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Jüdische Rundschau · 1906-11-02 · 22 (2.11.1906) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
II.1906
Issue
22 (2.11.1906)
Date
1906-11-02
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Literaturblatt der Jüdischen Rundschau Beilage zu ,Jüdische Rundschau Jahrg. XI. No. 44 Q Herausgegeben von Sr. Heinrich £oews, Q Redaktion: BERLIN N. W. 52, Melanchthonstrasse 4. N0.22. Berlin, 13.Marcheschwan5667—2.November 1906 Jahrg. II Vorgeschichtliches vom Zionismus Zweiter Zeitabschnitt. (Bis 1882.) Von Heinrich Loewe. (Fortsetzung.) Und hier begegnen sich die beiden Bewegungen, die derselben Quelle entstammen, aus denselben Wurzeln ihre Kraft ziehen und dasselbe Ziel vor Augen haben, es aber zeitweise mit verschiedenen Mitteln erstreben, den nationalpolitischen! Gedanken des Neujudaismus und die Versuche, Palästina durch den Fleiss jüdischer Bauern in ein jüdisches Kulturland zu verwandeln. Schon im Jahre 1840 hatte Moses Montefiore, wenn auch vergeblich, mit dem Vizekönig Muhammad ‘Ali von Ägypten über land. wirtschaftliche jüdische Unternehmungen in Palästina verhandelt. Und später standen das Vorurteil von der Dürre des palästinischen Bodens und seiner Unfruchtbarkeit besonders in den Augen der deutschen Juden d!em Plane im Wege, dieses in kolonialwirtschaftlicher Hinsicht erstklassige Kolonisationsland durch Juden kolonisieren zu lassen. Montefiores Tätigkeit Hess in dieser Richtung nur eine •einzige bleibende Erinnerung. Das ist der Wassergarten (Bujärä), den er für das jüdische Volk erwarb an dem Wege von Jaffa nach der heutigen deutschen Kolonie Sarona. Dann folgten die Bemühungen Kalischers, Natoneks und Gutmachers, während die Uebersiedlung des Rabbiners Josef Schwarz aus Hürben nach Jerusalem beinahe bedeutungslos in dieser Richtung war und nur als Einzelerscheinung, als Symptom in diesem Symptomenkomplex betrachtet sein will. Schliesslich wurde diie Ackerbäuschule der Alliance Israelite Univer• seile Mikweh Jisrael bei Jaffa durch Netter gegründet. Aber sie fand kein Fortkommen. Denn wenn auch für die Kolonisation eine Ackerbauschule von hohem Nutzen ist, so wird sie doch überhaupt erst möglich und verständlich, wenn eine Kolonisation existiert, die die Zöglinge der Ackerbauschule aufnehmen kann. Darum blieb damals die Ackerbauschule unfruchtbar und erzog statt Kolonisten und Bauern Kutscher und Händler. In den siebziger Jahren: des neunzehnten Jahrhunderts gehen von England* wie schon früher, Bestrebungen aus, die der Wiederbesiedlung

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