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Jüdische Rundschau · 1907-10-25 · 16 (25.10.1907) · p. Seite 130

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
III (1907)
Issue
16 (25.10.1907)
Date
1907-10-25
Page
Seite 130 (sequence 2)
Language
German
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130 LITERATURBLATT No. 16 Allen denen, für die Palästina nicht nur ein geographischer und historischer Begriff ist, wird in der Tat dieses Buch hochwill־ kommen sein. Es stefllt in lebendiger, aber auch durchaus sachlicher Darstellung uns nicht nur die Dinge vor Augen, wie sie heute sind, sondern verweist überall auf die Ansätze kommender Ent- Wicklung und die Möglichkeiten, die sieh jüdischem Unternehmungsgeiste überall auftun. Hat man dieses Buch aufmerksam gelesen, so hat man eine gut umrissene Vorstellung von Palästina und seinem Werden. Das vorliegende Bändchen ist als erster Teil eines grösseren Ganzen angeordnet; es behandelt die allgemeinen Landesverhältnisse, während ein zweiter in Vorbereitung stehender Band sich mit Handel und Industrie beschäftigt. Aus dem Inhalt des vorliegenden Teiles erwähnien wir: Geographile, Bevölkerung, Klima, Wasserverhältnisse, Gesundheitsverhältnisse, Bodenwirtschaft, Baumzucht, Weinbau, Postwesen, Eisenbahnen, Hafenerhältnisse, Zölle und Steuern, Sicherheitsverhältnisse, Gerichtswesen, Ver- Wartung, Aerzte, Schulwesen, Arbeitslöhne, Bodenpreise, die jüdischen Kolonien, diie deutschen Kolonien, Handel, Handelsverbindungen, Industrie, Bankinstitute, Auskünfte u. a. m. Grade weil wir dem Buch das wärmste Interesse entgegenbringen, wollen wir nicht unerwähnt Hassen, was wir an ihm *auszusetzen haben. Zunächst seien einige Zahlen erwähnt, bei denen augenscheinlich Versehen oder Druckfehler vorliegen (Deutschland 54 statt 62 Mill. Einwohner, Durchschnittstemperatur in Jerusalem 27,5 Grad statt 17,5 Grad, am Meere 30,5 Grad statt 20,5 Grad usw.). Eine Sterbestatistik mit so winzigen Ziffern wie auf S. 53 bleibt in einer zweiten Auflage besser fort, ebenso hat es auf Grund solcher Zahlen keinen Wert, einen Geburtenüberschuss zu berechnen. Dagegen sollte der ernsthafte Versuch gemacht werden, mit Hilfe der vorhandenen Hospitäler und sämtlicher jüdischen Aerzte im Lande eine Uebersicht über die zahlenmässige Verbreitung der wichtigsten Krankheiten zu gewinnen. Für einige Abschnitte wäre bei der ganzen Tendenz des Werkes eine erheblich grössere Ausführlichkeit sehr wünschenswert. Vor allem ist hier die jüdische Ethnographie zu nennen, die einen wichtigen Beitrag zur Kenntnis des jüdischen Palästina liefert. Die Herkunft, die Sitten, die Anschauungen der verschiedenen Teile der palästinischen Juden sind für die Entwicklung des;Landes nicht weniger wichtig als die äusseren Bedingungen. — Näheres Eingehen verdient auch Palästina als Sitz einer alten Kultur. Bei der Schilderung eines Landes, in dem der Reisende bei jedem Schritt auf Altertümer stösst, muss die Archäologie und die historische Geographie und Topographie ausführlicher zu Worte kommen. Für diesen und einige andere Abschnitte sollte bei einer künftigen Er- Weiterung des Buches die Mitarbeit einiger Fachleute gewonnen

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