Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- II.1906
- Issue
- 19 (11.10.1906)
- Date
- 1906-10-11
- Page
- Seite 159 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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No. 19 LITERATURBLATT 159 Morgenländische Bücherei. Band I. Namo Tassa Bhagavato Arahato Samma Sambuddhassa. Der buddhistische Katechismus; von Henry S. Olcott, Präsident der Theosophieal Society zu Madras 36.. 3. (deutsche) Ausgabe mit besonderem Vorwort des Verfassers und Illustrationen. Autorisierte Ueb er Setzung nebst Anmerkungen, Kanontafel und Glossar von Dr. Erich Bischoff, Leipzig: Th. Griebens Verlag (L. Fernau) 1906. (VII,. 151 S'.) 8. 2 Mark. geb. 2,60 Mark. Wer sich mit Religionsgeschichte irgendwie befasst, muss sich eingehende Kenntnisse vom Buddhismus erwerben. Ist er doch die erste grosse Religionsgemeinschaft, die bewusst die nationalen Grenzen durchbrechen will, wenn auch andere vor ihm bereits sich als universale Wahrheilen ansahein. In mustergültiger Weise erhält man ein freilich nur in seinen hellen Partien gezeichnetes Bild des Buddhismus durch Olcott und es ist ein weiteres Verdienst Bischoffs, dass er durch die klare und gute Uebersetzung diesem Werke in seiner morgenländischen Bücherei ein weiteres grosses Publikum in Deutschland verschafft. Die sachlichen Anmerkungen, die praktisch hinten vereinigt sind, der kurze Ueberblick über den buddhistischen Kanon und nicht minder das kleine Glossar machen das Buch noch viel brauchbarer. Diese drei Anhänge stammen von Bischoff. hs. Jüdischer Volkskalender für das Jahr 5667 (1906/07). Brünn: Jüdischer Buch- und Kunstverlag, Inhaber Max Hickl. Dieser Kalender ist nicht mit dem von der Zionistischen Vereinigung für Deutschland berausgegebenen zu verwechseln. Diese hat ihre Geschäfts- Verbindungen mit dem Brünner Verlag gelöst. Von einer Redaktion des Kalenders kann kaum die Rede sein. Es ist eine Zusammenstellung der Artikel, die man gerade bekommen hat. Bei weitem der beste Aufsatz ist der vno Dr W. Hanauer: Die Zukunft des Judentums, in dem in schlichter Weise die Notwendigkeit des Zionismus dargelegt wird. Die Wiedergabe jüdisch-deutscher Gedichte und hebräischer Stücke in deutscher Uebertragung' ist sehr lobenswert. Dagegen ist G ii n z i g in seiner Biographie Mordechai Zbi Mannes diesmal nicht auf der Höhe. G. hat Scheinhaussche Angaben öfters missverstanden. In einem Artikel, in dem Dr. Karl Jeremias den T erritorialismus propagiert, geht er gleich im Anfangssatze davon aus, daiss ״jeder, der die Geschichte des! Zionismus kennt, wohl weiss, dass der erste Vorläufer des mode'rnen jüdisch-politischen Gedankens. Mordechai Manuel Noah (1825) seinen Judenstaat in Amerika gründen wollte“. Das ist insofern unzutreffend, als jeder, der sich jemals mit Mordechai Manuel Noah über die Schlagworte hinaus beschäftigt hat. wissen sollte, dass, nur einer seiner drei Versuche״ nämlich der in der Mitte liegende, sich nicht mit Palästina direkt beschäftigte. Dieser Propagändaaufsatz für eine in ihrem jetzigen Auftreten antizionistische Partei, soweit man dabei überhaupt von einer Partei ,sprechen darf, macht den Kalender allein schon für unsere zionistisch^. Propaganda völlig ungeeignet. Dass darin der getaufte Jude Vambery als Autorität gegen dein Zionismus herangezogen wird, macht ihn für uns nicht g'eniessbar. Wer also den Zionismus propagieren will, der verbreite diesen Kalender nicht! Ueber Palästina haben wir in dem angeblich zionistischen Kalender nichts gefunden. H. L.