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Jüdische Rundschau · 1907-01-11 · 1 (11.1.1907) · p. Seite 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
III (1907)
Issue
1 (11.1.1907)
Date
1907-01-11
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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6 LITERATURBLATT No. 1 Notizen Ein Jüdischer Künstler in Schweden ״Der .schwedische Künstlerkreis hat einen seiner Führer verloren, ein glänzendes künstlerisches Talent, eine echte Künstlernatur ist dahin. Ernst Josephson ist ,seinem jahrelangen Leiden am Donnerstag, dem 20. November, in seinem Heim, nur 55 Jahre at, erlegen.“ So beginnt eine der ersten Stockholmer Tageszeitungen einen langen Artikel über dien Künstler, seine hervorragenden Leistungen auf dem Gebiete der Malerei und Dichtkunst und bringt auch sein Bild und viele Reproduktionen seiner Gemälde. Ernst Josephson entstammte einer Stockholmer höchst angesehenen jüdischen Familie, beider künstlerische Begabung ein Erbe des Geschlechtes zu sein scheint. Er begann seine Künsterlaufbahn als hoffnungsvoller Schüler der Stockholmer Akademie, erhielt als solche!■ für eiih Bild, das später die schwedische Königin ankaufen liess und das noch jetzt ihre Privatgemächer schmückt, die königliche Medaille׳ und ein Reisestipendi um, das ihn nach dem Süden führte. Es würde zu weit führen, seinen Entwicklungsgang hier zu verfolgen; ich will nur einige Worte, die einer unserer grössten Künstler in einem Nachrufe van seinem׳ Freunde und Gesinnngsgenossen sagte, hinzufügen. ״Nun ist er fort für immer, er, der in dien bahnbrechenden Achtziger-Jahren das Zentrum der Neugestaltung unserer Kunst und Kunstverliältnisse war.‘‘ Und ferner sagt er von ihm, dass er Josephson. ״für den bedeutendsten! Maler dieser an grossen Kiilnstlern so reichen Zeit ansah.“ Der Präsident des Künstlervereins sprach am Grabe warme Worte, von denen ich folgende hervorheben möchte; ,Won ihm sagte man, dass er die organisierende Kraft, die Seele bei der grossen Arbeit der Renaissance Schwedens, der zentrale Punkt in einem grossen Künstlerkreiise gewesen war. Immer war er es, der die Parole, das erste Zeichen zum Kampfe gegeben hat. Alle Künstler unserer Zeit, sowohl dlie älteren, die an seiner Seite gekämpft, sowie die jüngeren, die ihn nie persönlich sahen, werden stets mit Liebe und Bewunderung das Andenken an sein Lebenswerk und an die Feuerseele Ernst Josephsons bewahren.“ Seme bedeutendsten Gemälde sind nach harten Kämpfen, die frühzeitig seine Kraft gebrochen, doch fast sämtlich vom Staate angekauft und den Nationalgalerien Stockholms, Christianias und Gothenburgs ein verleibt. Vom Handel und Verkehr im alten Aegypten wusste Prof. Dr. Erman jüngst in der Vereinigung für.staatswissenschaftliche Fortbildung anregend zu plaudern. Die Aegpyter warten von jeher eiin eifriges Handesvolk; war doch ihr Land, das der seit jeher von Fraehtschiffen belebte Nil mit dem Meere und den Hinterländern verbindet, wie zum Handel geschaffen. Wie es im Kleinhandel herging, das zeigt ein Bild aus dem Jahre 2700 v. Chr. m den Gräbern des alten Memphis. Auf dem Markt sassen dlie Händler mit ihren Körben, in denen sie Fische, Gemüse, Zwiebeln hatten; ■daneben waren Schmucksachen ausgeb reitet, Angelhaken usw. Man sieht auf dem Bilde, wie eine Frau einem Fischhändler einen Handfeg er und Sandalen für einen Fisch gibt; eine amdtere bezahlt mit einer Halskette. Es besteht also ton Kleinhandel der reine Tauschverkefir. Im Grossverkehr bedient man sich bereits der Goldringe von bestimmtem Gewicht. Diese Ringe wurden mit dem Namen des herrschenden Pharao versehen; so finden sich solche mit dem Namen Cheops. Bald wendet man auch bestimmte Gewichtseinheiten an. die freilich etwas schwanken,

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