Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- III (1907)
- Issue
- 10 (31.5.1907)
- Date
- 1907-05-31
- Page
- Seite 87 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 10 87 LITERATURBLATT arabischen Ortsnamen. Doch darin ist sie noch ein Muster Regen andere, besonders gegen ALTNEULAND, das sich jetzt schämig PALÄSTINA nennt. Auch manchen hebräischen Namen ergeht es nicht besser. Eine merkwürdige Ortsbestimmung ist S'. 76,•dass Rosch-Pinnah am Wege nach Damaskus liegt. Der Autor vergass den terminus a quo. Wenn vom hebräischen Gymnasium in Jaffa gesagt wird!, dass noch nicht alle Klassen in Gang sind, so ist das für die Schule, von der jetzt die dritte Klasse eingerichtet werden soll, etwas zu viel gesagt. Dass Pool die Bibliothek, die Dr. Chazanowicz gegründet hat, eine Nationalbibliothek nennt, ist grundfalsch. So weit man überhaunt von einer Bibliothek reden kann, ist es im Gegenteil eine Privatbibliothek, zwar nicht des hochverdienten Dr. Joseph Chazanowicz, sondern der Herren um die Lämelschule. Deshalb dürfen wir sogar annehmen, dass sie niemals in den Besitz des Jüdischen Volkes übergehen wird. Diese Herren halten fest was sie an ״Einfluss“ besitzen und! die Bibliothek ist ihnen — Herr Pines wird’s bezeugen nichts weiter als ״ein Stück Einfluss“. Was Pool auf Seite 29 von den blauen Augen und blonden Haaren der in abgelegenen Bergstrecken von Palästina .wohnenden Juden fabelt, hätte besser fortbleiben sollen. Dschebel-et-Tor ist der Tabor, nicht der Garizim. Der ״Sirokko“ von Seite 11 wäre besser ״Chamsin“ genannt. ״Er weht besonders in den 50 (arab.: chamsin) Tagen von Pessach bis Schabuöth. Die Datteln, die r\ach Pool (Seite 18) Palästina exportiert, werden in Palästina ausser dem Ghor, wo es freilich nur sehr wenige Dattelpalmen gibt nicht reif. Der Mineralreichtum Palästinas scheint sehr gross zu sein Immerhin hätte über ihn weniger Bestimmtes gesagt werden können als das mit den vier Zeilen auf Seite 20 geschieht. Um, unser Urteil zusammenzufassen, so wünsche wir, dass recht bald eine' Revision vorgenommen und dann eine deutsche Bearbeitung in Druck gelegt wird. Herrn Pool schuldet die zionistische Organisation für die vortreffliche Arbeeit grossen Dank. H. L. Meyers Grosses Konversations-Lexikon. Ein Nachschlagewerk des allgemeinen Wissens. Sechste, gänzlich neubearbeitete und vermehrte Auflage. Mehr als 148 000 Artikel und Verweisungen auf über 18 240 Seiten Text mit mehr als 11 000 Abbildungen, Karten und Plänen im Text und auf über 1400 Illunstrationstafeln (darunter etwa 190 Farbendrucktafeln und 300 selbstständige Kartenbeilagen) sowie 130 Textbeilagen. ,20 Bände in Halbleder gebunden zu je 10 Mark oder in Prachtband zu je 12 Mark. (Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig und Wien.) Der neueste, im! März erschienene 16. Band׳, den ebenfalls die Vorzüge seiner Vorgänger auszeichnen, bringt erfreuliche Beweise, wie die Redaktion nicht nur aufmerksam, sondern auch erstaunlich schnell den Zeitereignissen Rechnung zu tragen versteht. Das zeigt uns z. B. die״vielfarbige Karte der erst im Februar beendeten Reichstagswahlen mit genauer Liste der Abgeordneten und der Wahlkreise. Nicht minder bewundernswert erscheint das grosse Geschick, nach dem Druck eines Bogens eingetretene Veränderungen zu registrieren und so auch mit der geschichtlichen Entwickelung stetig Schritt zu halten. Ist z. B. im Artikel über den preussischen Minister Podbielski dieser noch als im Amte tätig aufgeüfhrt. so finden wir diese inzwischen veraltete Angabe, bereits in dem wenige Bogen später beginnenden Artikel ״Preussen“ durch die Erwähnung von Arnim-Krievens als seines Nachfolgers berichtigt. Der genannte Artikel ״Preussen“. wohl der umfangreichste in dem vorliegenden Bande, darf überhaupt in erster Linie Anspruch erheben, genannt zu werden. Bildet er doch mit 79 Spalten. 2 guten Kartenbeigaben, einer Wappentafel der preussischen Provinzen und einer Preussens Wachstum übersichtlich erläuternden Textbeilage eine ansehnliche Monographie, die