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Jüdische Rundschau · 1907-10-25 · 16 (25.10.1907) · p. Seite 136

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
III (1907)
Issue
16 (25.10.1907)
Date
1907-10-25
Page
Seite 136 (sequence 8)
Language
German
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36 no. 16 l LITERATURBLATT des Akabia mag als Beweis dafür angesehen werden, dass er im Nordosten 3 Kilometer .von der Stadt lag, in der Nähe, von El-Ibrahimieieh. Jüdische Katakomben in Rom. Im Jahre 1602 hatte Antonio Bosio in der Nähe der Eisenbahnstation Trastevere bei Rom, an den Hügeln von Monteverde jüdische Katakomben entdeckt, die er in seiner ״Roma subterranea“ kurz beschrieb. Die Stätte war nachher so vollkommen in Vergessenheit geraten, dass Marchi und De Nossi vergebens danach gesucht waben. Durch einen glücklichen Zufall ist man vor zwei Jahren bei Weinbergarbeiten wieder darauf gestossen. An anderer, von Bosio nicht untersuchter Stelle wurden zahlreiche Kleinfunde gemacht, wie Lampen, Qiasstücke, Fragmente von Elfenbein- Schnitzereien, Ringe, Amulette, Picke und Schaufel eines Totengräbers, ferner Inschriften. Die weitere Ausgrabung in diesen jüdischen Katakomben wurde im verflossenen Winter fortgesetzt, und Marucchi hat in der letzten Sitzung der Accademia Romana die archeologia einen Bericht darüber erstattet, der in erweiterter Form im NÜOVO BULLETINO DI ARCHEOLOGIA CRISTIANA erscheinen wird und vorerst in Monsignore des Waals Auszug in derneuesten Nummer der RÖMISCHEN QUARTALSCHRIFT FÜR CHRIST- LICHE ALTERTUMSKUNDE (1907 S. 39 ff.) vorliegt. Die Katakombe befindet sich, soweit die Ausgrabungen bis jetzt feststellen lassen, im Zu- Stande heillosenVerfalls, so dass nichts anderes übriig blieb, als wenigstens die Grabplatten mit Inschriften! zu sammeln, die demnächst dem! Museum des Lateran einverleibt und in einer besonderen Abteilung eingemauert werden sollen. Die weitaus meisten Inschriften sind (wie dites auch in den beiden anderen bisher aufgedeckten jüdischen Katakomben der Fall ist) in griechischer Sprache abgefasst; ihren jüdischen Charakter offenbaren nur Symbole wie der siebenarmige Leuchter, Schofar, Lulab und Ethrog etc.; auf einigen werden auch die geistigen und weltlichen Ämter erwähnt, die der Verstorbene in der Gemeinde bekleidet hatte; beachtenswert ist eine lateinische, metrische Inschrift. Früher als auf das 4. Jahrhundert nach Chr. ist keiner der Funde zurückzudatieren. Es ist jedoch anzunehmen, dass die noch unerforschten Teile der Katakombe in weit frühere Zeitt zurückreichen, da eine jüdische Kolonie in Trastevere schon vor, jedenfalls seit der Einnahme Jerusalems durch Pompejus (63 v. Chr.) bestanden hat. Dieser. ältere Teil der Katakombe muss noch aufgesucht und erforscht werden. In ihrer Nähe liegen die christlichen Katakomben des Pontianus, deren Aufdeckung iln die Zeiten des frühesten Christentums hinaufführen würde. Sollte man aber auch die Gräber von Frühchristen im ältesten Teil der jüdschen Katakombe bei weiteren Nachgrabungen finden, so ist doch nicht daran zu denken, dass solche Gräber sich durch irgend ein Symbol oder Zeichen speziell christlicher Art vor den eigentlich jüdischen auszeilchnen. In dem oben zitierten Bericht hatte Monsignore de Waal geklagt, dass die reichen römischen Juden zu den Kosten dieser sie speziell interessierenden Ausgrabungen nichts beitragen wollen; wenn sie jetzt fortgesetzt werden, so ist dies in erster Reihe der ״Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums“ zu danken, welche durch Bewilligung eines ansehnlichen Betrages den Berliner christlichen Archäologen Professor ן A. Müller in denStand gesetzt hat, weitere Ausgrabungen vorzunehmen. Meier Esofowitsch. 6 Der berühmte Ghettoroman ״Meier Esofowitsch“ von Elise Orzesko ,' ist von M. Skirmunt zu einem Schauspiel umgearbeitet worden, das auf dem neuen polnischen Theater in Wilna aufgeführt wird. Das Stück hat bereits einen deutschen Uebersetzer gefunden.

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