Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- III (1907)
- Issue
- 12 (9.8.1907)
- Date
- 1907-08-09
- Page
- Seite 102 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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literaturblatt 102 No. 12 Angaben, Auszug aus der Geschäftsordnung etc.), Rettungswesen (Tafel), Sanitätswesen (Tafel), Scheck (Tafel), Schiffahrt und Schiffbau, Seekarten, Seewesen, Selbstmord, Sonntagsruhe, Sozialdemokratie. Sozialismus und Sozialpolitik. Von sonstigen, dem Allgemeininteresse förderlichen Artikeln nennen wir noch: Reisen, Reitkunst, Reitsport, Reklame, Ring, Ritterwesen, Roland, Rüstung (mit illustrierter Tafel), Schach, Schlachthäuser, Schmuck, Schützengesellschaften, Siegel, Sklaverei (mit Beilage), Spiel, Spielkarten u. a. Die neuesten Forschungen Robert Kochs über die Schlafkrankheit sind ebenso erwähnt wie die Bestrebungen des Scientismus; eine Abbildung der waghalsigen Schleifenfahrt fehlt eebensowenig wie eine Statistik des Ansichtskartenverkehrs; das berühmte Radium hat im Artikel Radioaktive Substanzen eine gute Darstellung gefunden; über Söul, die Hauptstadt des vielgenannten Korea, ist manches mitgeteilt, was offensichtlich auf Informationen an Ort und Stelle zurückzuführen ist, wie denn die oftmals anerkannte Zuverlässigkeit der Herderschen Ortsartikel überhaupt zum grössten Teil auf solchen beruht. Aehniiche Originalinformationen verraten die Angaben über Vereine und Institute, wie z. B. Rettungsvereine, Rotes Kreuz, Schifferfürsorge, Schulvereine, Seewarte, Soziale Vereine und Museen etc., religiöse Genossenschaften wie: Schulbriider, Schulschwestern etc. Eine praktische Neuerung, die das Auffinden beträchtlich erleichtert, ist die nach dem eigentlichen Narnenteil alphabetisierte Zusammenstellung der zahlreichen geographischen Doppelnamen mit Sankt, Saint, San etc. zu Beginn des Buchstabens S gewissermassen als Glieder eines einzigen Sammelartikels. Im Herbst 1907 darf der Abschluss des achten Bandes und damit des ganzen Werkes mit Bestimmtheit erwartet werden. Notizen Worms, 3. August. Die der hiesigen aus dem• 10. Jahrhundert stammenden Synagoge anfangs des 17. Jahrhundert angegliederte Raschikapelle, die ausser!dem in die Umfassungsmauer eingelassenen steinernen Sitz des berühmten Gelehrten viele wertvolle Pergamente und mit der Geschichte der Wormser jüdischen Gemeinde in Beziehung stehende Reliquien enthält, muss auf Anordnung des hessischen Denkmalrats zum Teil niedergelegt und rekonstruiert werden, um dem drohenden Zerfall zu entgehen. Synagoge und Kapelle bilden von jeher eine Sehenswürdigkeit ersten Ranges für die Besucher aus allen Weltteilen. Die Sterblichkeit der Wiener Juden. Dr. Siegfried Rosenfeld behandelt im ARCHIV FÜR RASSEN- UND GESELLSCHAFTSBIOLOGIE die Ursachen der jüdischen Mindersterblichkeit. In Wien starben in den Jahren 1899 bis 1903 von der Zivilbevölkerung auf je 10 000 Katholiken 211 Personen, bei den Juden aber nur 129. In beiden Geschlechtern weisen die Juden die geringste, die Römisch-Katholischen die grösste Sterblichkeit auf, während die Sterbeziffer der Evangelischen in der Regel die Mitte bildet zwischen der Sterblichkeit der Juden und der der Katholiken sowohl in Bezug auf die Todesursachen, die bei den Juden häufiger, wie auch auf die anderen, die bei den Juden seltener Vorkommen als bei den Katholiken. Die Juden haben die geringste Sterblichkeit an allen das Kindesalter betreffenden Todesursachen. Es sind dies Masern, Keuchhusten, Diphteritis, Syphilis, akute Bronchitis, Durchfall und Darmkatarrh der Kinder sowie Lebensschwäche. Damit ist aber erst etwas mehr als der dritte Teil der Minder- Sterblichkeit der Juden erklärt. Am ausschlaggebendsten für die Minder- Sterblichkeit der Juden ist die Tuberkulosesterblichkeit. Diese ist bei den Juden am geringsten, mag es sich um welche Form oder Lokalisation