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Jüdische Rundschau · 1907-08-09 · 12 (9.8.1907) · p. Seite 104

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
III (1907)
Issue
12 (9.8.1907)
Date
1907-08-09
Page
Seite 104 (sequence 8)
Language
German
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No. 12 104 LITERATURBLATT Dawid“ aufweist. — Es ist überhaupt auffallend, wie wenig jüdische Enbleme ältere hebräische Drucke enthalten. Zwar findet man in Werken aus Justinians Offizin (z. B. Pentateuch mit lateinischer Übersetzung: und Erklärung:, Venedig• 1551) am Schluss als Druckerzeichen eine Abbildung des salomonischen Tempel und in den Druckwerken der bekannten Firma Proops die beiden Kohanim-Hände; sonst aber sind spezifisch jüdische Abzeichen in früheren Zeiten fast nie anzutreffen. Sollte mir einer der geehrten Leser das Magen-Dawid in einem Druckwerk vor 1715 nachweisen können, wäre ich für Mitteilung dankbar. Buchhändler Louis Lamm, Berlin C. 2. Ein Schekel von Simon Bar-Kochba befindet sich nach dem letzten Jahresberichte des British Museum in dessen wertvoller Münzen Sammlung. Die Vorderseite zeigt den Tempel von Jerusalem als eine Säulenhalle mit vier Pfeilern; darüber ein Stern, das Symbol Bar-Kochbas. Auf der Reversseite befinden sich ein Ethrog und ein Lulaw. Dasselbe Museum besitzt eine sehr schöne Sammlung hebräischer Handschriften. Man findet dort 183 hebräische Titel; darunter 67 Handschriften. 3 hebräische Manuskripte kamen neu hinzu. Zu den als besonders wichtig bezeichneten Akquisitionen gehören folgende zwei Handschriften: 1. Sefer Hazikkuk, ein Index Expugatorius hebräischer Bücher, zusammengestellt von dem Zensor Domenico Irosolomitano im Jahre 1596, und später vermehrt. 17. Jahrh. 8U. — 2. Eine hebräische Uebersetzung des Koran aus dem Lateinischen oder Italienischen, gedruckt zu Venedig im Jahre 1547; 16. oder 17. Jahrh. 4°. . Ein antiker Judenfriedhof. Es ist dem Archäologen Breccia, dem neuen Leiter des Museums in Alexandrien, gelungen, den antiken Judenfriedhof dieser Stadt aufzufinden. Er lag im Osten von Alexandrien und enthielt eine Fülle interessanter Grabfunde, auch Inschriften traten in grosser Zahl zu Tage. — ״Christus beim P u r i m f e s t“, so betitelt sich eine lyrische Oper in einem Akt von G. Bovio mit Musik von J. Gianetti, dem Leiter des städtischen Orchesters, die gestern zum ersten Male mit grossem Beifall in der hiesigen Oper aufgeführt wurde. Die alten Goldminen von Rhodesia, die der völkerkundlichen Forschung schon so viel Kopfzerbrechen gemacht haben, sind jetzt von Hall in der Afrikanischen Monatsschrift genauer beschrieben worden. Hall spricht die Ansicht aus. dass die hauptsächliche Bearbeitung dieser Goldminen nicht durch die Portugiesen im 16.—18. Jahrhundert und auch nicht durch Araber und Perser zwischen dem 10. und 16. Jahrhundert stattgefunden haben könne. Er ist vielmehr zu dem Schluss gelangt, dass sie noch älter sein müssen und wahrscheinlich von eingewanderten Semiten zuerst in Angriff genommen worden seien. Das gleiche Alter sollen dann auch die berühmten Ternpelruinen von Rhodesia besitzen. Das Berliner Kleine Theater plante die Veranstaltung einer W e d e - k i n d - Matinee in W i e n , in der der Dichter einiges vortragen und in einer Szene ״Rabbi Esra“ mitsnielen sollte. Die Zensur legte jedoch der Aufführung der Szene solche Schwierigkeiten in den Weg, dass der Plan der Matinee aufgegeben wurde.

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