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Jüdische Rundschau · 1907-09-27 · 14 (27.9.1907) · p. Seite 120

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
III (1907)
Issue
14 (27.9.1907)
Date
1907-09-27
Page
Seite 120 (sequence 8)
Language
German
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120 LITERATURBLATT NO. 14 Grenzen seines Vaterlandes hinaus bekannt. Diese Geschichten wurden ins Englische, Französische, Russische, Polnische und zum Teil auch ins Hebräische übersetzt. Ausserdem veröffentlichte er Novellen: ״Ein Bettler“, ״Ein Klausner‘‘, ״Eine Karriere“ sowie eine grössere Erzählung ,״Geheime Wege“. Höchst beachtenswert ist seine historische und ethnographische Studie ״Die Juden in Polen“, die im Werke des Kronprinzen Rudolf ״Oesterreich-Ungarn in Wort und Bild ‘ erschienen ist. Mehr als!vierzig Jahre lang bekleidete Herzberg-Fränkel den Posten eines Sekretärs der Handels- und Gewerbekammer zu Brody, in welcher Eigenschaft er eine Reihe von statistischen und nationalökonomischen Schriften verfasste, die von der genannten Handelskammer in acht Bänden herausgegeben wurden. Die Raschi-Kapelle In Worms. Wie die Zeitungen melden, soll die unter Denkmalsschutz stehende Raschi-Kapelle bei der hiesigen Synagoge ausgebessert werden. Nach einer Verfügung des hiesigen Kreisamtes darf die Schrift am Raschi- Stuhle nur gereinigt werden und es soll eine Uebersetzung derselben angefertigt werden. Eine daraufhin vorgenommene genaue Besichtigung des Raschi-Stuhles hatte nun das Ergebnis״ dass sich nicht nur eine Schrift an der Aussenseite des Stuhles varfand, sondern auch an den drei Innenseiten Inschriften aufgedeckt wurden. Man hofft, diese nach gründlicher Reinigung entziffern und mit Hilfe dieser Inschriften vielleicht einen wissenschaftlichen Streit betreffend die Erbauungszeit der Raschi-Kapelle entscheiden zu können. Durch Urkunden lässt sich nämlich feststellen, dass die jetzige Kapelle im Jahre 1624 von David, Sohn von Josua Joseph Oppenheim, erbaut wurde. Der frühere hiesige Prediger Dr. Levysohn (Stockholm) behauptete nun, dass Oppenheim die Raschi-Kapelle an der Stelle eines früher schon bestehenden Baues wieder aufbauen liess., indem er das hebräische Wort בנה mit ״wiederaufbauen“ übersetzt. Dagegen vertritt der Altertumsforscher A. Eppstein (Wien) die Ansicht, dass das Wort בנה mit ״bauen“ zu übersetzen sei, und dass Oppenheim die Kapelle neu •erbaut habe, ohne dass sie mit Raschi in irgend einem Zusammenhang stehe; das Raschi-Lehrhaus habe sich vielmehr in dem heutigen jüdischen Hospital befunden. Briefkasten der Redaktion Sch. in Köln. Ihre Bedenken, ob es sich beim Goldglas von Müngorsdorf um ein christliches Römer grab handeln könne und ihre Vermutung, dass hier die Reste eines römischen Judengrabes vorliegen, ist deshalb nicht so a limine abzuweisen, weil in der Tat ausschliesslich alttestamentliche Bilder mit midraschischen Zügen, die freilich von einigen Kirchenvätern übernommen sind, zur Darstellung gekommen sind. Dass damals die Juden in Köln eine so grosse Rolle spielten, dass die curia ihren Platz inter Judaeos hatte, wäre ein weiterer Grund, diese für das Walraf-Richartz-Museum erworbenen Altertümer unbefangen darauf zu prüfen, ob hier nicht vielmehr die Grabreste eines Juden vorliegen. Besten Dank für den Hinweis.

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