Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- III (1907)
- Issue
- 7 (29.3.1907)
- Date
- 1907-03-29
- Page
- Seite 63 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 7 LITERATÜRBLATT m Zehn Jahre Zionismus (Ausgabe in jüdisch-deutscher Sprache.) Von der Broschüre ״Zehn Jahre Zionismus“, die'., allgemeinen Anklang gefunden hat, hat das Zionistische Zentralbureau in Köln ebey auch eine Ausgabe in jüdisch-deutscher Sprache erscheinen lassen. :■, Die Broschüre enthält nicht nur eine kurze Geschichte des Zionismus seit seiner Entstehung, sondern auch seine Theorie. Die verschiedenen Zeit- und Streitfragen, die er hervorgerufen hat, die mannigfachen Anschauungen und Strömungen im eignen Lager werden objektiv" und klar gezeichnet. Wie diese Idee aus kleinen und kleinsten Anfängen herausgewachsen ist, wie sie unter den grössten Kämpfen und Schwierigkeiten das-geworden ist, was sie heute ist, eine weltumspannende Organisation,, die bedeutendste, lebendigste und mächtigste Bewegung des neuen Judentums, wird in klarer Sprache gezeigt. Dabei ist die Darstellungsweise durchaus sachlich und vornehm. Für die Agitation dürfte die Broschüre gute Dienste leisten mul dürfte insbesondere auch fiir die Propaganda unter den jüdisch-deutschsprechender, russischen und galizischen Immigranten "der.' verschiedenen Einwanderuügslätider zu verwenden sein. Notizen Vom deutschen Kaiser hat Dr. Paul Brönnle, wie die. ORIENTALISCHE LITERATUR-ZRITUNG mitteilt, die Summe von 12.000 Mk. erhalten für eine Reise nach dem Orient (Ägypten, Palästina, Syrien, ,Türkei), un.1 sein Werk ״Denkmäler arabischer Philologie“ abzuschli.essen. Es soll, acht Bände umfassen und in Beirut gedruckt werden.' Brönnle hat bereits England verlassen und gedenkt anderthalb Jahre fortzubleiben; Neue Ausgrabungen in Paläs/ina Nach langen Bemühungen ist es Professor Pr. Ernst Sellin dank der Unterstützung des k. 11, k. österreichisch-ungarischen Konsulatesv in Jerusalem und der Direktion des Ottomanischen Museums gelungen, ein Irade des Sultans zu erwirken, welches ihm Ausgrabungen auf dem Triimmeri'elde des alten Jericho gestattet. Die Erpedition verspricht bei der hervorragenden Bedeutung Jerichos, besonders für die vorisraelitische Geschichte, ein ausserordentlich reiches und interessantes Ergebnis. Die Unternehmung wird vorläufig unterstützt vorn österreichischen Ministerium fiir Kultus und Unterricht, den Herren Arthur Krupp in Berndorf, Anton Dreher, Philipp und Paul von Schoeller in Wien. Professor Sellin wird sich in׳der nächsten Woche zu einer ersten Probegrabung auf das Arbeitsfeld begeben. Ein3 alte jüdische Festung in der Krim Eine eigenartige Eelsstadt ist die alte jüdische Festung’ Tschiifut■- Kaie in der Krim. Ein russischer Reisender, der gegen Ende des 18. Jahrhunderts die von der jüdischen Sekte der Karäer bewohnte Bergfeste besuchte, bemerkte, dass schon der Anblick des Berges den Blick gefangen nahm und die sich auf seiner Höhe erhebenden Gebäude die lebhafteste Verwunderung hervorrufen müssen. Die Häuser sind — so schreibt er — so nahe an den Abgrund gerückt, dass höchstens eine viertel Elle Raum bleibt und die Bewohner, dicht über dem Abgrund hängend, jeden Augenblick vom Absturz bedroht sind. Tschufut-Kale ist eine Luftstadt. Die Wohnungen der Karäer gleichen Adlershorsten auf hohem, steilem, unzugänglichem Felsen. Die Hatiswände stehen lotrecht zum Abgrund, und es