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Jüdische Rundschau · 1907-01-11 · 1 (11.1.1907) · p. Seite 8

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
III (1907)
Issue
1 (11.1.1907)
Date
1907-01-11
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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8 LITERATURBLATT No. 1 vom Meroe zu verstehen, di׳e mit Hilfe des entarteten Neunubischen nicht enträtselt werden konnten. Zur Geschichte der Brille Der bekannte Augenarzt Prof. Dr. J. Hirsehberg hielt vor kuirzem in Berlin einen Vortrag: Die Geschichte der Erfindung der Brillen. Dr. Hirschberg konstatierte in diesem Vorträge, d׳asS auch;i!m Talmud keine Angaben über Brillen Vorkommen. Herr Oberrabbiner J. H o r o - witz in Also-Kubin schribt nun an den PESTER LOYD: ״Im Talmud״ Traktat Kelim XXX, 2״ werden verschiendene Glasgerätschaften aufgezählt, unter diesen auch ein! Apparat ״Spekular“*) ist laut Erklärung der Kammemtare ein Sehglas, welches eine optische Täuschung her verbringt. Maimanides, der, im XII. Jahrhundert gelebt kommentiert diese Stelle, wie folgt: ״Spekular wird aus Glas, Beryll oder Edelstein verfertigt, ist durchsichtig, wodurch man den Gegenstand nicht!an der wirklichen Stelle und nicht in derselben Grösse erblickt, wie er wirklich ist.‘‘ Nach Räschi, der im XI. Jahrhundert gelebt, handelt es sich um den Glasspiegel, ״der auch von unseren Frauen benützt wird.“ Das Wort: Spekular kommt übrigens als Mittel zur Verbesserung der Sehkraft im Talmud noch öfter vor. Es unterliegt keinem Zweifel, dass die Glasspiegel, deren Erfindung dem englischen Franiziskanermönch Johannes Pechau aus dem XIII. Jahrhundert zugeschrieben wird und die Vergrösserungsgläser, die zu Brillenzwecken dienten״ ebenso wie die künstlichem Zähne den Talmudweisen bekannt waren.“ — Nach dem Wortlaut des Maimonides ist anzunehmen, dass e r unter ״Spekular“ keinen Spiegel, sondern eine Glas-, bezw. Edelstein linse verstanden hat. *) Lateinisches Fremdwort. Eine jüdische Kunstausstellung in Czernowitz Die jüdisch-akademische Verbindung ״Zephirah“ in Czernowitz plant die Veranstaltung einer jüdischen Kunstausstellung in Czernowitz. Die Leitung der genannten Verbindung hat sich bereits mit massgebenden jüdisehen Kunstkreisen behufs Ueberlassung Von Kunstwerken in Verbindung gesetzt und wendet sich jfetzt an die bemittelteren Juden der Bukowina wegen Unterstützung der sicherlich lit Freuden zu begrüssenden nationaleni Veranstaltung. Büchersendungen für die Jüdische Nationalbibliothek sind bis auf weiteres an das Zentralbureau der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, Berlin W. 66, Mauerstrassse 2 III zu richten.

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