Nationen, unter denen es lebt, nicht beliebt ist. Die mannigfachen historischen Gründe hierfür zu erörtern, ist nicht der Zweck dieser Zusammenstellung. Hier soll das zusammengetragen werden, was über die Juden im Volksmunde bereits an verschiedenen Stellen niedergeleet ist, um das Material, zur Darstellung der Juden im Munde anderer Völker abzugeben. Dass die unliebenswürdige Rolle, die der Volksmund dem Juden zuweist, ihr Gegenstück in den Aussprüchen hat, die der jüdische Volksmund den entsetzlichen Qualen verdankt, die ihm fremde Völker auf Grund ihrer grösseren Stärke zugefügt haben, bedarf zwar keines Beweises, wird aber ebenfalls an Proben gezeigt werden. Man sollte meinen, dass in Ländern, wo heute und seit einer langen Reihe von Jahrhunderten keine Juden wohnen, der Volksmund sich entweder mit ihnen e־ar nicht beschäftigt oder ihnen wenigstens nicht die hässliche und hassenswerte Rolle zuschreibt, wie in den Ländern, wo man sie als Fremdkörper im, eigenen Volke zum empfinden vermeint oder vorgibt. Das ist nicht der Fall. In Ländern, wo es niemals Juden gegeben hat und wo sie erst in allerjüngsten Jahren europäischer Verfolgung hingekommen sind, trifft sie die Bosheit des Volksmundes tausendmal härter und gehässiger als beispielsweise in Holland, wo sie seit dem Beginne europäischer Kulturgeschichte ansässig sind und wo sie nicht bloss kraft ihrer Zahl eine in die Augen fallende Rolle spielen sondern wo sie auch ihr Volkstum treuer bewahrten als irgendwo sonst in Europa. So ist der Volksmund des judenarmen Frankreichs, und gerade des seit mehr als einem halben Jahrtausend von Juden völlig entblössten' Süd- Frankreichs, besonders unliebenswürdig gegen die Juden. Wir geben nach Gaidoz und Sebillot*) diese Aeusserungen hier wieder: Die Juden. Les frises. (Die 'Früsierten, Gekräuselten, Name der Juden im Volksfranzösischen) (argot). Fidel coumo un Jusiou ä so le. (Treu wie ein Jude seinem Gesetz.) (Languedoc.) ' ■ Creire coumo un Jousiu ä la Santo Biblo. . (Glauben wie ein Jude an die heilige Bibel.) (Languedoc.) . C’est un bon Israelite. (Das ist ein guter Mensch, frei und treu, an Gott glaubend und die Gerechtigkeit liebend.) a) C’est un homime riche comme un Juif. .,(Das soll heissen sehr reich.) b) Rieh coum’ un Juffie. (Bas-Limousin.);*) La France merveilleuse et legendaire.' Par H; Gaidoz et Paul Sebillot. (1.) Blason populaire de la France. Paris 1904. ־ ־׳

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